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Pressemitteilung vom 14.07.2026    

Richard Wester beendet erste StadtStrünzer-Residenz in Linz

Zehn Tage lang wurde das historische Rheintor in Linz zum Wohnort, Arbeitsraum und musikalischen Treffpunkt. Der Saxophonist und Komponist Richard Wester war dort als erster StadtStrünzer tätig. Seine Residenz brachte neue Kompositionen, Begegnungen und ein Konzertprojekt hervor.

Richard Wester gemeinsam mit den Sängerinnen der Chorallen und Schülerinnen des MGL, begleitet von Florian Dehms an der Gitarre und Svetlana Winekes an der Orgel. (Foto: Tobias Lehmann)

Linz am Rhein. Richard Wester hat seine Residenz als erster StadtStrünzer der Stadt Linz am Rhein abgeschlossen. Vom 1. bis zum 10. Juli 2026 lebte und arbeitete der gebürtige Linzer Saxophonist und Komponist im historischen Rheintor. Das Gebäude am Burgplatz wurde in dieser Zeit zu seinem Wohnort, Tonstudio, Probenraum und Ort für musikalische Ideen.

Während der zehn Tage setzte sich Wester intensiv mit seiner Heimatstadt auseinander. Er komponierte, traf Menschen aus Linz und verarbeitete Erinnerungen sowie aktuelle Eindrücke in neuen musikalischen Stücken. Insgesamt entstanden sechs erste Kompositionen. Einige davon sollen bei seinem Konzert am Freitag, 18. September 2026, in der Stadthalle zu hören sein.

Neues Residenzprogramm für Linz
Mit dem StadtStrünzer hat die Stadt Linz ein eigenes Artist-in-Residence-Programm geschaffen. Es ermöglicht Kunstschaffenden, für eine begrenzte Zeit im Rheintor zu wohnen und zu arbeiten. Während ihres Aufenthalts sollen sie sich mit der Stadt, ihrer Geschichte und den Menschen vor Ort beschäftigen. Die künstlerischen Eindrücke sollen anschließend in die jeweilige Arbeit einfließen.

Der Name StadtStrünzer greift die liebevolle Bezeichnung für die Menschen aus Linz auf. Richard Wester war der erste Künstler, der die neue Residenz nutzte. Am 1. Juli ernannte Stadtbürgermeister Helmut Muthers ihn im Ratssaal des Historischen Rathauses offiziell zum ersten StadtStrünzer. Wester erhielt eine Ernennungsurkunde und den symbolischen Schlüssel zum Rheintor. Gemeinsam mit den Gästen ging es anschließend zur neuen Wohn- und Arbeitsstätte am Burgplatz.

Für Wester bedeutete der Aufenthalt zugleich eine Rückkehr an den Ort seiner Kindheit und Jugend. Das Rheintor war ihm seit vielen Jahren bekannt, allerdings hatte er es zuvor nur von außen gesehen. In einem der Atelierräume richtete er sich einen Arbeitsplatz für seine Musik ein. Besonders die Akustik und der Klang der historischen Räume beeindruckten ihn.

Rheintor wurde durch Ehrenamt vorbereitet
Die Künstlerresidenz entstand durch den Einsatz des siebenköpfigen Rheintor-Teams. Die Mitglieder renovierten die Räume des historischen Gebäudes über Jahre hinweg ehrenamtlich. So entstand ein Ort zum Wohnen, Arbeiten und Begegnen für Kunstschaffende.

Mit Richard Wester zog erstmals ein Künstler in die neue Residenz ein. Während seines Aufenthalts erfüllten Musik und Proben die Räume des Rheintors. Täglich arbeitete Wester mehrere Stunden an neuen Ideen. Dabei entstanden Stücke, die persönliche Erinnerungen, Begegnungen und Eindrücke aus Linz verbinden.

Wester fühlte sich nach eigenen Angaben im Rheintor sehr wohl und hätte seinen Aufenthalt am liebsten um mehrere Monate verlängert. Die Residenz zeigte damit bereits beim ersten Durchgang, welche Möglichkeiten das historische Gebäude für künstlerische Arbeit und Begegnungen bietet.

Musik und Gespräche mit Menschen aus Linz
Ein wesentlicher Teil des Projekts war der Austausch mit den Menschen in Linz. Am 3. Juli besuchte Richard Wester die Kindertagesstätte Strünzer Pänz und musizierte gemeinsam mit den Kindern. Am Abend stellte er sich bei einem öffentlichen Talk im Katharinenhof vor.



Wolfgang Latz moderierte die Veranstaltung. Wester berichtete dort über seine Jugend in Linz und seinen beruflichen Weg. Er hatte zunächst Chemie studiert und als Journalist gearbeitet, bevor er Berufsmusiker wurde. Beim StadtStrünzer-Frühstück am folgenden Tag im Café Reinartz standen persönliche Gespräche und Begegnungen im Mittelpunkt.

Der musikalische Höhepunkt der Residenz folgte am 5. Juli in der Kirche St. Martin. Das Improvisationskonzert "Saxophone, Stimmen, Orgel, Licht" war bis auf den letzten Platz besucht. Gemeinsam mit Musikern und Sängern aus Linz verband Wester Saxophon und Flöte mit Orgel, Stimmen, Gitarre und Licht.

Die Klänge reichten von kraftvollen bis zu meditativen Passagen. Zusammen mit der Atmosphäre der Kirche entstand ein Gemeinschaftserlebnis, das den Austausch zwischen dem StadtStrünzer und den Menschen vor Ort musikalisch aufgriff.

Einblicke in die Arbeit im Rheintor
Am 8. Juli öffnete Wester beim Pressetermin "Der StadtStrünzer bei der Arbeit" die Türen des Rheintors. Medienvertreter erhielten Einblicke in seine Wohn- und Arbeitsräume. Dabei ging es auch um die Entstehung der neuen Kompositionen während des Aufenthalts.

SWR Kultur begleitete das Projekt ebenfalls. Ein Radiobeitrag über den ersten Linzer StadtStrünzer soll in den kommenden Wochen ausgestrahlt werden. Damit erreicht das neue Residenzprogramm auch über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit.

Die erste Residenz endete am Abend des 10. Juli mit einer Abschlussveranstaltung im Ratssaal des Historischen Rathauses. Richard Wester, Vertreter der Stadt und die Gäste blickten auf die Begegnungen, Erlebnisse und musikalischen Momente der vergangenen Tage zurück.

Zum Abschluss trug sich Wester in das neu geschaffene StadtStrünzer-Buch ein. In diesem Buch sollen künftig alle Kunstschaffenden festgehalten werden, die im Rheintor leben, arbeiten und ihre persönliche Sicht auf Linz hinterlassen.

Fortsetzung und Konzert im September
Nach dem ersten Durchgang soll das Projekt im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Gesucht werden zwei weitere StadtStrünzer. Das Rheintor-Team kann sich Kunstschaffende aus unterschiedlichen Bereichen vorstellen. Dazu gehören Musik, Malerei, Literatur oder die Tätigkeit als Stadtschreiber.

Von Richard Wester müssen sich die Menschen in Linz noch nicht endgültig verabschieden. Am Freitag, 18. September 2026, kehrt er für ein großes Konzert in die Stadthalle zurück. Gemeinsam mit seiner Band und musikalischen Gästen präsentiert er unter dem Titel "70/50 … Best of" ein Programm zu seinem 70. Geburtstag und seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum. Auch Kompositionen aus seiner Zeit als StadtStrünzer im Rheintor werden bei diesem Konzert zu hören sein. (PM/bearbeitet durch Red)


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