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Pressemitteilung vom 30.05.2026    

Sanierung der Kläranlage in Neuwied: Energieproduktion wird verdreifacht

Die Servicebetriebe Neuwied (SBN) modernisieren die Kläranlage an der B42 umfassend. Ziel ist es, den Eigenanteil der Energieproduktion erheblich zu steigern und die Gebühren stabil zu halten. Die Sanierung der alten Faultürme spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die energetische Sanierung der Kläranlage geht in die nächste Phase: Die großen Faultürme, in denen Klärschlamm erhitzt wird und dann Methan entsteht, müssen ab Mitte Juni entleert werden. Trotz der Gebläse, die die Luft verdünnen, kann es zeitweise "müffeln". (Foto: Gerd Neuwirth/sbn)

Neuwied. Die energetische Modernisierung der Kläranlage in Neuwied schreitet voran. Nach der Installation einer innovativen Photovoltaikanlage und der Erneuerung des Blockheizkraftwerks beginnt im Juni die Sanierung der rund 40 Jahre alten Faultürme. Diese Investition zielt darauf ab, die Eigenproduktion an Energie um das Dreifache zu erhöhen und damit zur Stabilisierung der Gebühren beizutragen.

Die Kläranlage verbraucht jährlich etwa drei Millionen Kilowattstunden Strom. Durch die laufende Modernisierung soll zukünftig 60 Prozent dieses Bedarfs selbst gedeckt werden. "Die Maßnahmen erfolgen in mehreren Phasen und umfassen sowohl die Stromerzeugung als auch die Optimierung der Energieeffizienz", erklärt Zacharias Grätz, Experte der SBN für Kläranlagenausbau und Optimierung.

Den Anfang der Modernisierungsmaßnahmen machte die Installation der ersten faltbaren Photovoltaikanlage Deutschlands über einem der Klärbecken, die bereits 180.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefert. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein neues Blockheizkraftwerk eingebaut, dessen erzeugte Energie für Pumpen, Mischwerke in den Klärbecken sowie das Beheizen des Betriebsgebäudes genutzt wird.

Sanierung der Faultürme: Kläranlage auf dem Weg zur Energieeffizienz
Ab Juni konzentrieren sich die Arbeiten auf die Sanierung der beiden Faultürme. Die Betonkonstruktionen sind durch jahrzehntelange Faulprozesse stark beansprucht worden. In den Türmen wird Klärschlamm auf 38 Grad erhitzt, wodurch Methan entsteht. Die Sanierung erfolgt schrittweise: Nach Entleerung und Reinigung werden Betonproben genommen. Dabei kann es ab Mitte Juni zeitweise zu Geruchsbelästigungen kommen: "Es wird etwas müffeln, aber mit einem Gebläse wird die geruchsintensive Luft verdünnt und nach oben abgeleitet."



Neben der Betonsanierung wird auch die Technik modernisiert. "Ein neues Mischwerk benötigt mit 7,5 Kilowatt pro Stunde nur ein Drittel des Stroms im Vergleich zum alten System. Gleichzeitig sorgt es für eine bessere Durchmischung des Klärschlamms, was zu höheren Methanerträgen führt. Das gewonnene Gas ist zudem sauberer und hat einen höheren Brennwert", erklärt der Techniker. Eine verbesserte Wärmedämmung der Faultürme reduziert zudem den Energiebedarf für die konstante Temperierung erheblich.

Die bisherigen Maßnahmen zeigen Wirkung: Die Kläranlage produzierte bisher 600.000 Kilowattstunden Strom aus Methangas. Nach Abschluss der Sanierung wird eine Produktion von 1,6 Millionen Kilowattstunden erwartet. Zusammen mit der Photovoltaikanlage soll ein Eigenversorgungsgrad von 60 Prozent des Gesamtenergiebedarfs erreicht werden. Die Techniker rechnen mit einer Sanierungsdauer von etwa drei Jahren, da die Faultürme nacheinander modernisiert werden müssen. Die Investition zahlt sich durch geringere Betriebskosten und höhere Energieeffizienz aus. (PM/Red)


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