Pressemitteilung vom 02.07.2026 
US-General Donahue verlässt Europa - Nato bleibt stark
General Christopher Donahue, der Kommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika, gibt seinen Posten in Wiesbaden vorzeitig auf. Trotz seines Abgangs betont er die Stärke und Verantwortung der europäischen Verbündeten innerhalb der Nato.
Wiesbaden. General Christopher Donahue, der Befehlshaber der US-Heereskräfte in Europa und Afrika, scheidet nach nur 18 Monaten aus dem Amt. Er wird das Kommando in Wiesbaden an seinen Stellvertreter Christopher R. Norrie übergeben, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Die Zeremonie war für Donnerstag geplant. Donahue, 56 Jahre alt, ist hoch angesehen und war der letzte US-Soldat, der Afghanistan 2021 verließ. Sein Abgang reiht sich in eine Serie von Personalwechseln ein, die vom US-Verteidigungsminister Pete Hegseth veranlasst wurden, teils ohne klare Begründung.
Donahues letzter öffentlicher Auftritt fand in Estland statt, wo er die europäischen Partner lobte. "Ich muss hier niemandem sagen, dass Europa mehr Verantwortung trägt als jemals zuvor in den letzten 35 Jahren. Für mich ist klar, dass Ihr bereit seid, mehr zu tun und euren Worten Taten folgen zu lassen, und die Vereinigten Staaten werden euch dabei zur Seite stehen", sagte er. Eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Ankara betonte er: "Die Nato ist heute stärker als je zuvor." Dies steht im Gegensatz zu früherer Kritik von US-Präsident Donald Trump.
Der Personalwechsel wird als Teil von Hegseths Umstrukturierung der militärischen Führung gesehen, wobei Donahues Posten herabgestuft wurde. Bemühungen, ihn auf andere Spitzenposten zu versetzen, wurden blockiert. Donahue galt als einer der angesehensten Generäle des US-Heeres. Seit Hegseths Amtsantritt wurden viele Spitzenmilitärs entlassen oder zum Rückzug gedrängt, oft ohne offizielle Begründung.
Donahue hatte 2023 öffentlich republikanischen Vorwürfen widersprochen, dass das US-Militär von einer "woken" Ideologie geprägt sei. Ob dies seine Entlassung beeinflusste, bleibt unklar. Hegseth hat den Kampf gegen "woke" Strukturen im Militär zu einem zentralen Anliegen gemacht. Zudem zog sich Donahue den Unmut Hegseths zu, weil er als Symbol des chaotischen Abzugs aus Afghanistan 2021 gilt. Ein grünstichiges Nachtsicht-Foto zeigt Donahue als letzten US-Soldaten, der Afghanistan verließ. Der damalige Kommandeur der 82. Luftlandedivision stieg auf dem Flughafen in Kabul in ein Transportflugzeug, das kurz vor Mitternacht Ortszeit abhob.
Donahue war in Afghanistan unter anderem als Kommandeur der Spezialkräfte tätig und absolvierte 17 Auslandseinsätze in verschiedenen Konfliktgebieten. Im US-Verteidigungsministerium war er stellvertretender Direktor für Spezialkräfte-Operationen und Terrorismusbekämpfung. Er schloss 1992 die Militärakademie Westpoint ab.
In Estland forderte Donahue die europäischen Verbündeten auf, sich auf die Schlagkraft der Landstreitkräfte zu konzentrieren. "Der Charakter des Krieges hat sich gewandelt. Die Ukraine hat uns gezeigt, wie Tempo und die Fähigkeit zum Aufwuchs und Echtzeitdaten nun denjenigen einen Vorteil verschaffen, die wissen, wie man dies nutzt", erklärte er. Abschreckung werde nicht durch Worte, sondern durch "Stiefel im Schlamm" geschaffen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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