Fütterungsverbot in Zoos: Eine ernste Angelegenheit für Tier und Mensch
Das schöne Frühlingswetter lädt zu Spaziergängen ein, und viele zieht es dabei in die Zoos von Rheinland-Pfalz. Doch Besucher sollten vorsichtig sein, denn das Füttern der Tiere kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.
Mainz/Neuwied. Das älteste Zoo des Bundeslandes in Landau hat immer wieder mit Besuchern zu kämpfen, die grundlegende Vorschriften ignorieren - vor allem das strikte Fütterungsverbot. "Ausnahme ist die Fütterung mit an der Kasse erhältlichem Futter für Ziegen und Schafe im Streichelzoo und für Meerschweinchen. Das steht auch deutlich an diesen Gehegen", erklärt Direktor Jens-Ove Heckel. Dennoch animieren Erwachsene ihre Kinder oft dazu, die Tiere zu füttern, obwohl sie direkt vor einem dreisprachigen Verbotsschild stehen.
Die Folgen können gravierend sein. "Falsches oder zu viel Futter macht unsere Tiere krank oder tötet sie im schlimmsten Fall", warnt Heckel. Auch das Argument, es sei doch "nur ein Keks", greife bei jährlich mehr als 200.000 Besuchern nicht. Zudem werden Gehegegrenzen missachtet oder als Kletterflächen genutzt, was potenziell gefährlich für Tiere und Menschen ist.
Besonders im Streichelzoo kommt es zu Problemen, da Rückzugsorte ignoriert werden und Kinder teils ohne Aufsicht sind. Der Zoo hat daher zusätzliche Hinweis- und Verbotsschilder aufgestellt. Trotz mancher Kritik bleibt das Wohl der Tiere oberste Priorität, während die Toleranz gegenüber Fehlverhalten begrenzt ist. Heckel betont jedoch, dass die Mehrheit der Besucher respektvoll handelt.
Auch der Zoo in Neuwied kämpft mit ähnlichen Herausforderungen. "Um die Gesundheit unserer Tiere nicht zu gefährden, gilt im gesamten Zoo ein absolutes Fütterungsverbot, auch mit abgerissenen Zweigen und abgerupftem Grünfutter", unterstreicht Direktor Mirko Thiel. Ausnahmen gibt es nur im Streichelzoo und bei den Fuchsschafen, wo spezielles Futter erlaubt ist.
In den meisten Fällen geschehen Verstöße aus Unwissenheit, weshalb der Zoo auf Gespräche setzt. Nur bei wiederholtem Fehlverhalten werden Besucher des Geländes verwiesen. Besonders häufig fallen Kinder auf, die ohne ausreichende Aufsicht Ruhebereiche missachten.
Im Wildpark Rheingönheim sind ebenfalls grundlegende Verhaltensregeln betroffen, speziell die Fütterverbote und Ruhezonen im Streichelzoo. Besucher bringen oft ungeeignetes Futter mit oder verfüttern bereitgestellte Nahrung an falsche Arten. Dies führt zu gesundheitlichen Problemen wie Koliken und Stress bei den Tieren. Todesfälle sind nicht ausgeschlossen.
Der Wildpark reagiert mit verstärkter Aufklärung und Kontrolle. Kindergärten und Schulklassen werden gezielt sensibilisiert, neue Schilder sollen Orientierung bieten. Bei wiederholten Verstößen behält sich die Leitung vor, Kontaktgehege vorübergehend zu schließen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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