Zehntklässler erkunden die Herausforderungen der Demokratie
In Koblenz besuchten zwei 10. Klassen die Wanderausstellung "#Challenging Democracy" im Bundesarchiv. Sie setzten sich intensiv mit der Energiepolitik der 1970er Jahre auseinander und zogen Parallelen zu aktuellen Themen.
Koblenz/Dierdorf. Die Schülerinnen und Schüler begannen ihren Besuch mit einer Diskussion über die energiepolitischen Herausforderungen der 1970er Jahre, geprägt durch Ölkrisen und den steigenden Energieverbrauch. Anhand historischer Quellen untersuchten sie die damaligen Argumente für Atomkraft und reflektierten deren Relevanz in der heutigen Zeit, die von Themen wie dem Irankrieg, Versorgungssicherheit und der Energiewende bestimmt wird. Die Jugendlichen erkannten Parallelen: Während die Atomkraft damals als "Brücke" gesehen wurde, diskutiert die Gesellschaft heute über Geschwindigkeit, Technologien und Gerechtigkeit beim Umbau des Energiesystems.
In interaktiven Stationen erforschten die Zehntklässler verschiedene Wege der politischen Teilhabe, wie Bürgerinitiativen und Demonstrationen, und deren Grenzen. Dabei stellten sie sich Fragen nach dem Ende berechtigter Proteste und dem Beginn der Verantwortung. Historische Konflikte, wie die Entführung Hanns Martin Schleyers und der Terror der RAF, verdeutlichten die Bedeutung von Sicherheit und Rechtsstaat. Der NATO-Doppelbeschluss diente als Beispiel dafür, wie Regierung und Gesellschaft unter Druck Entscheidungen treffen müssen und wie Streit und Kompromissfähigkeit die demokratische Stärke belegen können.
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Die Ausstellung spannte schließlich den Bogen zur Gegenwart und thematisierte soziale Gerechtigkeit in Zeiten von Inflation und Klimawandel sowie die Rolle jedes Einzelnen zwischen Hashtags, Fake News und Wahlkabine. Herr Dr. Hohlstein von der Universität Koblenz begleitete die Gruppen fachkundig, sodass die Schülerinnen und Schüler nicht nur historische Dokumente einsehen, sondern auch eine differenzierte Haltung entwickeln konnten.
Am Ende stand die Erkenntnis: Demokratie ist kein Zustand, sondern Arbeit. Wer sie herausfordert, hat die Chance, sie zu stärken - vorausgesetzt, man hört zu, fragt nach und übernimmt Verantwortung. Die Ausstellung im Bundesarchiv Koblenz ist noch bis zum 26. Juni 2026 zu sehen.
Das Projekt wird durch die LEADER-Förderung der Raiffeisen-Region unterstützt und fördert innovative Projekte, die demokratische Werte und Kompetenzen vermitteln und die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger stärken. Red
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