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Nachricht vom 31.07.2012    

Sommerpause: Arbeitslosenzahlen in der Region steigen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Juli gestiegen. Angeblich ist dies saisonbedingt. Allerdings liegen die Arbeitslosenzahlen seit geraumer Zeit über denen des Jahres 2011. Die Agentur für Arbeit in Neuwied legte die neuen Zahlen für die Landkreise Altenkirchen und Neuwied vor. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent.

Foto: AA

Neuwied/Altenkirchen. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied steigt Ende Juli an. "Vor allem", betont Agenturleiter Karl-Ernst Starfeld, "ist das auf eine saisonübliche Entwicklung zurückzuführen".

Am Ende ihrer Ausbildungszeit finden viele junge Leute nicht sofort eine Anschlussbeschäftigung, weil viele Betriebe eine Sommerpause einlegen.
„Anfang September treten aber die meisten eine neue Stelle an. Andere beginnen im Oktober mit einem Studium. Bis zum Herbst haben sich die Zahlen dann wieder reguliert", so Starfeld.

Allerdings liegt die Arbeitslosigkeit schon seit einigen Monaten über den Werten des Vorjahres. Das deute auf ein nachhaltiges, aber bislang keinesfalls bedrohliches Stocken des Aufwärtstrends hin, der den Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr beflügelt hatte.

Belegen lässt sich diese Einschätzung an den Zahlen, die die Statistiker der Agentur zum Ende des Monats lieferten. Demnach sind derzeit 9.292 Menschen in den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen arbeitslos gemeldet – 383 mehr als im Juni und 207 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,2 auf 5,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,6 Prozent.

Die deutlichste Steigerung gab es in der Gruppe der 15- bis 20-Jährigen, wo die Arbeitslosigkeit um mehr als 43 Prozent zunahm. Für die Kurzfristigkeit dieses Phänomens spricht auch die Tatsache, dass der Zuwachs an Arbeitslosigkeit sich allein in den Arbeitsagenturen zeigt, wo die Mitglieder der Versichertengemeinschaft nach Sozialgesetzbuch (SGB) III betreut werden, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind.
Bei den Jobcentern, die die Grundsicherung nach SGB II verwalten und für die so genannten Hartz-IV-Empfänger zuständig sind, liegt die Steigerung mit 23 Personen oder 0,4 Prozent deutlich niedriger. Rückläufig ist im Juli auch die Zahl der gemeldeten Stellen. Sie ging binnen eines Monats um 69 und im Vergleich zum Vorjahr um 155 zurück. Insgesamt liegen der Arbeitsagentur Ende Juli 1.250 Stellenangebote vor.




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Die Situation der beiden Landkreise ist, was die kurzfristige saisonale Entwicklung betrifft, miteinander vergleichbar. Während die Arbeitslosigkeit in Neuwied um 237 oder 4,4 Prozent auf 5.618 steigt, klettert sie in Altenkirchen um 146 oder 4,1 Prozent auf 3.674. Anders die langfristige Entwicklung. Im vergangenen Sommer lagen die Werte in Neuwied um 350 oder 6,6 Prozent niedriger, während sie in Altenkirchen um 143 oder 3,7 Prozent höher lagen.

Seinem Ende nähert sich das Ausbildungsjahr: Anfang August oder September starten die meisten Ausbildungsverhältnisse. Noch gibt es in den beiden zum Agenturbezirk gehörenden Landkreisen sowohl Betriebe als auch Jugendliche, die auf der Suche sind. 285 offenen Stellen – 204 im Landkreis Neuwied und 81 im Landkreis Altenkirchen – stehen Ende Juli 606 unversorgte Bewerber gegenüber, von denen 419 aus dem Landkreis Neuwied und 187 aus dem Landkreis Altenkirchen kommen.

Obwohl damit rechnerisch zwei Bewerber auf eine Stelle kommen, bleibt Karl-Ernst Starfeld gelassen. Denn er ist sicher, dass sich die Situation bis zum Oktober reguliert.
„Wenn die Berufsberater nach den Sommerferien bei den jungen Leuten nachfragen, wird sich auch diesmal herausstellen, dass die Wenigsten tatsächlich noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Viele haben einfach vergessen uns mitzuteilen, dass sie entweder schon einen Vertrag haben, lieber doch studieren, weiter zu Schule gehen oder ein Soziales Jahr absolvieren wollen.“

Erfahrungsgemäß sei die Anzahl derer, die tatsächlich „übrig bleiben“, sehr niedrig, betont der Agenturchef. Kontinuierlich gestiegen sei in den letzten Jahren hingegen die Zahl der Ausbildungsstellen, die nicht besetzt werden konnten. Das sei ein Problem, dass sich in Zukunft noch verschärfen könnte, betont Starfeld. „Das ist mittlerweile allerdings auch vielen Betrieben sehr bewusst und wir arbeiten in vielfältigen Projekten mit vereinten Kräften daran, die Situation zu verbessern.“


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