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Nachricht vom 09.06.2026    

BASF-Chef warnt vor Ölpreisschock und kritisiert Energiepolitik

Der Chef von BASF, Markus Kamieth, äußert sich besorgt über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Energiemärkte. Besonders der Ölpreis könnte in der zweiten Jahreshälfte einen neuen Preisschock erleben.

BASF-Chef Markus Kamieth. Foto: Uwe Anspach/dpa

Frankfurt/Main. BASF-Chef Markus Kamieth warnt vor einem möglichen Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs. "Bei Öl kommen wir jetzt langsam an den Punkt, wo die Reserven jetzt auch langsam mal verbraucht sind", sagte Kamieth im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Sollte die Straße von Hormus nicht bald öffnen, drohe in der zweiten Jahreshälfte ein weiterer Preisschock bei Öl und raffinierten Produkten. Die gesperrte Straße von Hormus führt zu einem Verlust von rund 20 Prozent beim Öl und bis zu 40 Prozent bei raffinierten Produkten wie Treibstoffen und Chemieprodukten.

Der Krieg im Nahen Osten, der Ende Februar begann, hat die Ölpreise stark steigen lassen, was die Inflation antreibt. Autofahrer spüren dies an den Tankstellen, während Unternehmen höhere Transportkosten tragen müssen. Der Ölpreis hat sich zwar etwas normalisiert, bleibt aber nahe der Marke von 100 Dollar je Barrel Brent-Öl.

Kamieth zeigte sich weniger besorgt über den Gaspreis, der durch Spekulationen steigt. Er sieht Entlastung durch Chinas Umstellung von Gas auf Kohle, sobald der Gaspreis steigt, was den Bedarf in Fernost senkt.



Keine Rückkehr zu russischem Gas
Kamieth kritisierte die Energiepolitik und erteilte einer Rückkehr zu russischem Gas eine Absage. "Deutschland und Europa wird nie ein günstiger Gasstandort sein, weil wir kein eigenes Gas fördern. Das ist auch eine eigene Entscheidung. Wir wollen das als Gesellschaft nicht."

Die Chemiebranche steht laut Kamieth vor ihrer größten Krise seit 25 Jahren. Der Druck auf energieintensive Produktionen wie Ammoniak sei groß, doch er bleibt optimistisch für die Zukunft der Branche in Europa.

BASF will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. Kürzlich kündigte das Unternehmen an, die Fixkosten um bis zu 20 Prozent zu senken, was weiteren Jobabbau mit sich bringt. Teile des Unternehmens, wie das Lack-Geschäft, gehen an den US-Finanzinvestor Carlyle, und die Agrarsparte soll an die Börse gehen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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