Wiedereröffnung des Alvenslebenstollen: Region feiert mit vielen Gästen in Burglahr
Von Klaus Köhnen
Der Alvenslebenstollen in Burglahr ist wieder sicher und zugänglich: Die, nach dem Erdrutsch erforderlichen, Sicherungsmaßnahmen oberhalb des Stollenmundlochs wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Sonntag (19. Juli 2026) konnte das, eigentlich für den 29. März geplante, Fest aus Anlass der Wiedereröffnung nun stattfinden.
Burglahr. Der Ansatz des Stollens, eigentlich zur Entwässerung konzipiert, erfolgte im Jahr 1835 durch Steiger Buhse. Die Bauzeit betrug insgesamt 29 Jahre. Der sogenannte Vortrieb erreichte 1864 den nördlichen Ausläufer des Louisen-Gangvorkommens. Der durchschnittliche Vortrieb pro Kalendertag betrug rund 15 Zentimeter. Dies kam der Firma F. Krupp (Essen) zugute, welche die Grube Louise zusammen mit den Nachbargruben Friedrich-Wilhelm und Georg sowie die Sayner Hütte vom preußischen Staat erwarb. Der Alvenslebenstollen gilt als einer der wenigen, die über ein äußerst bemerkenswert geringes Gefälle (1,5 Meter pro 1.000 Meter Stollenlänge) verfügen.
Zahlreiche Gäste waren nach Burglahr gekommen
Bürgermeister Fred Jüngerich, zugleich Vorsitzender des Fördervereins, begrüßte die Gäste. Unter den Gästen waren die Fürstin Isabelle zu Wied und die Geschäftsführerin des Naturparks Westerwald-Taunus Irmgard Schröer. Neben dem VG-Bürgermeister aus Hamm, Dietmar Henrich, und zahlreichen Ortsbürgermeistern, war der Landkreis durch den zweiten Beigeordneten Benjamin Geldsetzer vertreten. In seiner Rede ging Jüngerich auf die durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen ein. Diese wurden durch LEADER-Mittel, Förderungen des Naturparks Rhein-Westerwald und vor allem durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht. Wie in vielen Bereichen auch, so Jüngerich, ist das ehrenamtliche Engagement ein Grundpfeiler des Gelingens und des Zusammenlebens.
Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte Andreas Tschauder, Direktor des Landesamtes für Geologie und Bergbau in Mainz, übernommen. Das Landesamt habe eigentlich eine andere Aufgabe, so Tschauder. Dort würden Daten gesammelt und auch neue Bergwerke genehmigt. Tschauder sagte sehr deutlich, dass das Amt aber auch die Besucherbergwerke betreut. Die Besucherbergwerke werden auf Sicherheit und Nutzbarkeit begutachtet. Wichtig ist dem Amt aber auch, so der Schirmherr, dass die Bergwerke als touristische Highlights genutzt werden.
Geschichte für kommende Generationen
Benjamin Geldsetzer ging darauf ein, dass damals unter Bedingungen gearbeitet wurde, die sich heute kaum jemand vorstellen kann. Genauso wichtig sind aber die Menschen, die sich mit Spenden oder dem ehrenamtlichen Engagement einbringen. "Gerade in einer Zeit, in der sich vieles verändert, brauchen wir solche Orte. Sie zeigen uns, wo wir herkommen. Sie schaffen Identität und machen Geschichte für kommende Generationen erlebbar", so Geldsetzer.
Die Organisation für das Fest hatten der Förderverein Bergbau- und Hüttentradition, die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld sowie die Dorfgemeinschaft Burglahr, die für die Bewirtung zuständig war, übernommen. Jüngerich dankte der Verwaltung in Person von Rebecca Seuser, Angela Metzen und Rolf Schmidt-Markoski. Das Panikorchester Oberlahr umrahmte den Festakt musikalisch. Im Anschluss an den offiziellen Teil wurden Stollenführungen angeboten. Die Nachfrage war so groß, dass bereits kurz nach Mittag weitere Listen erstellt werden mussten.
Spannendes Angebot für junge Besucher
Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren konnten sich an einer kreativen Mitmachaktion beteiligen. In der Zeit von 13 bis 15 Uhr wurde ein Stollen-Maskottchen gesucht, das die Bergbaugeschichte kindgerecht begleiten soll. Die Auswertung erfolgt später und das ausgewählte Design wird mit einem Tagesticket für das Altenkirchener Hallenbad prämiert. (kkö)
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