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Pressemitteilung vom 18.04.2026    

Neuwied: Kritik am Rasselstein-Bebauungsplan - Verband präsentiert Alternative

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. äußert sich kritisch zum aktuellen Bebauungsentwurf des ehemaligen Rasselstein-Geländes in Neuwied. Mit einem eigenen Gegenentwurf möchte der Verband zeigen, wie ein lebenswertes Stadtquartier entstehen kann.

Foto: Thomas Napp

Neuwied. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. hat den aktuellen Erstentwurf zur Bebauung des ehemaligen Rasselstein-Geländes unter die Lupe genommen und erhebt deutliche Kritik. Das Areal gilt als eine der bedeutendsten Stadtentwicklungsflächen der Region. Laut dem Verband verfehlt der Entwurf das Ziel, ein Quartier mit echter Aufenthaltsqualität und Identität zu schaffen. Die Architektur sei stark vereinheitlicht, technisch geprägt und habe wenig Bezug zur Umgebung. "Der Entwurf wirkt austauschbar und könnte in nahezu jeder beliebigen Stadt stehen", kritisiert der Regionalverband. Besonders an einem Standort am Wasser sei eine stärkere Auseinandersetzung mit Ort, Maßstab und Atmosphäre nötig.

Der Verein befürchtet, dass auf dieser Grundlage ein funktionales, aber emotional ungebundenes Wohnumfeld entsteht, das langfristig keine lebendige Nachbarschaft fördert. Als Reaktion präsentiert der Regionalverband einen eigenen architektonischen Gegenentwurf, der auf Dauerhaftigkeit, Identität und Wohnqualität abzielt. Klare Baukörper mit geneigten Dächern, warme Materialien wie mineralische Putze in Erdtönen und Holz sowie differenzierte Sockelzonen sollen eine erkennbare Silhouette schaffen. Hochformatige Fenster und fein ausgearbeitete Fassaden sollen einen menschlichen Maßstab bieten, während massive Balkonbrüstungen mehr Tiefe verleihen. Begrünte Fassaden und integrierte Pflanzbereiche sollen die Architektur mit der Landschaft verbinden und die Aufenthaltsqualität steigern.




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Der Regionalverband betont, dass diese gestalterische und materielle Qualität zunächst höhere Baukosten verursachen könne, aber langfristig Vorteile biete: höhere Wertstabilität der Immobilien, geringerer Instandhaltungsaufwand und eine stärkere Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnumfeld. "Wer heute nur auf kurzfristige Baukosten schaut, riskiert morgen ein Quartier ohne Charakter", so der Regionalverband. Investitionen in gute Architektur zahlten sich wirtschaftlich und gesellschaftlich über Jahrzehnte aus. Stadtbild Deutschland e. V. appelliert an alle Beteiligten, die Chance des Rasselstein-Areals zu nutzen, um ein lebenswertes Quartier in Neuwied zu schaffen. "Die Qualität der gebauten Umwelt entscheidet darüber, ob Menschen sich mit einem Ort identifizieren", erklärt der Regionalverband und ruft dazu auf, diese Verantwortung ernst zu nehmen. (PM/Red)


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