Werbung

Nachricht vom 23.04.2026    

Tierwohl versus Wolfsgefahr: Landwirte im Wisserland schlagen Alarm

Von Klaus Köhnen

Am Dienstag (21. April 2026) trafen sich erneut zahlreiche Landwirte, um sich wegen mehrerer neuer Wolfssichtungen im Wisserland Luft zu machen. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative "Wolfsprävention Westerwald". Die meisten Teilnehmer betreiben im Nebenerwerb Viehhaltung und sorgen sich parallel dazu um die Pflege der Flächen.

Die Teilnehmenden waren auf Einladung von Bianca Belleflamme (2.v.r.) erschienen. (Foto: kkö)

Wissen. Nachdem es bereits mehrfach zu Sichtungen im Bereich vom Hof Paffrath (9. April) und im Bereich Weidacker/Nistertal (16. April) kam, wollen die Anlieger auf die Problematik hinweisen. Neben Bianca Belleflamme von der Bürgerinitiative "Wolfsprävention Westerwald" waren Markus Stangier, der einen Betrieb mit rund 150 Tieren im Haupterwerb führt, Johannes Ortheil, Burkhard Reuber, Brigitte Schmidt (Hof Paffrath), Berno Neuhoff (Highlandcattle Westerwald GbR) sowie Markus Kühn als stellvertretender Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau erschienen.

Zunächst erläuterte Markus Stangier die Problematik, dass es sich bei den Flächen um kleinzellige und unterschiedlich strukturierte Flächen handele. Diese liegen fast ausschließlich auf Kuppen oder aber in Tallagen. Beides, so Stangier weiter, mache es fast unmöglich, die kleinen Parzellen mit den üblichen Standards der Wolfsschutzzäune betrachten zu können. Die anderen Teilnehmer stimmten ihm zu, dass die zuständigen Stellen, hier im Besonderen das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO), viel zu lange für Entscheidungen bräuchten.

Naturnahe Weideflächen lassen sich beinahe unmöglich umzäunen
Um die Pflege der Natur und die Weidehaltung zu koordinieren, sind viele Schritte erforderlich. So müssen die Tiere, die auf den Wiesen gehalten werden, regelmäßig umgetrieben werden und die Weideflächen nicht "auszulaugen". Burkhard Reuber konnte mitteilen, dass er über fünf Wolfschutzzäune verfüge, aber rund 20 davon bräuchte, um alle Flächen, soweit es überhaupt möglich sei, einzuzäunen. Johannes Ortheil beklagt, dass Anträge seit Oktober bei KLUWO lägen und bislang nicht einmal eine Antwort käme. Markus Kühn zeigte erneut auf, dass das KLUWO immer wieder von falschen Voraussetzungen ausginge. Die Landschaft hier könne nicht mit den Bereichen in Niedersachsen oder der Lausitz verglichen werden, so Kühn weiter. Neuhoff stellte für die GbR fest, dass die Pflegearbeiten der Flächen im Ehrenamt geleistet würden und dies alles kein Selbstzweck sei.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Finanz- und Lohnbuchhalter (m/w/d)

Pusch AG
56242 Marienrachdorf

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Vollzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57555 Mudersbach

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Was den Landwirten, unabhängig davon, ob im Haupt- oder Nebenerwerb, immer wieder auffällt, ist, so die einhellige Meinung, dass zwischen dem "gewollten Tierwohl" und den Voraussetzungen große Lücken klaffen. "Wie sollen wir naturnahe Tierhaltung betreiben, Stichwort Tierwohl, wenn die Voraussetzungen nicht geschaffen werden können?", beschrieb eine Frage aus dem Teilnehmerkreis die Situation zusammengefasst.

Für die Landwirte im Wisserland und anderswo dürfe es keine Entscheidung zwischen "Pest und Cholera" geben, so ein Teilnehmer. "Wir wollen alle, dass die Weidetiere wirklich Weidetiere sein können und nicht, dass aufgrund der Gefahr durch den Wolf, hochgradig gesicherte Ställe erforderlich werden", sagte ein Weiterer. Die Politik müsse endlich aktiv werden, lautet die Forderung der Landwirte zum Abschluss. (kkö/son)


Mehr dazu:   Wolf  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Wohnungsbrand in Rheinbrohl: Schnelles Eingreifen der Feuerwehr

Am Abend des 3. August 2026 kam es in Rheinbrohl zu einem Wohnungsbrand, der einen Großeinsatz der Feuerwehr ...

Von Glasfaser zu Stromausfall: Eine Tiefbau-Panne und ihre Konsequenzen in Hochscheid

In Hochscheid wird die Syna GmbH kurzfristig ein beschädigtes Niederspannungskabel ersetzen. Die Schäden ...

Neuwied erhält neues Bildungszentrum: LISOcademy öffnet ihre Türen

Am 22. August wird in Neuwied ein neues Kapitel im Bereich der Aus- und Fortbildung aufgeschlagen. Die ...

Sicherer Schulweg: Tipps der Polizei zum Schulstart in Rheinland-Pfalz

Der Schulbeginn am kommenden Montag markiert für viele Kinder in Rheinland-Pfalz den Start in einen neuen ...

Ein Jahr unter neuer Führung: Kamillus Klinik Asbach zieht positive Bilanz

Die Kamillus Klinik in Asbach feiert ihr erstes Jahr unter der Trägerschaft der Deutschen Multiple Sklerose ...

Verkehrsbeeinträchtigungen auf der A3: Kanalsanierung bei Neustadt/Wied

Auf der A3 zwischen Bad Honnef/Linz und Neuwied kommt es bis Ende 2026 zu umfangreichen Bauarbeiten. ...

Weitere Artikel


Stabwechsel beim Reiterverein Kurtscheid: Neue Impulse für den Breitensport

Der Reiterverein Kurtscheid e.V. bleibt weiterhin erfolgreich und hat kürzlich personelle Veränderungen ...

Fahrgastzentrum im Koblenzer Hauptbahnhof wird modernisiert

Im Koblenzer Hauptbahnhof stehen Veränderungen für Reisende an. Das Fahrgastzentrum wird umfassend modernisiert ...

SV Windhagen vor entscheidendem Wochenende im Tischtennis

Beim SV Windhagen steht ein sportlich bedeutendes Wochenende bevor. Mehrere Mannschaften kämpfen um wichtige ...

Neuwied plant kostenlosen Busverkehr an allen Samstagen

In Neuwied steht eine weitreichende Entscheidung zur Mobilität bevor. Künftig könnte Busfahren an allen ...

Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz: CDU und SPD ringen um Schlüsselthemen

In Rheinland-Pfalz laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD auf Hochtouren. Die Parteien ...

40 Jahre nach Tschernobyl: Spätfolgen in Rheinland-Pfalz weiterhin messbar

Vor 40 Jahren ereignete sich der verheerende Atomunfall von Tschernobyl, dessen Auswirkungen bis heute ...

Werbung