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Nachricht vom 04.06.2026    

Eichenprozessionsspinner breitet sich im Forstrevier Anhausen aus

Von Förster Frank Krause

In mehreren Gemeinden sind zuletzt auffällige Gespinste in frei stehenden Eichen entdeckt worden. Dahinter steckt ein Insekt, das für Bäume meist nur begrenzte Folgen hat, für Menschen aber zum ernsten Problem werden kann. Vor allem seine feinen Raupenhaare bergen Risiken.

(alle Fotos: Frank Krause / Forstzweckverband Rengsdorf - Forstrevier Anhausen)

Anhausen. In den letzten Tagen wurden in verschiedenen Gemeinden auffällige Gespinste in frei stehenden Eichen gemeldet. Das Forstrevier Anhausen informiert deshalb über den Eichenprozessionsspinner. Dabei handelt es sich um einen unauffälligen Nachtschmetterling, der an verschiedenen Eichenarten vorkommt. Als Forstschädling gilt er als eher unbedeutend, weil sich das wärmeliebende Insekt in dieser Region am Rand seines klimatischen Optimalbereichs befindet. Die Raupen können zwar einen Kahlfraß der Blätter verursachen, diesen verkraften die Bäume in der Regel jedoch. Die wärmere und trockenere Witterung der vergangenen Jahre hat allerdings dazu geführt, dass sich das Vorkommen deutlich ausgeweitet hat.

Gefahr geht von den Raupenhaaren aus
Zum eigentlichen Problem wird der Eichenprozessionsspinner durch die Brennhaare seiner Raupen. Nach der dritten Häutung besitzen die dann etwa 2 cm langen Tiere Haare, die bei Berührung leicht brechen. Dabei wird ein hochallergenes Eiweiß freigesetzt. Mit jeder weiteren Häutung bleiben alte behaarte Larvenhüllen zurück. Diese Haare können durch den Wind weit verweht werden. Sie sammeln sich außerdem im Geäst und am Boden an und können von dort jederzeit wieder aufgewirbelt werden.

Gelangen die Haare auf die Haut oder auf Schleimhäute, bleiben sie durch ihre Widerhaken leicht haften. Im günstigsten Fall kommt es nur zu Hautrötungen. Im schlimmsten Fall kann ein lebensgefährliches Kreislaufversagen ausgelöst werden. Besonders stark fallen die Reaktionen an Schleimhäuten und in den Augen aus. Entzündungen sind dort häufig die Folge.



Problem vor allem in Siedlungsnähe
Weil die Raupen bevorzugt frei oder sonnig stehende Bäume befallen, ist der hygienische Aspekt besonders brisant. Solche Bäume stehen häufig an Waldrändern in Siedlungsnähe, in Parks oder mitten in Ortschaften. Damit gelangen die gefährlichen Haare direkt in die Nähe der Bevölkerung. Hinzu kommt, dass die Belastung nicht nur auf die relativ kurze Zeit der Raupenaktivität begrenzt ist. Die Haare reichern sich vielmehr wie ein Giftstoff über Monate und Jahre hinweg im Gelände an. Ihre allergene Wirkung bleibt erhalten und kann dadurch ganzjährig Probleme verursachen.

Behandlung nur durch Spezialisten
Bäume im Ortsbereich und an Erholungsschwerpunkten werden in der Regel durch Spezialisten behandelt. Dabei saugen Fachkräfte die Raupen und Gespinste mit Spezialstaubsaugern ab. Anschließend werden die Reste am Baum verklebt. Diese Maßnahmen sind nach Angaben des Forstreviers extrem teuer.


Lokales: Rengsdorf & Umgebung
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