Pressemitteilung vom 27.05.2026 
Viele Interessierte nutzten ersten Pflege-Info-Tag in Neuwieder VHS
Pflegeberufe stehen unter Druck, zugleich suchen viele Menschen neue Perspektiven. In der VHS Neuwied brachte ein Pflege-Info-Tag zahlreiche Akteure an einen Ort. Dort ging es um Berufsbilder, Wege in Ausbildung und Arbeit sowie konkrete Kontakte für den nächsten Schritt.
Neuwied. Pflege gehört zu den Themen, die derzeit besonders intensiv diskutiert werden. In einer älter werdenden Gesellschaft bleibt sie ein zentraler Baustein für das Zusammenleben. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an Personal. Der erste Pflege-Info-Tag in Neuwied sollte dazu beitragen, Interessierte für Berufe in der Pflege zu gewinnen und Zugänge zu erleichtern. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Jobcenter des Landkreises Neuwied und der Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald im Amalie-Raiffeisen-Saal der VHS Neuwied.
Unterstützung durch Beratung und Landeskampagne
Unterstützt wurden die Organisatoren vom Beratungsteam Pflegeausbildung. Dieses ist Teil der Ausbildungskampagne #werpflegtbewegt, mit der das Land Pflegeberufe stärken und den Fachkräftemangel verringern will. Damit verband der Pflege-Info-Tag regionale Akteure mit einem landesweiten Ansatz, der Ausbildung, Beratung und Arbeitsmarkt zusammenführt.
Ziele: Information, kurze Wege, Einstieg in Arbeit
Claudia Simonis-Schultheiß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters, ordnete den Nutzen der Veranstaltung ein. Der Pflege-Info-Tag sollte zunächst als Informationsquelle dienen und einen Überblick geben, welche Berufsbilder es im Tätigkeitsfeld gibt. Zudem stand im Mittelpunkt, in welchen Arbeitsumfeldern mit welchen Personengruppen gearbeitet wird. Vor Ort sollten außerdem Beratung, Ausbildung und Arbeitsaufnahme gebündelt werden. Durch kurze Wege sollten Hürden sinken und im besten Fall Praktikums- oder Ausbildungsplätze gefunden werden oder sogar ein schneller Einstieg in Arbeit gelingen. Davon profitieren aus Sicht der Organisatoren Arbeitssuchende, Ausbildungsstätten, Arbeitgeber und am Ende auch pflegebedürftige Menschen. Neben Schülern richtete sich das Angebot ausdrücklich auch an Erwachsene, die eine sinnstiftende Tätigkeit und eine nachhaltige berufliche Perspektive suchen.
Breites Angebot an Expertise vor Ort
Für Interessierte bot der Pflege-Info-Tag praxisnahe Informationen über alle Sparten der Gesundheitsbranche. Hinzu kamen persönliche Einblicke in Ausbildungsabläufe und den Berufsalltag. Dafür standen Experten von berufsbildenden Schulen, Weiterbildungsinstituten, Behörden, Beratungsstellen und Arbeitgebern zur Verfügung. Viele Teilnehmer nutzten diese Möglichkeiten intensiv, stellten zielgerichtete Fragen, zeigten Unterlagen und verbanden den Besuch mit der Hoffnung auf konkrete Jobangebote.
Teilnehmer suchten Jobs, Flexibilität und Orientierung
Ein Beispiel war Valentyna Polishchuk. Die Ukrainerin verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Pflegebereich und ging gezielt auf Jobsuche. Nach kurzer Zeit hatte sie drei Angebote eingeholt. Für sie stand im Vordergrund, eine passende Stelle zu finden und die eigenen Erfahrungen in Deutschland einzubringen. Angèl Simo interessierte sich besonders für die Frage, wie flexibel Arbeitsbedingungen gestaltet werden können. Als alleinerziehende Mutter sieht sie Herausforderungen bei Dienstplänen, Schichtdiensten und Kinderbetreuung. Gleichzeitig nahm sie die Möglichkeit in den Blick, ein Duales Studium zu beginnen, und nutzte den Pflege-Info-Tag, um Informationen dazu zu sammeln. Frau Sahin verfolgte zwei Ziele: Sie wollte sich selbst informieren und zugleich eine Bekannte unterstützen, die sich zu notwendigen Sprachkenntnissen erkundigen wollte. Nach Besuchen an mehreren Ständen berichtete sie von ausführlicher Beratung und einem klareren Überblick.
Stellenanzeigen | WesterwaldJobs
⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken | ⇒ Stellenanzeige schalten
Atmosphäre und Rückmeldungen der Aussteller
Dass es schnell zu intensivem Austausch kam, bewertete Dieter Knopp, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald, als positives Signal. Er hob die lebhafte und konstruktive Atmosphäre hervor, die in dieser Form nicht selbstverständlich sei. Auch die Aussteller registrierten eine hohe Resonanz. Janina Rittenbruch, Leiterin der Heinrich-Haus-Pflegeschule, zeigte sich überrascht vom großen Interesse. Sie beobachtete, dass viele Pflege als Chance sehen, in einen festen Beruf zu kommen, unabhängig vom Schulabschluss. Die Pflegeschule sieht sich dafür breit aufgestellt, um die Pflege weiter voranzubringen. Am Stand des Marienhaus-Klinikums fiel besonders das Interesse am Berufsbild des Krankenpflegehelfers auf, wie Praxisanleiterin Christina Bohnenkämper berichtete. Die Nachfrage sei von Beginn an hoch gewesen, verbunden mit der Erwartung vieler Bewerbungen, da fortlaufend engagierte Mitarbeiter gesucht werden.
Organisatoren sehen erfolgreiches Format
Die Organisatoren bewerteten die Veranstaltung aufgrund der durchweg positiven Resonanz als vollen Erfolg. Erster Kreisbeigeordneter Phillip Rasbach sah darin ein Format, das die Beteiligten im Pflegebereich zusammenbringt. Für den Landkreis als zuständigen Schulträger betonte er die Bedeutung der Pflegeausbildung und verwies auf aktuelle Maßnahmen, die diese im Landkreis Neuwied weiter verbessern sollen. Neuwieds Bürgermeister Peter Jung verband mit dem Pflege-Info-Tag die Erwartung, dass Bedarfe und Angebote zusammengeführt und Chancen genutzt werden. Er ordnete die Pflege als systemrelevanten Bereich ein, der berufliche Sicherheit biete und zugleich mehr gesellschaftliche Wertschätzung verdiene. Claudia Simonis-Schultheiß zog schließlich ein positives Fazit und verwies darauf, dass neue Wege begonnen und neue Verbindungen entstanden seien. Der Pflege-Info-Tag habe die Erwartungen deutlich übertroffen. (PM/bearbeitet durch Red)
Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

















