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Nachricht vom 18.04.2026    

Artenvielfalt im Westerwald stärken: So werden Garten und Balkon zum Nützlingsparadies

Insekten sind für das Ökosystem unverzichtbar, doch viele Arten sind bedroht. Mit einfachen Mitteln können Garten- und Balkonbesitzer dazu beitragen, Insekten zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. Der folgende Artikel bietet wertvolle Tipps für alle, die aktiv helfen möchten.

Fotos: Tierschutz Siebengebirge

Bad Honnef. Insekten bilden die artenreichste Tiergruppe der Erde und erfüllen entscheidende Funktionen in der Natur. Besonders die sogenannten Nützlinge sind unverzichtbar: Bienen und Hummeln bestäuben zahlreiche Pflanzen, was sie essenziell für die Produktion von Obst und Gemüse macht.

Allein rund 800 heimische Pflanzenarten sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Auch Schmetterlinge tragen zur Bestäubung bei. Marienkäfer und bestimmte Käfer- und Wespenarten erhalten zudem das natürliche Gleichgewicht, indem sie Schädlinge wie Blattläuse fressen oder abgestorbene Pflanzen und Tiere zersetzen, wodurch neue Nährstoffe im Boden entstehen.

Nahrung, Wasser und Nistplätze: Die drei Säulen des Artenschutzes
Um das Überleben dieser wichtigen Insekten zu sichern, kann jeder Einzelne einen wertvollen Beitrag leisten. Die Grundlage bildet das Gleichgewicht zwischen Nahrung, Wasser und Niststätten. Mit heimischen Wildpflanzen wird der Grundstein für Leben im Garten oder auf dem Balkon gelegt, da deren Pollen und Nektar das Überleben sichern. Besonders wertvoll sind Kräuter wie Thymian und Salbei, Blumen wie Phacelia und Malven sowie Stauden wie Wiesen-Storchschnabel, Lavendel und Sonnenhut. Auch Sträucher wie Wildrosen, Himbeeren, Schlehen oder die Kornelkirsche bieten Struktur und Nahrung. Schmetterlinge benötigen eine große Vielfalt an Nektarpflanzen wie Wiesen-Salbei, Fetthenne, Disteln oder Tauben-Skabiose, während ihre Raupen oft auf spezifische Wirtspflanzen wie die Brennnessel angewiesen sind.

Zusätzlich bieten kleine, flache Insektentränken mit Ausstiegshilfen die Möglichkeit zur sicheren Wasseraufnahme ohne Ertrinkungsgefahr. Um auch den Nachkommen von Wildbienen, Hummeln, Marienkäfern, Ohrwürmern, Schmetterlingen und Schwebfliegen den Fortbestand zu sichern, sind geeignete Brutplätze essenziell. Hochwertige Nisthilfen aus abgelagertem Hartholz wie Buche oder Eiche sowie aus Bambus oder Schilf dienen als sicherer Rückzugsort. Wichtig sind hierbei sauber gebohrte und glatt gefeilte Löcher sowie ein sonniger, windgeschützter Standort.




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Boxenstopp und Balkon-Buffet: Praktische Soforthilfe im Frühling
Um das Gleichgewicht aus Nahrung, Wasser und Nistplätzen aktiv zu fördern, lassen sich gerade jetzt im April und Mai einfache Maßnahmen umsetzen. Da Insektentränken für eine sichere Wasseraufnahme essenziell sind, empfiehlt sich eine flache Schale, die mit Kieseln, Moos oder kleinen Zweigen befüllt wird. Diese Materialien ragen als rettende Landeplätze aus dem Wasser heraus, damit Bienen und Hummeln gefahrlos trinken können. Damit die Tränke eine saubere Erfrischung bleibt, sollte das Wasser regelmäßig erneuert werden.

Doch nicht nur im Garten, auch auf kleinstem Raum lässt sich ein wertvolles Ökosystem erschaffen. Eine Kräuterkiste auf dem Balkon ist hierfür ideal: Werden Thymian oder Salbei nicht komplett abgeerntet, sondern dürfen zur Blüte kommen, bieten sie Schwebfliegen und Marienkäfern ein erstklassiges Buffet. In Kombination mit Stauden wie dem Wiesen-Storchschnabel oder dem Sonnenhut entsteht so - auch bei wechselhaftem Westerwälder Wetter - ein wertvoller Trittstein für die Artenvielfalt in unserer Region.

Für Fragen zu heimischen Pflanzen als Futterangebot und zu Insekten-Nisthilfen steht der Tierschutz Siebengebirge per E-Mail an naturschutz@tierschutz-siebengebirge.de oder telefonisch unter der Rufnummer 02224-9803216 zur Verfügung. (Red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
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