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Pressemitteilung vom 02.06.2026    

Amnesty International protestiert in Neuwied gegen Folter im Iran

Mit einer Mahnwache in Neuwied setzten Mitglieder von Amnesty International ein Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzungen im Iran. Der stille Protest richtete sich insbesondere gegen die Folterpraktiken des iranischen Geheimdienstes, die nach dem Militärangriff der USA auf den Iran zugenommen haben.

Die Mahnwache. (Quelle: Susanne Kudies)

Neuwied. Am Samstag (30. Mai) hielten Mitglieder der Neuwieder Gruppe der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine einstündige Mahnwache ab. Sie protestierten schweigend gegen die Foltermaßnahmen des iranischen Geheimdienstes. Seit dem völkerrechtswidrigen Militärangriff der USA auf den Iran am 28. Februar 2026 seien mehr als 6.000 Menschen willkürlich festgenommen worden. Zu den Betroffenen sollen Demonstrierende, Journalisten, Anwälte, sowie Angehörige von Minderheiten gehören. Mindestens 39 politische Hinrichtungen seien vollstreckt worden, während führende Justizvertreter beschleunigte Verfahren anordneten, auch in Fällen mit drohender Todesstrafe. Es gibt erhebliche Bedenken wegen Verschwindenlassens, Folter und der Verwendung erzwungener Geständnisse in Scheinprozessen.

Gruppensprecherin Susanne Kudies äußerte Kritik an den USA und Israel: "Aus menschenrechtlicher Sicht hätten die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA im Iran nichts zum Guten bewirkt, ganz im Gegenteil: Das Regime sitzt nun fester im Sattel als je zuvor! Der iranische Geheimdienst wirkt noch brutaler und die Menschen solidarisieren sich mehr als zuvor mit ihrer Regierung gegen die gemeinsamen "Feinde" USA und Israel." Diese hätten mit der Bombardierung von Krankenhäusern und Schulen bewiesen, dass ihnen die Einhaltung von Menschenrechten auch nicht von Bedeutung sei.

Landesweite Internetsperre
Zusätzlich isolierten die Behörden über 90 Millionen Menschen durch eine landesweite Internetsperre von 88 Tagen, die längste bekannte Blockade dieser Art. Online-Aktivitäten wurden als "Spionage" kriminalisiert, was zu möglichen Todesurteilen führen könnte. Der Zugang zum Internet wurde inzwischen teilweise wiederhergestellt, doch laut Erika Guevara Rosas, Recherche-Leiterin von Amnesty International, nutzten die Behörden die Krise, um die Menschenrechte weiter auszuhöhlen. Das Ziel sei es, jede Form von Kritik und Informationsfluss zu unterdrücken. Amnesty fordert daher, alle Einschränkungen des Internetzugangs aufzuheben, willkürlich Inhaftierte freizulassen, Gefangene vor Folter zu schützen, das Schicksal Verschwundener offenzulegen und Hinrichtungen sofort auszusetzen.



Sexualisierte Gewalt als gezielte Strategie
Amnesty-Gruppenkollegin Inge Rockenfeller erklärte abschließend: "Amnesty fordert ebenso, Oppositionelle, Studenten und Schüler, die willkürlich von der Straße weg entführt und verschleppt wurden, wieder freizulassen." Neben den bekannten Foltermethoden wie Isolationshaft, Schlägen, Peitschenhieben und Elektroschocks, komme es auch immer wieder zu Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige. Iranische Staatsbeamte hätten, nach Amnesty-Recherche, Kinder aus ihren Familien gerissen und sie unvorstellbaren Grausamkeiten unterzogen. Die Gewalt gegen Kinder, die teilweise erst zwölf Jahre alt gewesen sein sollen, sei eine gezielte Strategie, um die Jugend des Landes zu unterdrücken und sie davon abzuhalten, Freiheit und Menschenrechte einzufordern. (PM/Red)


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