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Nachricht vom 21.06.2026    

Familienfest und Rockkonzert: So feierte die Burgruine Reichenstein ihr Jubiläum

Von Helmi Tischler-Venter

Der Förderverein der Burgruine Reichenstein nahm sein 25-jähriges Bestehen zum Anlass, ein besonderes Festwochenende am 20. und 21. Juni mit einem Konzert am Samstagabend und einem bunten Familienprogramm am Sonntag zu organisieren. Das treffende Motto lautete "Konzert im Schatten der Burg". Rund 300 Besucher kamen zum Konzert des Großmaischeider Classic-Rock-Commandos am Fuße der Burg.

Auftritt der Hip-Hop-Gruppe. Fotos: Wolfgang Tischler und Michael Führer (2)

Puderbach. Für den Förderverein war es die vierte Konzertveranstaltung. Ein Shuttle-Bus verkehrte am Sonntag ab 11.45 Uhr zwischen dem Burggelände und dem Rathaus Puderbach.

Auch am Sonntag, der ab 12 Uhr im Zeichen des Jubiläums stand, waren Schattenplätze begehrt, denn nur hier ließ sich die ungewöhnliche Hitze mit Kaltgetränken genüsslich aushalten. Die freiwilligen Grillmeister nahmen für das Wohlergehen der Gäste einen wahrlich heißen Arbeitsplatz in Kauf.

Bis 16.30 Uhr wurden stündliche Burgführungen angeboten. Für Kinder waren mehrere Spiel- und Werkangebote vorhanden.

Mit mehreren gekonnt dargebotenen Musikstücken beteiligten sich zwölf Jagdhornbläser der Hegeringe Dierdorf und Puderbach am Bühnenprogramm. In den Genuss kamen neben Ehemaligen und Aktiven des Fördervereins der Burg Reichenstein auch Kommunalpolitiker und interessierte Gäste. Über deren Besuch freuten sich Verbandsbürgermeister Sven Schür und Michael Führer, 2. Vorsitzender des Fördervereins. Sie verabschiedeten den pensionierten Verbandsbürgermeister Volker Mendel als 1. Vorsitzenden. Jakob Kessler wurde für den kontinuierlichen Einsatz als „Burgfee“ am Tor mit Vereinskleidung beschenkt.

Aus dem Kindergarten Dernbach kamen niedliche Burgfräulein und Ritter auf die Bühne. Für ihr Tanzlied „Ich bin der Ritter Kunibert“ wurden sie mit Tütchen belohnt.

Wolfgang Kunz, Ehrenvorsitzender und Bürgermeister bei der Vereinsgründung, erläuterte Beweggründe und Ablauf des Fördervereins, beginnend mit der Hartnäckigkeit der Wildkräuter- und Wanderführerin Rosita Sell, die die durch Fichten verdeckte Burgruine als Kulturgut erhalten wollte. Mit dem Eigentümer Stawitz wurde 2001 eine Nutzungsvereinbarung getroffen. 2006 wurde die Ruine von der Verbandsgemeinde Puderbach erworben. Seitdem kümmert sich der Förderverein Burgruine Reichenstein e.V. um den Erhalt und die Sicherung der Anlage. Mit großem Engagement wurde das Gelände schrittweise freigelegt, eine Eingangshütte und Sanitärgebäude errichtet, Wege angelegt, Zaunanlagen gebaut und Informationstafeln installiert. Das Geld dafür kam von dem Land Rheinland-Pfalz, Spendern aus dem Gewerbebereich und von Privatpersonen. Inzwischen stimmt die Infrastruktur, aber es besteht noch kostenintensiver Renovierungsbedarf.



Daher wurden Veranstaltungen zur Erhaltung der Burg etabliert: Alle zwei Jahre findet ein Burgfest mit Mittelaltermarkt statt, mit Leader-Förderung wird zweijährlich ein Konzert im Schatten der Burg veranstaltet, seit 2005 gibt es einen Weihnachtscountdown mit festlicher Beleuchtung und regelmäßige offene Sonntage. Daher freut sich der Förderverein über den Besuch der Veranstaltungen genauso wie über neue Mitglieder oder Spenden für den Erhalt des Wahrzeichens des Puderbacher Landes. Es liegen bereits Pläne für die weitere Gestaltung vor.

Die Hip-Hop-Gruppe Daufenbach brachte das Publikum mit ihren Tanzauftritten zum Staunen. Die Truppe wird trainiert von den beiden Weltmeisterinnen Miah Bein und Maggie Dückmann. Der Erste Kreisbeigeordnete Philipp Rasbach machte den engagierten Fördervereinsmitgliedern, die viel Herzblut in ihre Arbeit gesteckt haben, Mut, trotz einer Finanzierungsablehnung des Landes, das Kulturgut Burg Reichenstein weiterhin für die Nachwelt zu erhalten.

Rosita Sell hatte die 660 Kilometer weite Reise von der Ostsee (ihrem derzeitigen Wohnort) nach Puderbach unternommen, um dem Förderverein zu gratulieren und nach ihrem „Baby“ zu schauen.

Am Sonntagnachmittag spielte das Gitarrenduo „Random“ auf der Bühne. htv


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
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