Pressemitteilung vom 01.07.2026 
Generalsanierung der Rheinstrecke: Bauarbeiten und Umleitungen im Fokus
Die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. informiert über die Ergebnisse einer Sondersitzung des Beirates "Leiseres Mittelrheintal". Im Mittelpunkt stehen die umfassenden Sanierungspläne für die rechte Rheinstrecke zwischen Unkel und Wiesbaden.
Kamp-Bornhofen. Am 29. Juni 2026 fand in Neuwied-Engers eine Sondersitzung des Beirates "Leiseres Mittelrheintal" statt, bei der die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. über die geplante Generalsanierung der Rheinstrecke informierte. Die Arbeiten sollen am 10. Juli beginnen und bis zum 12. Dezember 2026 abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird die Strecke in fünf Bauabschnitte unterteilt, um das umfangreiche Bauprogramm effizient umzusetzen. Etwa 2.000 Baukräfte werden entlang der Strecke tätig sein.
Im Rahmen der Sanierung werden zentrale Teile der Eisenbahninfrastruktur erneuert, darunter Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und die Stellwerkstechnik. Zusätzlich ist geplant, die Bahnhofsinfrastruktur zu modernisieren - insgesamt 32 Stationen sollen barrierefrei ausgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Lärmschutz. Zwischen Unkel und Eltville entstehen rund 19 Kilometer zusätzliche Schallschutzwände. Die bestehenden 19 Lärmmessstationen des Eisenbahn-Bundesamtes bleiben erhalten und überwachen weiterhin einen großen Teil des Schienengüterverkehrs im Mittelrheintal. Obwohl der Schienengüterverkehr seit 2019 leiser geworden ist, werden immer noch Lärmspitzen über 70 Dezibel erreicht, was insbesondere in den Nachtstunden belastend für die Anwohner bleibt.
Während der Bauzeit werden täglich durchschnittlich 177 Güterzüge über großräumige Umleitungsstrecken geleitet. Der Ersatzverkehr erfolgt mit 160 modernen Bussen, ausgestattet mit Klimaanlage, WLAN, USB-Ladeanschlüssen und digitalen Fahrgastinformationen.
Nach der Sitzung wurde eine Baustellenbegehung durchgeführt, bei der der Neubau einer Bahnunterführung vorgestellt wurde. Das bestehende Bauwerk wird vollständig ersetzt und durch eine neue Unterführung mit zwei Fahrspuren sowie getrennten Geh- und Radwegen ergänzt, was die lokale Verkehrssituation verbessern soll.
Die Bürgerinitiative begrüßt die Investitionen in die Infrastruktur und die zusätzlichen Maßnahmen zum Lärmschutz, betont jedoch, dass die Belastung durch den Schienengüterverkehr trotz technischer Verbesserungen hoch bleibt. Sie wird sich weiterhin für nachhaltige Lösungen einsetzen, um das Mittelrheintal langfristig vom Bahnlärm zu entlasten. PM/Red
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