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Pressemitteilung vom 04.06.2026    

Spannende Suche nach Koblenz-Meteoriten: Forscher hoffen auf 20 Gramm für wissenschaftliche Klassifizierung

Drei Monate nach dem spektakulären Meteoriteneinschlag in Koblenz-Güls arbeiten Wissenschaftler daran, Zugang zu den größeren Fragmenten des Himmelskörpers zu erhalten. Die Hauptmasse bleibt jedoch verschollen und stellt ein Problem für die offizielle wissenschaftliche Klassifizierung dar.

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Koblenz. Am 8. März 2026 erhellte ein Feuerball den Abendhimmel über Westeuropa, bevor ein Meteorit das Dach eines Wohnhauses in Koblenz-Güls durchschlug und in ein Schlafzimmer krachte. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Solche Ereignisse werden als "Hammer-Fall" bezeichnet - ein beobachteter Meteoritenfall mit Einschlag in ein Gebäude.

Laut Stephan Decker vom Meteoriten-Museum in Oberwesel sind die größeren Fragmente des Meteoriten weiterhin im Besitz des Hauseigentümers. Eine Zusammenarbeit mit diesem sei entscheidend, um den bedeutenden Fund vollständig zu untersuchen und offiziell zu erfassen. "Nur gemeinsam kann dieser bedeutende Fund vollständig untersucht und offiziell erfasst werden", erklärte Decker.

Krümel untersuchen
Bislang konnten lediglich 26 kleine Fragmente mit einem Gesamtgewicht von rund 3,5 Gramm gesichert werden. Diese Stücke fielen am Abend des Einschlags durch das Dach in einen benachbarten Hof. Untersuchungen an diesen Krümeln erlaubten nur eingeschränkte Aussagen über den gesamten Meteoriten. Auch Wissenschaftler der Universität Münster erhielten nur etwa ein Gramm Material zur Untersuchung. Markus Patzek vom Institut für Planetologie bestätigte, dass diese Fragmente nicht aus der Hauptmasse stammen.

Den Forschern gelang dennoch eine erste Einordnung des Meteoriten als sogenannten Eukriten, der vermutlich vom Asteroiden Vesta stammt, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreist.

Offizielle Klassifizierung nicht möglich
Für eine offizielle Klassifizierung fehlen mindestens 20 Gramm sogenanntes Typmaterial in einer wissenschaftlichen Sammlung. Erst dann kann der Meteorit in die Meteoritical Bulletin Database aufgenommen und dauerhaft dokumentiert werden. "Obwohl wir bereits viel über den Meteoriten wissen, ist eine offizielle Klassifikation bis dato nicht möglich", sagte Patzek. Besonders bedauerlich sei dies, weil der Meteorit brekziiert sei, was wichtige Informationen über seine Geschichte liefern könnte.




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Rechtliche Möglichkeiten zur Herausgabe des Meteoritenmaterials gibt es nicht. Wissenschaftler und Museen sind auf die freiwillige Unterstützung der Eigentümer angewiesen. Für die wissenschaftliche Bearbeitung werden lediglich Angaben zum Gesamtgewicht und eine Probe von etwa 20 Gramm benötigt.

Ausstellung im Herbst
Der Fall stößt weiterhin auf großes Interesse in der Region. Besucher erkundigen sich regelmäßig im Meteoriten-Museum nach dem Stand der Forschung, und Sammler zeigen Interesse an Material aus dem Koblenzer Meteoritenfall. Das Museum plant, die gesicherten Kleinfragmente im Herbst auszustellen.

Weitere Funde sind nicht bekannt geworden. Decker und andere Sucher haben das Fallgebiet rund um Koblenz wiederholt abgesucht, doch die fortschreitende Vegetation erschwert die Suche zunehmend. Sie konzentriert sich nun auf Wege und versiegelte Flächen.

Die Wissenschaftler hoffen weiter auf eine Zusammenarbeit mit dem Besitzer der Hauptmasse. "Es besteht natürlich kein Zweifel, dass dieser Meteorit gefallen ist", sagte Patzek. Eine offizielle Bestätigung und Registrierung wäre jedoch vorteilhaft für Forschung, Öffentlichkeit und Eigentümer. (dpa/bearbeitet durch Red)


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