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Pressemitteilung vom 25.06.2026    

Erfolgreiches Demokratie-Projekt an Berufsschulen in Rheinland-Pfalz

Das Projekt "Landtag goes Berufsschule" zieht ein positives Zwischenfazit. Seit 2022 stärkt es das politische Interesse von Schülerinnen und Schülern in Rheinland-Pfalz und fördert eine positive Einstellung zur Demokratie.

(Foto: Hannes P Albert/dpa)

Mainz. Der rheinland-pfälzische Landtag hat mit seinem Projekt "Landtag goes Berufsschule" einen positiven Einfluss auf das politische Bewusstsein junger Menschen erzielt. Eine Auswertung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zeigt, dass das Programm das politische Interesse von Schülerinnen und Schülern stärkt und zu einer positiveren Bewertung der Demokratie führt. Landtagspräsident Matthias Lammert unterstrich die Bedeutung des Projekts: "Wir halten das für ein ganz wichtiges Projekt."

Seit dem Start im Jahr 2022 wurden 16 Berufsbildende Schulen (BBS) in Rheinland-Pfalz über jeweils drei Tage besucht, wobei fast 9.000 Schülerinnen und Schüler erreicht und rund 500 Workshops durchgeführt wurden. Neben den Workshops sind Diskussionsrunden mit Mitgliedern des Parlamentspräsidiums sowie ein Sprayprojekt mit einem Graffiti-Künstler feste Bestandteile der Besuche.

Für die Evaluation befragte die empirische Politikforschung der Universität Mainz Schülerinnen und Schüler der BBS Wissen im Landkreis Altenkirchen, wo der Landtag im Dezember 2022 zu Gast war. Insgesamt wurden mehr als 700 Schülerinnen und Schüler, die an den Workshops teilnahmen, mit denen verglichen, die nicht daran teilnahmen. Zusätzlich wurden knapp 1.700 Schülerinnen und Schüler anderer Berufsschulen im Land einbezogen.



Unterschiedliche Effekte zeigten sich bei den Teilnehmern der Workshops. Sie vertrauten stärker darauf, im politischen System Einfluss nehmen zu können, was grundlegend ist, um politische Prozesse nachvollziehen und sich aktiv in demokratische Prozesse einbringen zu können. Populistische Vorbehalte nahmen ab, während die Offenheit gegenüber verschiedenen Religionsgruppen zunahm. Allerdings ließen sich keine vergleichbaren Wirkungen hinsichtlich anderer sexueller Orientierungen oder Nationalitäten feststellen.

Professor Sascha Huber, Abteilungsleiter der empirischen Politikforschung der JGU, zeigte sich insgesamt positiv überrascht von den Projektergebnissen. Das Programm wird sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch von Lehrerinnen und Lehrern geschätzt und regt dazu an, fremde Perspektiven einzunehmen und eigene Standpunkte kritisch zu hinterfragen.

Berufsschulen stehen seltener im Fokus politischer Bildungsangebote, obwohl dort ein besonderer Bedarf besteht. Bei Besuchen in Berufsschulen wurde deutlich, dass viele junge Menschen wenig Berührungspunkte mit Politik haben. Der Landtag investierte bisher etwa 150.000 Euro in das Programm, das weiter ausgebaut werden soll, um zu zeigen, dass Politik auch für diese jungen Menschen relevant ist. (dpa/bearbeitet durch Red)


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