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Pressemitteilung vom 21.06.2026    

Künstliche Intelligenz im Freibad - Unterstützung mit Grenzen

In Rheinland-Pfalz setzen Schwimmbäder zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Sicherheit zu erhöhen. Die Technik kann jedoch nicht alle Aufgaben der menschlichen Aufsicht übernehmen.

Badegäste sind in einem Freibad. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Mainz/Nieder-Olm. Selbst erfahrene Bademeister und Rettungskräfte können nicht alle Unfälle in Freibädern verhindern, insbesondere bei kleinen Kindern, für die ein kurzer Moment der Unachtsamkeit tragische Folgen haben kann. Daher wird in Rheinland-Pfalz vermehrt KI als Unterstützung eingesetzt. "Gerade Ertrinken geschieht oft leise und unauffällig", erklärt Marco Vogt, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz. "Hier kann Technik als 'zusätzliches Auge' helfen."

Kamerasysteme in Schwimmbädern erkennen auffällige Bewegungen oder reglose Personen und alarmieren das Personal, teilweise über Smartwatches. Die Stärken der KI liegen in der schnellen Mustererkennung und der Entlastung des Personals, was zu einer besseren Reaktionszeit führt. Allerdings weist Vogt auch auf Nachteile hin: mögliche Fehlalarme, technische Ausfälle sowie hohe Kosten und Datenschutzfragen. Zudem betont er: "KI kann nicht retten, reanimieren, beruhigen, entscheiden und Verantwortung übernehmen."

Im Taubertsberg Bad in Mainz wird KI seit letztem Jahr erfolgreich im Nicht-Schwimmerbecken eingesetzt. Auch im Moselbad in Koblenz überwachen Kameras den Badebetrieb mit KI-Unterstützung. Die Verantwortlichen zeigen sich zufrieden, betonen aber, dass KI kein Allheilmittel sei. In der Rheinwelle in Gau-Algesheim ist man zurückhaltender, da rechtliche und datenschutzrechtliche Fragen noch ungeklärt sind.



Im vergangenen Jahr ertranken 15 Menschen in Rheinland-Pfalz beim Baden. Trotz der Aufsichtspflicht der Betreiber liegt die primäre Verantwortung bei den Eltern. Besonders in unübersichtlichen Gewässern wie Seen und Flüssen sind Badeunfälle häufiger. Hier könnte KI bei Sucheinsätzen unterstützen, so Vogt. Die DLRG setzt bereits Sonargeräte zur schnellen Unterwassersuche ein.

Zur Förderung der Schwimmfähigkeit unterstützt das Land Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Während die Zahl der Schwimmabzeichen leicht gestiegen ist, ging die Teilnahme an Schwimmkursen zurück. (dpa/bearbeitet durch Red)


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