Pressemitteilung vom 13.07.2026 
GKV-Sparpaket: Existenzbedrohung für Psychotherapie in Deutschland
Die vorläufige Aussetzung der Honorarkürzungen für psychotherapeutische Leistungen wurde vom Landessozialgericht Berlin-Brandenburg als wichtiger Schritt begrüßt. Doch das kürzlich beschlossene GKV-Sparpaket sorgt weiterhin für massive Unsicherheit und Kritik unter den Psychotherapeuten.
Berlin. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und der Verband Psychologischer Psychotherapeut*innen (VPP im BDP) haben die Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 9. Juli 2026, die Kürzungen der Honorare um 4,5 Prozent vorläufig auszusetzen, positiv aufgenommen. Diese Maßnahme wurde als Teilerfolg gewertet, nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gegen die Kürzungen geklagt hatte, die bereits seit April 2026 in Kraft waren. Das Gericht äußerte erhebliche Bedenken an der Methodik des Berechnungsmodells und hat die Kürzungen bis zur endgültigen Entscheidung gestoppt.
Trotz dieses Erfolgs bleibt die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung ungewiss. Am 10. Juli 2026 verabschiedete der Bundestag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG), das unter anderem die Angemessenheitsprüfung der Vergütung für Psychotherapie streicht. Diese Änderung könnte die wirtschaftliche Existenz vieler Praxen gefährden und die Versorgungslage weiter verschlechtern. Dr. Johanna Thünker, Vorsitzende des VPP im BDP, erklärte: "Die Rechnung geht nicht auf. Es wird nicht nur zu einer signifikanten Verschlechterung der psychotherapeutischen Versorgung kommen, sondern volkswirtschaftlich betrachtet den Staat, und damit die Bevölkerung, deutlich mehr kosten als eingespart wird."
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Der Verband kritisiert, dass das Sparpaket unverhältnismäßig stark bei den Psychotherapeuten ansetzt, obwohl diese nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten der gesetzlichen Krankenversicherung ausmachen. Die Regierung wird aufgefordert, Regelungen für die Absicherung bereits begonnener Therapien sowie die extrabudgetäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu finden. PM/Red
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