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Nachricht vom 26.06.2026    

Hitzeschutz in Rheinland-Pfalz: Städte rüsten sich gegen den Sommer

Die extreme Sommerhitze stellt insbesondere die dicht bebauten Städte in Rheinland-Pfalz vor große Herausforderungen. Verschiedene Maßnahmen sollen Abhilfe schaffen und die Lebensqualität der Bürger verbessern.

(Foto: Sascha Ditscher/dpa)

Rheinland-Pfalz. Die Menschen in einigen Städten in Rheinland-Pfalz leiden besonders stark unter der Sommerhitze. Laut einem Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) schneiden insbesondere die Großstädte Ludwigshafen und Worms schlecht ab. Auch Bad Kreuznach, Neuwied und Koblenz erhielten schlechte Bewertungen. Ein Hauptproblem sind zu viele versiegelte Flächen und zu wenig Grün, um Temperaturen über 30 Grad erträglich zu machen.

Gewerbeflächen in Ludwigshafen
In Ludwigshafen wird das Problem durch einen hohen Anteil an Industrie- und Gewerbeflächen verstärkt. Diese müssen aus Gründen des Grundwasserschutzes versiegelt werden, was durch das Wasserrecht vorgeschrieben ist. Eine städtische Klimaanalyse zeigt eine deutliche Hitzebelastung in versiegelten und dicht bebauten Innenbereichen, auch in älteren Stadtteilen mit enger Bebauung.

Koblenz fehlt Platz für viel mehr Grün
Koblenz hat ebenfalls mit vielen versiegelten Flächen zu kämpfen. Platzmangel für neue Grünflächen und eine komplexe unterirdische Infrastruktur erschweren die Pflanzung neuer Bäume. Der erforderliche Wohnungsneubau soll vor allem durch Nachverdichtung in der Innenstadt umgesetzt werden, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt.

Worms kritisiert Erhebung und zählt Maßnahmen auf
Worms kritisiert die Erhebungsmethode der DUH und hebt seine Vorreiterrolle im Hitzeschutz hervor. Mit Maßnahmen wie einem Hitzeschutznetzwerk und der HEAL-App, die schattige Fußwege berechnet, will die Stadt die Hitzekompetenz der Bürger fördern. Der Hitzeaktionsplan wird kontinuierlich umgesetzt.

Bäume und Grün in Bad Kreuznach
In Bad Kreuznach spielt neben der geografischen Lage auch die Flächenversiegelung eine Rolle. Die Stadt setzt auf Baumpflanzungen und Entsiegelungen, besonders an Hitzehotspots wie dem Bahnhofsvorplatz und der Nahe-Brücke.



Neuwied setzt auf Baummonitoring
Die Planung der Stadtbäume ist ein Schwerpunkt der Stadt Neuwied. Dabei geht es um die Neuanpflanzung klimaangepasster und zukunftsfähiger Sorten. "Zudem versuchen wir bei Sanierung und Neubau die Baumstandorte an die zukünftigen Bedingungen anzupassen", sagt Stadtsprecher Ulf Steffenfauseweh. Der Wurzelraum solle ausreichend groß sein und die natürliche Wasserversorgung werde verbessert.

Ein in Deutschland seltenes Baummonitoring gehöre auch dazu. "Jeder Baum wird als Polygon (Vieleck) dargestellt, und der Gesundheitszustand jedes Baumes lässt sich mittels Fernerkundungsdaten ableiten." Dieses Monitoring mache deutlich, wo es akuten Handlungsbedarf gebe und sei in Deutschland "fast einzigartig".

Mit rund 16.000 Bäumen sei die Stadt mit ihren etwa 67.000 Einwohnern verhältnismäßig grün. Seit Anfang 2023 hätten 180 Bäume gefällt werden müssen - rund 400 seien dafür gepflanzt worden.

Cooling-Areas in Koblenz
Koblenz hat einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Klimaanpassung erstellt, der Dach- und Fassadenbegrünung sowie kühlende öffentliche Orte umfasst. In der Innenstadt sollen Cooling-Areas, wie Kirchen und Brunnen, für Abkühlung sorgen.

Ludwigshafen setzt auf Bäume, Trinkbrunnen und Entsiegelung
Ludwigshafen setzt auf Entsiegelung und Neubepflanzung. Bauherren müssen befestigte Flächen um mindestens 20 Prozent reduzieren. Trinkbrunnen und schattenspendende Bäume sollen zusätzlich zur Abkühlung beitragen. Die Stadt betont, dass Hitzevorsorge eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, bei der auch Privatpersonen gefordert sind. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Umwelt & Gesundheit  
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