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Pressemitteilung vom 14.05.2026    

Neues Modell soll Ortskerne im Unteren Mittelrheintal beleben

Leerstehende Gebäude prägen zunehmend das Bild vieler Orte im ländlichen Raum. Ein Regionalverband im Unteren Mittelrheintal will dem entgegenwirken und schlägt ein neues Modell vor. Ziel ist es, Ortskerne langfristig zu stärken und bestehende Strukturen zu erhalten.

Selbst in diesem baufälligen Zustand strahlt dieses ortsbildprägende Gebäude noch Wirkung aus (Foto: Thomas Napp)

Kreis Neuwied. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. setzt sich für ein neues Instrument zur Revitalisierung leerstehender und ortsbildprägender Gebäude ein. Hintergrund sind wachsende Herausforderungen in vielen Städten und Gemeinden im ländlichen Raum. Historische Gebäude und ältere Bestandsimmobilien stehen häufig leer, verfallen oder bleiben über Jahre ungenutzt, obwohl sie das Ortsbild und die Identität ganzer Orte prägen.

Interkommunale Lösung als Ansatz
Viele kleinere Kommunen verfügen nur über begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen, um bei schwierigen Gebäuden selbst aktiv zu werden. Gleichzeitig sind entsprechende Projekte für klassische Investoren oft nur eingeschränkt wirtschaftlich attraktiv. Vor diesem Hintergrund schlägt der Regionalverband die Gründung einer interkommunalen, gemeinnützigen Gesellschaft vor.

Diese Gesellschaft soll Problemimmobilien ankaufen, sanieren und anschließend wieder einer Nutzung zuführen. Erlöse aus diesen Projekten sollen in weitere Maßnahmen reinvestiert werden. Der Ansatz ist langfristig angelegt und zielt auf eine nachhaltige Innenentwicklung sowie die Stärkung der Ortskerne ab.

Beitrag zu Baukultur und Klimaschutz
Neben der städtebaulichen Wirkung sieht der Verband in dem Modell auch Vorteile für Umwelt und Ressourcen. Der Erhalt bestehender Gebäude spart sogenannte graue Energie und reduziert den Bedarf an neuen Flächen. Damit kann das Konzept auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.



Zugleich soll das Modell helfen, die Baukultur zu bewahren und die langfristige Entwicklung der Orte zu sichern. Es geht darum, wirtschaftlich tragfähige Lösungen mit dem Gemeinwohl in Einklang zu bringen.

Beispiele aus der Region
Aktuelle Diskussionen um ortsbildprägende Gebäude zeigen die Bedeutung des Themas. Genannt werden unter anderem Objekte in Unkel, Frankfurter Straße 72, in Heddesdorf sowie Haus Bergfried in Rheinbrohl. Diese Fälle verdeutlichen, wie groß das öffentliche Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung gewachsener Ortsbilder ist.

Konflikte um einzelne Projekte machen zudem deutlich, dass Kommunen oft nur begrenzte Möglichkeiten haben, selbst steuernd einzugreifen. Hier soll das vorgeschlagene Modell eine zusätzliche Option bieten.

Austausch mit Kommunen geplant
Der Regionalverband betont, dass es nicht um Konfrontation mit privaten Investoren geht. Vielmehr soll eine gemeinwohlorientierte Ergänzung geschaffen werden, um dort aktiv zu werden, wo der Markt an seine Grenzen stößt.

Nach ersten Gesprächen mit Kommunen und politischen Vertretern soll das Konzept weiter konkretisiert werden. Ziel ist es, interessierte Städte und Gemeinden zusammenzubringen und einen gemeinsamen Austausch anzustoßen. (PM/bearbeitet durch Red)


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