Werbung

Nachricht vom 20.04.2026    

Rheinland-Pfalz bereitet sich auf mögliche Blackouts vor

Die Sorge um einen flächendeckenden Stromausfall wächst. In Rheinland-Pfalz entwickeln Kommunen spezielle Konzepte, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielen Notfallmeldestellen eine zentrale Rolle.

Moderne Sirenenanlage auf Dach einer Koblenzer Schule. Foto: Thomas Frey/dpa

Mainz. Wenn plötzlich der Strom ausfällt und nichts mehr funktioniert, sind rheinland-pfälzische Städte vorbereitet. Die Landeshauptstadt Mainz plant mit 39 mobilen und stationären Notfallmeldestellen, um sicherzustellen, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner in einem Umkreis von maximal einem Kilometer einen Anlaufpunkt für Notrufe finden können - selbst wenn Telefon- und Mobilfunknetze ausfallen. Diese Standorte, darunter Feuerwehrgerätehäuser, Rettungswachen und Polizeidienststellen, sollen leicht erreichbar sein. "Unser Ziel ist es, die Erreichbarkeit von Hilfe auch unter schwierigen Bedingungen sicherzustellen", erklärt der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase.

Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Behrendt betont, dass Notfallmeldestellen keine Versorgungsstellen sind: "Sie dienen nicht dazu, die Bevölkerung mit Strom oder anderen Ressourcen zu versorgen, sondern ausschließlich der Sicherstellung der Notrufabgabe." Auch in Kaiserslautern sind 33 Anlaufstellen geplant, darunter Feuerwehrgerätehäuser, die mit Notstromaggregaten ausgestattet werden sollen. Weitere sogenannte "Leuchtpunkte" sind in Planung.

In Koblenz gibt es elf Leuchtpunkte in Feuerwehrgerätehäusern und zwei Leuchttürme im Bürgeramt sowie im Bauberatungszentrum, wo zusätzlich Verwaltungsleistungen angeboten werden. Die Stadtverwaltung appelliert an die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger und empfiehlt, Vorräte für 14 Tage anzulegen, darunter Getränke, haltbare Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel.



Auch Ludwigshafen plant zentrale Gebäude als Anlaufstellen, ausgestattet mit Notstromversorgung. Im Kreis Bernkastel-Wittlich werden Leuchttürme errichtet, die neben der Abgabe von Notrufen auch kleinere Dienstleistungen bieten. Bei einem Stromausfall von über 30 Minuten werden Feuerwehrgerätehäuser besetzt. Größere Hallen in Wittlich, Piesport und Morbach stehen als Anlaufstellen für vulnerable Gruppen bereit.

Am 26. September wird ein landesweiter Übungstag stattfinden, um den Aufbau und Betrieb dieser Hallen zu erproben. Das Szenario umfasst eine großflächige Unwetterlage kombiniert mit einem Stromausfall. Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, betont, dass Konzepte für den Bevölkerungsschutz fortlaufend optimiert werden müssen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz weist darauf hin, dass Deutschland zwar eines der sichersten Länder der Welt ist, aber dennoch Krisen auftreten können, die den Alltag stören. Extreme Wetterereignisse und Angriffe auf die Infrastruktur nehmen zu. "Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren." Deshalb sei Vorbereitung essenziell. (dpa/bearbeitet durch Red)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


USA verlegen über 150 Sanitäter nach Landstuhl - Anzeichen für Eskalation im Nahen Osten?

Das US-Militär verstärkt seine Präsenz in Rheinland-Pfalz. Mehr als 150 Sanitäter sind kürzlich im US-Lazarett ...

Kölln ruft Frühstücksflocken wegen Fremdkörpern zurück

Die Firma Kölln hat einen Rückruf für ihre "Kölln Zauberfleks Schoko" gestartet. Grund dafür ist der ...

Sonniges Wochenende erwartet: Temperaturen steigen in Rheinland-Pfalz

Das Wetter in Rheinland-Pfalz zeigt sich am Donnerstag noch von seiner wechselhaften Seite. Doch schon ...

Galeria-Filiale in Koblenz vor ungewisser Zukunft

Die Warenhauskette Galeria plant eine Verkleinerung ihres Filialnetzes und überprüft die Rentabilität ...

Wärmepumpen-Förderung: Wichtige Änderungen ab Juli

Ab dem 21. Juli ändern sich die Förderbedingungen für Wärmepumpen in Deutschland. Die Bundesförderung ...

Trockenheit in Rheinland-Pfalz: Ernte und Tourismus im Fokus

Die anhaltende Dürre in Rheinland-Pfalz hat vielfältige Auswirkungen auf Landwirtschaft, Schifffahrt ...

Weitere Artikel


Frühlingshafte Aussichten: Rheinland-Pfalz erwartet milderes Wetter

In Rheinland-Pfalz zeigt sich das Wetter zu Beginn der Woche kühl, doch schon bald dürfen sich die Bewohner ...

Frühlingsklänge in Koblenz: Konzert des Landespolizeiorchesters

Am 3. Mai lädt das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz zu einem besonderen Frühlingskonzert ein. Die ...

Vollsperrung der Holzbachbrücke in Puderbach: Kampfmitteluntersuchungen starten früher

In Puderbach steht eine wichtige Verkehrsverbindung vorübergehend still. Die geplanten Bauarbeiten an ...

Jahresversammlung des Fördervereins und Dienstversammlung beim Löschzug Horhausen

Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins und der Dienstversammlung Freiwilligen Feuerwehr Horhausen ...

Leonie Carmona und Nick König sind das Maikönigspaar 2026

In Bad Hönningen wurde am 18. April das neue Maikönigspaar gekürt. Leonie Carmona und Nick König wurden ...

Einsatzreicher Nachmittag für die Feuerwehr Bad Hönningen

Am 17. April wurde die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Bad Hönningen gleich zu zwei Einsätzen gerufen. ...

Werbung