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Nachricht vom 26.05.2026    

Zwischen Leidenschaft und leiser Melancholie: "Trio Affettuoso" begeistert mit Leipziger Romantik

Große Emotionen in der Annakapelle: Warum klassische Konzerte viel zugänglicher sind, als viele denken. Es gibt Konzerte, bei denen man einfach nur zuhört - und solche, die einen komplett mitnehmen. Das Konzert des „Trio Affettuoso“ am Pfingstmontag in der Abtei Marienstatt gehörte eindeutig zur zweiten Sorte.

Das Trio "Trio Affettuoso" begeisterte in der Annakapelle. Von links: Andreas Hartmann, Stefanie Waegner und Rolf-Dieter Arens. Fotos: Tanja Tischler

Streithausen. Unter dem Titel „Leipziger Romantik“ präsentierten Andreas Hartmann (Violine), Stefanie Waegner (Violoncello) und Prof. em. Rolf-Dieter Arens (Klavier) Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Johannes Brahms – und machten dabei deutlich, dass klassische Musik alles andere als trocken oder kompliziert sein muss.

Schon mit den ersten Tönen entstand im Raum eine besondere Atmosphäre. Die Musik wirkte nicht distanziert oder streng, sondern emotional, warm und direkt. Genau das machte den Nachmittag so besonders: Man musste kein Klassikexperte sein, um sich von der Musik berühren zu lassen.

Das Trio spielte mit einer beeindruckenden Ruhe und Harmonie. Keiner stellte sich in den Vordergrund, stattdessen entstand das Gefühl, drei Musiker würden gemeinsam eine Geschichte erzählen. Und tatsächlich passten die ausgewählten Werke perfekt zusammen. Mendelssohn, Schumann und Brahms waren nicht nur musikalisch miteinander verbunden – auch persönlich und familiär gab es enge Beziehungen zwischen ihnen. Robert Schumann bewunderte Mendelssohn, Johannes Brahms wiederum wurde später von Schumann gefördert und war eng mit dessen Familie verbunden. Dadurch wirkte das Programm wie ein roter Faden durch die Zeit der Romantik.



Besonders in den ruhigen Passagen wurde es in der Annakapelle fast vollkommen still. Viele Zuhörer schlossen die Augen, andere verfolgten jede Bewegung der Musiker. Gerade diese Nähe machte den Reiz des Konzerts aus. Anders als in großen Konzertsälen entstand hier kein Abstand zwischen Bühne und Publikum.
Andreas Hartmann überzeugte mit ausdrucksstarkem Violinspiel, Stefanie Waegner brachte mit ihrem warmen Celloklang viel Gefühl in das Konzert und Rolf-Dieter Arens verlieh dem Ensemble am Klavier Ruhe und Tiefe. Trotz ihrer beeindruckenden Karrieren wirkten die drei Musiker dabei nie abgehoben, sondern nahbar und ganz auf die Musik konzentriert.

Der lange Applaus am Ende zeigte deutlich, wie sehr das Publikum diesen Nachmittag genossen hatte. Das Konzert machte vor allem eines klar: Klassische Musik ist nichts, wovor man Berührungsängste haben muss. Wenn sie so lebendig und emotional gespielt wird wie vom „Trio Affettuoso“, kann sie Menschen erreichen – ganz unabhängig davon, ob man regelmäßiger Konzertbesucher oder zum ersten Mal bei einem Klassikkonzert ist. Red


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