Windkraft-Ausbau in Rheinland-Pfalz: Verbände und Nabu mit unterschiedlichen Sichtweisen
Energieverbände in Rheinland-Pfalz warnen vor neuen Hürden beim Ausbau der Windenergie. Sie sehen die Pläne der Landesregierung gefährdet und kritisieren eine Arbeitshilfe, die den Artenschutz stärken soll. Doch nicht alle teilen diese Ansicht.
Mainz. Mehrere Energieverbände haben sich mit Schreiben an Minister der rheinland-pfälzischen Landesregierung und Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) gewandt. Sie warnen vor einem Scheitern des geplanten Ausbaus der Windenergie im Land. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE), der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sowie der Bundesverband Windenergie kritisieren eine "Arbeitshilfe Windenergie und Artenschutz", die unter anderem zusätzliche Untersuchungen zum Schutz von Fledermäusen fordert. Diese Vorgaben seien unnötige Hemmnisse für den Ausbau der Windkraft.
Die Verbände befürchten, dass weitere Einschränkungen zu geringeren Erträgen führen könnten, da Windräder insbesondere abends und nachts weniger Strom erzeugen würden - Zeiten, in denen Photovoltaikanlagen keinen Beitrag leisten. Dies würde die Kosten für Windkraftprojekte erhöhen und Investitionen in andere Bundesländer verlagern. Die Verbände fordern daher die Rücknahme der Arbeitshilfe, um das Ziel der Landesregierung, jährlich 1.500 Megawatt an erneuerbarer Energie zuzubauen, erreichen zu können.
Der Naturschutzbund Nabu in Rheinland-Pfalz sieht die Situation anders. Cosima Lindemann, Vorsitzende des Nabu, betont, dass die Fortschreibung des naturschutzrechtlichen Rahmens seit 2013 zahlreiche Erleichterungen zugunsten des Windenergieausbaus enthält. Kritisiert wird jedoch, dass Windkraftanlagen zunehmend in konfliktträchtigen Standorten geplant würden, auch in Vogelschutzgebieten. Lindemann weist darauf hin, dass es nicht der Artenschutz ist, der den Ausbau bremst, sondern fehlende Netzanschlüsse und Kapazitäten in Genehmigungsbehörden. (dpa/bearbeitet durch Red)
Feedback: Hinweise an die Redaktion











