Werbung

Pressemitteilung vom 19.07.2026    

Hitze setzt Fledermäusen in Rheinland-Pfalz stark zu

Die anhaltenden Hitzewellen und Extremwetterereignisse in Rheinland-Pfalz haben erhebliche Auswirkungen auf die Fledermauspopulation. Experten warnen vor den Folgen für die Tiere, deren Quartiere sich gefährlich aufheizen können.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Mainz. Hitzewellen und häufigere Extremwetterereignisse setzen nach Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) Rheinland-Pfalz Fledermäusen zunehmend zu. Vor allem gebäudebewohnende Arten leiden unter überhitzten Quartieren. Viele Fledermausarten nutzen im Sommer Spalten an Fassaden oder unter Dachverkleidungen als Quartiere, wie die Naturschützer informieren. Dort sind sie auf ein möglichst stabiles Mikroklima angewiesen. Während längerer Hitzewellen können sich diese Rückzugsorte jedoch stark aufheizen. Die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz verweist darauf, dass sich Schwalben- oder Mauerseglernester bei 38 Grad Außentemperatur auf bis zu 60 Grad aufheizen. Für Fledermausquartiere gebe es zwar keine Messungen, aufgrund der Bauweise der engen Spaltenquartiere und der vielen Tiere darin dürfte die Temperatur jedoch noch höher liegen.

Nach Angaben des Nabu Rheinland-Pfalz kann dies zu Hitzestress und Dehydrierung führen. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere. "Es gab seit dem extremen Temperaturanstieg im Juni einen enormen Anstieg bei den Fundtieren. Vergleichbares haben wir in den letzten Jahren noch nicht erlebt", sagt Kerstin Krämer von der Koordinationsstelle. "Die hohe Anzahl der Fundtiere bringt die Fledermauspflegestellen in Rheinland-Pfalz leider auch an ihre Grenzen. Alle Pflegestellen arbeiten ehrenamtlich und haben keine unendlichen Kapazitäten zur Aufnahme", sagt Krämer.



Den Angaben nach betrifft dies vor allem gebäudebewohnende Arten wie Zwerg- und Mückenfledermäuse. Besonders gefährdet sind nach Angaben der Koordinationsstelle auch Jungtiere, die noch nicht flügge sind oder gerade ihre ersten Flugversuche unternehmen. Aber auch erwachsene Tiere könnten durch Dehydrierung so geschwächt sein, dass sie nicht mehr fliegen können. Diese Tiere müssten gesichert, in Pflegestellen versorgt und später wieder ausgewildert werden, so Expertin Krämer. Nicht alle überlebten jedoch die Folgen von Hitze und Flüssigkeitsmangel.

Nach Angaben des Nabu verschärfen auch Trockenheit und Starkregen die Situation. Ausgetrocknete Wasserstellen und eine durch Starkregen verringerte Zahl an Insekten schränkten das Nahrungsangebot der Fledermäuse zusätzlich ein.

Der Nabu empfiehlt, geschwächte oder dehydrierte Fledermäuse nicht sich selbst zu überlassen, sondern Kontakt zu einer Expertin oder einem Experten aufzunehmen. Ansprechpartner nennt die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz auf ihrer Internetseite. Nach Angaben des Nabu können spezielle Fledermauskästen fehlende oder zerstörte natürliche Quartiere nicht ersetzen. Sie könnten aber dazu beitragen, das kleiner werdende Angebot an Quartieren zu verbessern. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Sommerliche Temperaturen in Rheinland-Pfalz ohne Regen in Sicht

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für den Wochenstart in Rheinland-Pfalz sommerliches Wetter, ...

Wetterumschwung in Rheinland-Pfalz: Gewitter klingen ab, Temperaturen sinken

Die Wetterlage in Rheinland-Pfalz stabilisiert sich zunehmend. Doch auch am Wochenende müssen sich die ...

Rheinland-Pfalz pflanzt Vielfalt für widerstandsfähigere Wälder

In den Wäldern von Rheinland-Pfalz wird auf Vielfalt gesetzt, um den Herausforderungen durch Stürme, ...

Landkreistag Rheinland-Pfalz setzt auf Kooperation zur Gesundheitsversorgung

Die Sicherstellung einer umfassenden Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen steht vor großen Herausforderungen. ...

Schockierende Entdeckung: Geköpftes Rehkitz im Hunsrück gefunden

Im beschaulichen Kümbdchen im Hunsrück sorgt ein grausamer Fund für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft ...

Zucker, Schaumwein und Tabak im Visier: Wie neue Steuern Rheinland-Pfalz belasten könnten

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinland-Pfalz äußert Kritik an den geplanten Steuererhöhungen ...

Weitere Artikel


Sieben neue Stolpersteine erinnern in Rheinbrohl

In Rheinbrohl sind sieben weitere Stolpersteine verlegt worden. Sie erinnern an jüdische Bürger, die ...

Sommerliche Temperaturen in Rheinland-Pfalz ohne Regen in Sicht

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für den Wochenstart in Rheinland-Pfalz sommerliches Wetter, ...

Nachtfahrten sicher planen: ACV gibt Tipps gegen Müdigkeit am Steuer

Viele Autofahrer verlegen ihre Urlaubsfahrt in die Abend- oder Nachtstunden, um Staus und Hitze zu vermeiden. ...

Nächtlicher Brand in Waldgebiet bei Neustadt (Wied)

In der Nacht zum Sonntag (19. Juli 2026) entdeckte ein Autofahrer einen Brand in einem Waldstück nahe ...

Brandstiftung in Kleinmaischeid: Parkbank und Pavillon zerstört

In der Nacht auf Sonntag (19. Juli 2026) wurde in Kleinmaischeid ein Feuer entdeckt, das eine Parkbank ...

Zeugensuche nach Unfallflucht auf der L 306 bei Bendorf

Am Samstagabend (18. Juli 2026) ereignete sich auf der L 306 zwischen Bendorf-Sayn und Bendorf-Stromberg ...

Werbung