Pflegekraft aus Rheinland-Pfalz zur "Pflegerin des Jahres" gekürt
Die Pflegebranche hat Grund zum Feiern: Eine engagierte Pflegekraft aus Rheinland-Pfalz wurde von einer renommierten Initiative zur "Pflegerin des Jahres 2026" ernannt. Die Auszeichnung würdigt ihre herausragende Arbeit und ihr unermüdliches Engagement für die Patienten.
Ludwigshafen. Der Weg zur Arbeit ist kurz, doch der Job selbst fordert alles ab. Manja Bergmann, 48 Jahre alt und wohnhaft in Oggersheim, benötigt nur fünf Minuten zur BG Klinik Ludwigshafen, wo sie seit 25 Jahren im Querschnittzentrum tätig ist. Jetzt hat die Initiative Herz & Mut sie zur "Pflegerin des Jahres 2026" gewählt. Hinter dem bundesweiten Pflege-Award steht der Personaldienstleister Jobtour medical aus Baden-Baden, der rund 1.000 Pflegekräfte nominierte.
Bergmanns Wurzeln liegen in Hoyerswerda, aufgewachsen ist sie in Cottbus. Nach dem Abitur zog es sie Ende der 1990er Jahre nach Mannheim, um dort ihre Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren. Auf der Neurochirurgie begegnete sie erstmals querschnittgelähmten Patienten und wollte mehr über deren Lebensweg erfahren. So kam sie ins Querschnittzentrum der BG Klinik - und blieb.
Zwischen Belastung und Lebensfreude begleitet sie seither Menschen, deren Leben sich durch Unfälle radikal verändert hat. "Das ist eine unglaublich sinnstiftende Arbeit", sagt Bergmann. Viele Patienten kehren über Jahre immer wieder zurück. "Ich bin Pflegekraft, aber auch Coach, Friseurin oder Entertainerin." Diese langen Beziehungen sind besonders.
Auch privat fand sie ihr Glück in der Klinik und lernte dort ihren Mann kennen. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, die jedoch nicht in die Pflege gehen wollen. "Sie sehen natürlich, was das bedeutet - Feiertage, Frühdienste, Schichtarbeit."
Trotz Fachkräftemangel und hoher Belastungen bleibt Bergmann optimistisch. "Wenn ich mein Pflegeglück nur von den Rahmenbedingungen für Pflegekräfte in Deutschland abhängig machen würde, wäre es die perfekte Anleitung zum Unglücklichsein." Sie lehnt die Opferrolle ab: "Ich kann die großen Rahmenbedingungen nicht alleine ändern. Aber ich kann entscheiden, wie ich mich darin bewege."
Für Mirjam Rienth, Inhaberin des Preisinitiators, verkörpert Bergmann eine Pflege, die Kompetenz mit Menschlichkeit verbindet. "Sie steht für Hoffnung und Lebensmut und beweist eindrucksvoll mit ihrer Arbeit, dass neue Wege einfach gegangen werden können." Der Award, dotiert mit 10.000 Euro für drei Preisträger, wird 2026 zum zehnten Mal verliehen, anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Dienstag, 12. Mai.
Bergmann begann früh mit Selbstfürsorge und Stressbewältigung. Sie machte eine Yogalehrer-Ausbildung und bildete sich weiter in Rollstuhl-Yoga, Atemtraining, autogenem Training und Resilienz. Während der Corona-Zeit nutzte sie ätherische Öle zur Aromapflege. "Zitrone, Pfefferminze, Grapefruit - Dinge, die mir gutgetan haben." Ihre Kollegen und Patienten wurden neugierig, was zur Weiterbildung zur Aromapflegeexpertin führte.
Ihre Nominierung zur "Pflegerin des Jahres" war eine Überraschung. Unter einem Vorwand in den Aufenthaltsraum gelockt, erwarteten sie dort Teamkollegen mit Musik, Torte und Videobotschaften. "Das war wie eine Hochzeit", erzählt sie lachend. "Ich war komplett sprachlos." Kraft schöpft sie vor allem aus Familie, Freunden und Begegnungen. "Keine sozialen Medien, kein Fernsehen - was mir hilft, sind echte Menschen und echte Umarmungen." (dpa/bearbeitet durch Red)
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