Liebe alla Woody bezauberte Neuwied-Rommersdorf
Von Helmi Tischler-Venter
Boris Weber, Leiter der Freien Bühne Neuwied, ist seit Jahren als Garant für gute Unterhaltung für die Eröffnungsveranstaltung der Rommersdorf-Festspiele zuständig. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, aber am Starttag, dem 19. Juni, machte ein Gewitter die Aufführung zunichte. Am Ersatztermin 8. Juli waren die Bedingungen für „Liebe alla Woody“ hervorragend.
Neuwied. Diese Komödie mit Musik und vielen turbulenten Szenen hatte Boris Weber als Anreißer für die Festspielsaison 2026 kreiert. In dem Vier-Personen-Stück verbindet die Protagonisten Steve, gespielt von Boris Weber, und George, verkörpert durch den Koblenzer Schauspieler Nikolas Knauf, eine doppelte Liebe: seit Jahren die zu Woody-Allen-Filmen und seit Neuestem die zu Sängerin Babs/Helen alias Musicalsängerin Jule Menzel-King. Webers Tochter Ella tritt ständig als Bedienung auf.
Sobald Steve die junge Babs im Café Bohémia sieht und singen hört, ruft er seinen Freund George jubelnd an: „Ich habe gerade meine zukünftige Frau kennengelernt!“ Das Problem ist, dass George mit der Frau, die er unter dem Namen Helen kennt, bereits vor drei Wochen intim war. Das treibt Steve ins Unglück, aber er will seine Angebetete nicht kampflos abgeben. Um die Frage zu klären, wer von den beiden Film-Fans sie bekommt, denken sie sich einen Deal aus: Jeder lädt sie auf ein Date ein, aber keiner schläft mit ihr.
Babs findet Steve ganz nett, weil er so anders ist. Allerdings nerven und verunsichern seine ständigen Woody-Zitate. Er verspricht: „Morgen Abend kein Woody.“
Babs verabredet sich telefonisch mit beiden Verehrern zur selben Zeit am selben Ort. Die Konkurrenten merken das und wollen das Spiel mitspielen, doch Steve redet sich um Kopf und Kragen: „Frauen altern anders als Männer. In zwei Jahren siehst du aus wie meine Mutter.“ Mit der Ausrede, das habe Woody Allen in einem Film gesagt, bricht er sein Versprechen und vertreibt Babs. Doch Steve erhält eine zweite Chance. Er geht mit Babs zu sich nach Hause. Dort wird es besonders turbulent, weil George die Zweisamkeit des Pärchens penetrant stört.
Außer verworrenen, lustigen Szenen lernten die Zuschauer zahlreiche Filmtitel und bissige Zitate von Woody Allen kennen und erlebten großartigen Gesang von Jule Menzel-King. Die Plätze im Englischen Garten waren ausverkauft, da die zahlreichen Boris Weber-Fans gern wiederkamen, zumal das Wetter am Mittwochabend ideal war.
Vom 16. bis 20. August wird die Freie Bühne Neuwied im Kreuzgang Rommersdorf ihr Sommertheater „Best-off Reiner“ spielen und vom 27. bis 31. Dezember im JUSCH Schlosstheater Neuwied die Komödie „Liebe alla Woody“. htv
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