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Pressemitteilung vom 05.06.2026    

Streit um Barrierefreiheit: Bahnsteig am Bahnhof Engers im Fokus

In Neuwied sorgt der geplante Umbau des Bahnhofs Engers für Diskussionen. Trotz angekündigter Investitionen der Deutschen Bahn bleibt die Forderung nach vollständiger Barrierefreiheit bestehen.

Der Bahnsteig am Engers Bahnhof soll auf 55 Zentimeter angehoben werden, für die Fraktionsvorsitzen ist das zu wenig. (Fotos: Jörg Niebergall)

Neuwied-Engers. Die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, BSW, FWG und FDP im Stadtrat von Neuwied setzen sich weiterhin für einen vollständig barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Engers ein. Diese Forderung bleibt bestehen, obwohl die Deutsche Bahn AG auf die einstimmige Resolution des Stadtrats reagiert hat und ihre geplanten Maßnahmen im Rahmen der Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke erläuterte.

21 Zentimeter zu wenig
Die geplanten Investitionen umfassen unter anderem den Einbau von zwei Aufzügen, die Modernisierung der Personenunterführung, neue Bahnsteige, digitale Fahrgastinformationen und einen zusätzlichen Zugang in Richtung Kapellenstraße. Diese Maßnahmen werden von den Fraktionen ausdrücklich begrüßt. Dennoch gibt es Kritik an der Entscheidung, die Bahnsteige lediglich auf eine Höhe von 55 Zentimetern auszubauen. Laut der Deutschen Bahn sei eine Anhebung auf 76 Zentimeter aufgrund des Güterverkehrs nicht möglich.

"Wir erkennen an, dass die Bahn erstmals eine technische Begründung vorgelegt hat. Nachvollziehbar wird die Entscheidung dadurch für uns jedoch nicht", erklären die Fraktionsvorsitzenden Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Härtling (BSW), Lars Ebert (FWG) und Dr. Dietrich Rühle (FDP). Sie verweisen darauf, dass entlang derselben Strecke an mehreren Bahnhöfen Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimetern vorhanden sind oder geschaffen werden.



Auf Unterstützung angewiesen
Eine besondere Herausforderung stellt die Situation für Nutzer der Einrichtungen der Josef-Gesellschaft, der Lebenshilfe und weiterer sozialer Träger im Stadtteil dar. Ortsvorsteher Dieter Neckenig betont: "Das ist ja keine Barrierefreiheit, wenn ich mich als Rollstuhlfahrer 24 Stunden vorher anmelden muss und darauf angewiesen bin, dass im Zug Personal vorhanden ist, das die Rampe bedient."

Trotz der Kritikpunkte begrüßen die Fraktionen die von der Bahn angekündigte Anbindung des Mittelbahnsteigs an die Kapellenstraße. Dies eröffne langfristig die Möglichkeit, den Bahnhof besser zu erschließen und zusätzliche Park-and-Ride-Angebote zu schaffen. An ihrer Kernforderung halten die Fraktionen jedoch fest: "Barrierefreiheit bedeutet selbstständige Mobilität. Dieses Ziel darf am Bahnhof Engers nicht aufgegeben werden." (PM/Red)


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