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Nachricht vom 15.05.2026    

Nach Raubüberfall in Sinzig: Täter sprach akzentfrei Deutsch

Akzentfrei, maskiert und auf der Flucht: Der Sinziger Raubüberfall wirft viele Fragen auf. Was die Polizei bislang bekannt gibt - und warum die Suche so schwierig ist.

Geiselnahme in einer Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig. (Foto: Thomas Frey/dpa)

Sinzig. Eine Woche nach dem aufsehenerregenden Raubüberfall in Sinzig (die Kuriere berichteten) ermittelt die Polizei weiter zur Frage, wer dahintersteckt. Derzeit werden unter anderem Spuren vom Tatort und aus Videoaufnahmen ausgewertet, wie ein Sprecher der Polizei in Koblenz mitteilte. Daraus werde deutlich, dass der Täter Deutsch ohne erkennbaren Akzent gesprochen habe.

Der Täter, der im Fokus der Ermittlungen steht, soll etwa 1,80 Meter groß sein und zum Tatzeitpunkt eine netzähnliche, weiße Kopfbedeckung getragen haben. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es Mittäter gibt, beispielsweise einen Fluchtwagenfahrer, so der Sprecher.

Viel ist demnach nicht über den Täter oder die Täter bekannt. Das erschwere eine öffentliche Fahndung, erklärte der Sprecher. Je unkonkreter die Beschreibung, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass weiterführende Informationen eingehen. Bislang seien Hinweise im zweistelligen Bereich eingegangen, die priorisiert und nach und nach abgearbeitet werden, sagte der Polizeisprecher.

Was war passiert?
Zunächst war die Polizei am Freitag (8. Mai) von einer Geiselnahme ausgegangen, nachdem sie um etwa 9 Uhr morgens durch einen automatisierten Alarm zur Bankfiliale in Sinzig gerufen worden war.



Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der Täter eine Schusswaffe vorgehalten haben, um einen Bankmitarbeiter und einen Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens unter seine Kontrolle zu bringen und sie in den Tresorraum der Bank zu sperren.

Die Einsatzkräfte konnten nicht ausschließen, dass die möglichen Geiselnehmer noch in der Bank waren - Zeugenaussagen hätten darauf hingedeutet. Eine Kontaktaufnahme zu einem Täter habe jedoch zu keinem Zeitpunkt stattgefunden, stellten die Beamten in einer Mitteilung klar. Ein Spezialeinsatzkommando drang schließlich in das Gebäude ein, befreite die zwei Personen unverletzt, stieß aber nicht auf Verdächtige.

Flucht vor Eintreffen der Polizei
Inzwischen könne davon ausgegangen werden, dass der oder die Täter bereits vor dem Eintreffen der Beamten mit dem erbeuteten Behälter voller Bargeld geflüchtet seien, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft Koblenz. Eine Flucht könne ausgeschlossen werden, nachdem die Einsatzkräfte die Bank umstellt und die Innenstadt weiträumig gesperrt hatten. Zur Frage, wie viel Geld erbeutet wurde, machten die Behörden bislang keine Angaben.

Nach den derzeitig vorliegenden Informationen wird das Ermittlungsverfahren den Angaben nach wegen schwerer räuberischer Erpressung sowie wegen Freiheitsberaubung geführt. Diese Einordnung sei vorläufig, da noch weitere Erkenntnisse durch Befragungen und Zeugenaussagen hinzukommen könnten. (dpa/bearbeitet durch Red)


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