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Pressemitteilung vom 21.06.2026    

Lebensgefährliche Strömungen: Drei Schwimmer im Rhein vermisst

Baden im Rhein birgt erhebliche Gefahren, dennoch zieht es immer wieder Menschen in den Fluss. In Südhessen werden aktuell drei Schwimmer vermisst, was die tödlichen Risiken des Rheins erneut ins Bewusstsein rückt.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Biblis. Tragödie am Rhein: Nach zwei Badeunfällen am Samstagabend nahe Biblis in Südhessen gelten drei Menschen als vermisst. Trotz intensiver Suchaktionen blieben die Bemühungen erfolglos - ihre Überlebenschancen sind gering. "Wir müssen von dem Schlimmsten ausgehen", erklärte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Suchmaßnahmen waren vorerst nicht vorgesehen. Die Gefahren des Rheins werden oft unterschätzt, weshalb einige Städte entlang des Flusses bereits Badeverbote erlassen haben.

Suche per Boot und Helikopter
Am Samstagabend kurz nach 18.00 Uhr meldete die Familie eines 50-Jährigen ihren Angehörigen als vermisst, nachdem dieser zweieinhalb Stunden zuvor zum Schwimmen in den Rhein gegangen war und nicht zurückkehrte. Die Polizei durchkämmte den Fluss mit Booten und Hubschraubern, fand den Mann jedoch nicht. Während der Suche wurden die Beamten gegen 20.15 Uhr von Passanten auf einen weiteren Vorfall hingewiesen: Zwei Nichtschwimmer im Alter von 23 und 27 Jahren waren auf Höhe der sogenannten Nato-Rampe untergegangen. Feuerwehr, Rettungsdienste und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) suchten vergeblich nach ihnen. Zeugen des Unglücks erhielten Unterstützung durch Notfallseelsorger.

Rhein besonders große Herausforderung für Suchtrupps
Eine Polizeisprecherin äußerte am Sonntagnachmittag, dass die Vermissten möglicherweise von der starken Strömung abgetrieben wurden. Der Rhein stellt aufgrund seiner Länge eine besondere Herausforderung dar, da der Suchradius schnell wächst und die Chancen auf Erfolg sinken.

Warum das Baden im Rhein gefährlich ist
Der Rhein zählt zu den gefährlichsten Flüssen Deutschlands, bedingt durch seine tückischen Strömungsverhältnisse. Obwohl die Wasseroberfläche ruhig erscheinen mag, fließt der Rhein mit hoher Geschwindigkeit und kann selbst erfahrene Schwimmer überfordern. Unsichtbare Unterströmungen und Wirbel ziehen Menschen unter Wasser, während das trübe Wasser die Orientierung erschwert. Der dichte Schiffsverkehr erhöht das Risiko zusätzlich, da Sogwirkungen und Heckwellen badende Personen in Gefahr bringen können. Zudem erkennen Schiffsführer Schwimmer oft zu spät oder gar nicht.



Einige Städte haben das Schwimmen im Rhein verboten
In Städten wie Düsseldorf, Köln, Neuss und Duisburg ist das Baden im Rhein mittlerweile untersagt. An der Unglücksstelle und entlang des Rheins in Hessen sowie auf dem gegenüberliegenden Ufer in Rheinland-Pfalz gibt es kein generelles Badeverbot, doch wird dringend vor den Gefahren gewarnt. "Der Rhein ist kein kontrolliertes Schwimmbad, sondern eine schnell fließende, vielbefahrene Wasserstraße", mahnt die DLRG.

Badetote im Jahr 2025 meist Männer im Sommer
Im Jahr 2025 kamen in hessischen Gewässern 19 Menschen ums Leben, in Rheinland-Pfalz waren es 15. Hauptsächlich Männer starben beim Baden oder Schwimmen, die meisten Unfälle ereigneten sich im Sommer.

Ebenfalls am Samstag verschwand ein Schwimmer in einem Weiher bei Altrip in Rheinland-Pfalz. Trotz sofortiger Suchmaßnahmen blieb die Person unauffindbar, teilte die Polizei in Schifferstadt mit. Details zu dem Vermissten wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

DLRG: Nur an bewachten Badestellen schwimmen
Die DLRG warnt vor hohen Temperaturunterschieden, die beim Sprung ins kalte Wasser einen Kreislaufschock auslösen können. Auch Alkohol stellt ein Risiko dar. Generell empfiehlt die Organisation, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen und Kinder besonders im Auge zu behalten.

"Also wenn sie mal rauskommen in den Sog, dann wird's eng", berichtete der 69-jährige Kurt Schmitt, der regelmäßig im Rhein schwimmt. Früher sei es möglich gewesen, auf die andere Rheinseite zu schwimmen, heute sei dies aufgrund der verstärkten Schifffahrt unmöglich. (dpa/bearbeitet durch Red)


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