Pressemitteilung vom 19.07.2026 
Hitze setzt Fledermäusen in Rheinland-Pfalz stark zu
Die anhaltenden Hitzewellen und Extremwetterereignisse in Rheinland-Pfalz haben erhebliche Auswirkungen auf die Fledermauspopulation. Experten warnen vor den Folgen für die Tiere, deren Quartiere sich gefährlich aufheizen können.
Mainz. Hitzewellen und häufigere Extremwetterereignisse setzen nach Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) Rheinland-Pfalz Fledermäusen zunehmend zu. Vor allem gebäudebewohnende Arten leiden unter überhitzten Quartieren. Viele Fledermausarten nutzen im Sommer Spalten an Fassaden oder unter Dachverkleidungen als Quartiere, wie die Naturschützer informieren. Dort sind sie auf ein möglichst stabiles Mikroklima angewiesen. Während längerer Hitzewellen können sich diese Rückzugsorte jedoch stark aufheizen. Die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz verweist darauf, dass sich Schwalben- oder Mauerseglernester bei 38 Grad Außentemperatur auf bis zu 60 Grad aufheizen. Für Fledermausquartiere gebe es zwar keine Messungen, aufgrund der Bauweise der engen Spaltenquartiere und der vielen Tiere darin dürfte die Temperatur jedoch noch höher liegen.
Nach Angaben des Nabu Rheinland-Pfalz kann dies zu Hitzestress und Dehydrierung führen. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere. "Es gab seit dem extremen Temperaturanstieg im Juni einen enormen Anstieg bei den Fundtieren. Vergleichbares haben wir in den letzten Jahren noch nicht erlebt", sagt Kerstin Krämer von der Koordinationsstelle. "Die hohe Anzahl der Fundtiere bringt die Fledermauspflegestellen in Rheinland-Pfalz leider auch an ihre Grenzen. Alle Pflegestellen arbeiten ehrenamtlich und haben keine unendlichen Kapazitäten zur Aufnahme", sagt Krämer.
Den Angaben nach betrifft dies vor allem gebäudebewohnende Arten wie Zwerg- und Mückenfledermäuse. Besonders gefährdet sind nach Angaben der Koordinationsstelle auch Jungtiere, die noch nicht flügge sind oder gerade ihre ersten Flugversuche unternehmen. Aber auch erwachsene Tiere könnten durch Dehydrierung so geschwächt sein, dass sie nicht mehr fliegen können. Diese Tiere müssten gesichert, in Pflegestellen versorgt und später wieder ausgewildert werden, so Expertin Krämer. Nicht alle überlebten jedoch die Folgen von Hitze und Flüssigkeitsmangel.
Nach Angaben des Nabu verschärfen auch Trockenheit und Starkregen die Situation. Ausgetrocknete Wasserstellen und eine durch Starkregen verringerte Zahl an Insekten schränkten das Nahrungsangebot der Fledermäuse zusätzlich ein.
Der Nabu empfiehlt, geschwächte oder dehydrierte Fledermäuse nicht sich selbst zu überlassen, sondern Kontakt zu einer Expertin oder einem Experten aufzunehmen. Ansprechpartner nennt die Koordinationsstelle Fledermausschutz Rheinland-Pfalz auf ihrer Internetseite. Nach Angaben des Nabu können spezielle Fledermauskästen fehlende oder zerstörte natürliche Quartiere nicht ersetzen. Sie könnten aber dazu beitragen, das kleiner werdende Angebot an Quartieren zu verbessern. (dpa/bearbeitet durch Red)
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