Familienfest mit besonderem Flair: Pfingst-Spectaculum Bad Hönningen
Von Helmi Tischler-Venter
Zum 21. Mal sind die Rheinanlagen in Bad Hönningen mit weißen Zelten bestückt, in und um die sich Menschen in besonderer Gewandung bewegen. Im Lager wohnen und arbeiten Menschen wie im Mittelalter: Wikinger, Bergische Ritter, Hunnen und Osmanen leben friedlich miteinander. Traditionelle Handwerker zeigen ihre Kunst und animieren zum Mitmachen. Besonders Kinder profitieren von dem Pfingst-Spectaculum.
Bad Hönningen. Jung-Ritter, die noch unter den Griff eines hölzernen Langschwerts passen, erhalten freien Eintritt. Eine Spielkarte erlaubt es den Kleinen, an 18 haptischen Spielstationen teilzunehmen, während die Eltern sich in aller Ruhe an den mittelalterlichen Verkaufsständen umsehen können.
Veranstalter sind die Stadt Bad Hönningen und „Die Wilden“. Zu dieser Wikinger-Lagergruppe gehört seit zehn Jahren Chris Voigt, der vor zwei Jahren die Leitung des Pfingstlagers übernahm. Er mag es gar nicht wild, sondern ruhig und übersichtlich, daher hat er den Markt umgeschrieben und verkleinert. Sein pädagogisches Ziel ist es, den Kindern Handarbeit wieder nahezubringen. Daher legt er Wert auf traditionelle Handwerker wie Schmied, Lederer, Filzverarbeiter und Trommelbauer. Voigt, der auf 25 Märkten pro Jahr dabei ist, will den Markt zukunftsorientiert beleben. „Es soll sich anfühlen wie ein Sonntagsnachmittagsausflug“. Angenehm ruhig ist es in den Rheinanlagen, nur hin und wieder kündigt ein Marktschreier eine Mitmachaktion an.
Etwas lebhafter geht es lediglich im Bühnenbereich vor der Taverne zu, wo Besucher gern eine Leckerei vom Grill des Junggesellen-Vereins Bad Hönningen, vom Kartoffelschlösschen oder dem Wikinger-Eis-Boot genießen bei Live-Musik der „Two Ticks“, Bauchtanzvorführungen von „Zariefe“ und Tanzspielen für alle.
Ein Falkner der Falknerei Landau/Waldeck ist mit Greifvögeln anwesend, die nicht jagen, sondern sich ganz entspannt auf die Hand setzen und streicheln lassen. Mit einem Uhu und einem Buntfalken informiert er eindrucksvoll wie Kaiser Friedrich II „De arte venandi cum avibus – über die Kunst, mit Vögeln zu jagen“.
Alle Handwerker und Händler stellen sich gern den Fragen der Besucher. Neue Attraktionen sind zum Beispiel ein Doppelblatt-Axtwurfstand nach Meisterschafts-Reglement, ein Apfel- und Rosenwasserstand, Bio-Henna-Tattoo, ein Salami-Dealer, Kräuterweib und Seifensieder, eine Wahrsagerin, ein winzig kleines Kettenkarussell, eine Bude für Spritzgebäck und ein orientalisches Dampfbad.
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Die „Unkeler Hunnenhorde e.V. 2005, die Hunnen aus dem Siegtal“ sind mit exotischer Ausstattung präsent. Eindrucksvoll ist auch das weiße historische Söldnerlager der „Milites Sentiacum“ (lateinisch für „Die Soldaten von Sinzig“), Söldnertruppe und Mittelalter-Gruppe aus Sinzig (Rheinland-Pfalz). Der Verein stellt das späte 15. Jahrhundert authentisch dar. Der „Clan Mac Gregor“ mit schwarz-rotem Tartan vermittelt Waffenkunde für Kinder. Beim Kinderspiel „Fliegende Äxte“ lernen kleine und große Recken, mit Äxten auf Holzziele zu werfen.
Bei den 69 teilnehmenden Händlern kann man wunderschöne, handgefertigte Geschenke finden, unter anderem edle ledergebundene Bücher und echte Schreibfedern. Beim Farbenweib kann man Engelsfedern selbst basteln. „Schminken ist wie streicheln, hält nur länger“, wirbt die Schmink-Meisterin. Im „Saposium“ gibt es handgesiedete Seifen und beim „Bienenbart“ kann man Honig, Met, Honig-Bier und „Bärenfang“ erwerben. „Schnitzerey“ nach Mittelalter-Art, hölzerne Schwerter, Schilde und Bögen fehlen ebenso wenig wie Kettenhemden und handgeschmiedete Messer. „Räucherwerk“ bietet Indianer-Salbe, Weihrauch, Myrrhe und „Balsam der Sinne“.
Es gibt unendlich viel zu entdecken. Bei der Wahrsagerin kann man sich sogar durch Handlesen oder Kartenlegen die Zukunft vorhersagen lassen. Der Mittelaltermarkt in den Rhein-Anlagen, dem ein großräumiger Flohmarkt vorgelagert ist, lädt auch am Sonntag, 24. Mai, von 10 bis 22 Uhr und am Montag, 25. Mai, von 10 bis 18 Uhr zum Mitmachen und Genießen ein. htv
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