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Nachricht vom 11.07.2026    

Nicole nörgelt...über die Abschaffung der Minijobs

Von Nicole

KOLUMNE | Da ist sie wieder – die weltfremde Ansicht der Politik über das Leben des steuerzahlenden Bürgers. Da wird gefordert, dass in diesem Land mehr gearbeitet werden muss. Aber gleichzeitig werden die Hürden für Wirtschaft, Schüler, Studenten und andere wieder höher gelegt.

(Symbolfoto)

KOLUMNE! Was passiert denn, wenn der Minijob abgeschafft wird? Wie sollen sich denn Schüler und Studenten in ihren Ferien noch Geld verdienen, wenn es die Möglichkeit der pauschalen Abgabe auf den Lohn im Minijob nicht mehr gibt? Kaum eine Eisdiele, ein Kiosk oder ein kleiner Betrieb wird sich noch Minijobber leisten können, wenn die Sozialabgaben in vollem Umfang anfallen. Sozialabgaben, die Betriebe und Arbeitnehmer ja schon bei Vollzeitbeschäftigung bis an den Rand des Erträglichen belasten.

Vielleicht sollten sich unsere Politiker mal einen Moment Zeit nehmen und darüber nachdenken, wer die Leute sind, die in diesem Land die Minijobs machen.

Da haben wir zum einen die Schüler und Studenten in ihren Ferien, die das Geld einfach brauchen, um sich Wünsche zu finanzieren und im Falle von Studenten, ihren Lebensunterhalt zu sichern, wenn das Elternhaus die finanziellen Mittel für die Ausbildung nicht aufbringen kann.

Dann sind da die zahlreichen Rentner, die entweder das Geld schlichtweg brauchen, weil ihre Rente nicht reicht, oder aber auch die Rentner, die sich über das Rentenalter hinaus noch gut genug fühlen, um sich mit einem Minijob in die Gesellschaft einzubringen. Und warum bitte sollen Menschen in die Rentenkasse einzahlen, die sich bereits nach jahrzehntelangem Einzahlen im Rentenbezug befinden? Außerdem forderte die Politik noch vor nicht allzu langer Zeit, dass Rentner über das Rentenalter hinaus arbeiten sollen, um dem massiven Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Und dann sind da auch noch die zahlreichen fleißigen Steuerzahler, die einen solchen Minijob neben ihrem sozialversicherten Job machen, um sich zum Beispiel als Rettungsschwimmer oder Nachhilfelehrer und in vielen anderen Bereichen in die Gesellschaft einbringen zu können. Wenn diese Minijobs wegfallen, werden Schwimmbäder, Kioske, Eisdielen, Restaurants, Betriebe und auch der Rettungsdienst in echte Schwierigkeiten kommen. Denn all diese Arbeitgeber sind auf die Minijobber angewiesen, um ihren Betrieb am Laufen halten zu können. Und ich wage zu bezweifeln, dass nur einer unserer Politiker sich dann künftig bei Personalausfall auf den Rettungswagen setzt, am Rand des Schwimmerbeckens in der vollen Sonne steht oder den Gästen in der Eisdiele oder dem Restaurant die Getränke serviert. Liebe Politiker, strafen Sie mich gerne Lügen, aber ich denke, Sie brauchen das Geld ja auch nicht …



Es gibt nur eine einzige Gruppe, für die eine Abschaffung des Minijobs gerechtfertigt ist, und das ist die Gruppe der Menschen, die Sozialleistungen – jetzt Grundsicherung – beziehen und ihr Geld so sozialversicherungsfrei aufbessern. Wer keinen sozialversicherungspflichtigen Job hat und nicht zur Gruppe der Schüler, Studenten oder Rentner gehört, der darf keinen Minijob machen. Der muss zur sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit gezwungen werden, denn wer im Minijob arbeiten kann, der kann auch eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitstelle annehmen.

Außerdem ist es doch gar nicht so, dass dieser Staat nicht genug Steuereinnahmen und Sozialabgaben hat, es ist doch vielmehr so, dass erstens dieser Staat ein massives Ausgabenproblem hat (insbesondere die horrenden Kosten für die Verwaltungen) und zweitens die arbeitenden Leute zu viele Nicht-Einzahler mitfinanzieren müssen.

In diesem Sinne, liebe Politiker, denken Sie bitte einmal in Ruhe nach, bevor wieder in blindem Aktionismus irgendetwas beschlossen wird, das dann der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung um die Ohren fliegt. Und vielleicht erinnern Sie sich auch einmal daran, dass nicht die steuerzahlende Bevölkerung Ihre Angestellten sind, sondern eher umgekehrt.

Ihre Nicole

Was ist eine satirische Kolumne?
Die satirische Kolumne ist ein regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag, der unter einem festen Namen und mit einer unverwechselbaren, persönlichen Handschrift wechselnde – meist aktuelle – Themen aufgreift. Sie gibt ausdrücklich die subjektive, oft satirisch zugespitzte Sicht der Autorin wieder und erhebt bewusst keinen Anspruch auf ausgewogene Berichterstattung. "Nicole" ist dabei eine fiktive Kunstfigur, durch die gesellschaftliche Themen pointiert kommentiert werden.


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
Lokales: Puderbach & Umgebung
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