Werbung

Pressemitteilung vom 18.04.2026    

Kommunen und Wirtschaft fordern Kurswechsel in Rheinland-Pfalz

In einem gemeinsamen Appell wenden sich kommunale Spitzenverbände und Wirtschaftskammern an die künftige Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Die finanzielle Lage der Kommunen ist angespannt, und es drohen weitreichende Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort.

Bild: Pixabay

Mainz/Rheinland-Pfalz. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie Städtetag, Landkreistag und Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz wenden sich gemeinsam mit einem eindringlichen Appell an die Landespolitik und die künftige Landesregierung. Wirtschaft und Kommunen schlagen damit geschlossen Alarm: Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen ist an einem Tiefpunkt - und mit ihr gerät auch die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zunehmend unter Druck.

So lag die Verschuldung von Städten, Kreisen und Kommunen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2025 mit rund 1,3 Milliarden Euro auf dem höchsten Stand seit 1949. Der gemeinsame Vorstoß von kommunalen Spitzenverbänden und Wirtschaftskammern unterstreiche den Ernst der Lage, betonen die Partner. Überlastete Kommunen seien nicht nur ein Risiko für Angebote der Daseinsvorsorge, sondern auch für Investitionen und Wachstum. Damit sei auch das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse im Land gefährdet. Steigende Standards, neue Aufgaben ohne ausreichende Finanzierung, zunehmende Bürokratie und eine unzureichende Finanzausstattung engen die kommunalen Handlungsspielräume immer weiter ein, machen die Initiatoren deutlich. Freiwillige Leistungen - etwa in der Wirtschafts- und Tourismusförderung, bei Digitalisierung oder Klimaschutz - würden vielerorts bereits zurückgefahren.

Gleichzeitig verschärfe sich die kommunale Steuererhöhungsspirale, auch zulasten der Unternehmen. Standortkosten und Standortbedingungen seien zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten, betonen Spitzenverbände und Kammern. Besonders alarmierend ist aus Sicht der Initiatoren die unkontrollierte Dynamik der Sozialausgaben. Diese binden einen immer größeren Teil der kommunalen Haushalte und entziehen den Kommunen systematisch die finanziellen Spielräume für Investitionen, Modernisierung und Standortentwicklung, so das Fazit.

Wirtschaft und Kommunen fordern umfassende Reformen
Wirtschaft und Kommunen drängen daher auf grundlegende strukturelle Sozialreformen, die über kurzfristige Entlastungen hinausgehen. Notwendig seien eine dauerhafte und dynamisierte Kostenbeteiligung von Bund und Land sowie Reformen, die die Kostenentwicklung begrenzen, ohne soziale Ziele aus dem Blick zu verlieren. Ohne ein solches Gegensteuern drohe den Kommunen eine dauerhafte Überforderung. Vor diesem Hintergrund fordern Wirtschaft und Kommunen ein klares und dauerhaftes Bekenntnis des Landes zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Sanitär-Ausstellungsfachberater (m/w/d) in Wissen

Dr. Kurt Korsing GmbH & Co. KG
57537 Wissen

Meister/Techniker/Obermonteur für Elektrotechnik (m/w/d)

Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH
57627 Hachenburg

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Sanitär-Ausstellungsfachberater (m/w/d) in Andernach

Dr. Kurt Korsing GmbH & Co. KG
56626 Andernach

Examinierte Pflegekraft / Schulbegleitung

DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH
57584 Scheuerfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Zentrale Voraussetzung sei eine nachhaltige Verbesserung der Finanzausstattung. Aufgabenübertragungen müssten strikt nach dem Prinzip "Wer bestellt, der bezahlt" erfolgen - vollständig, dauerhaft und auf Basis realistischer Kostenfolgen. Zugleich machen die Partner deutlich: Finanzielle Entlastung allein reicht nicht aus. Notwendig sind Strukturreformen, Entbürokratisierung sowie eine konsequente Verwaltungsmodernisierung und -digitalisierung. Ihre Forderung: Verfahren müssen einfacher, Entscheidungen schneller und Ressourcen effizienter genutzt werden - etwa durch stärkere interkommunale Zusammenarbeit, gebündelte Zuständigkeiten und die Nutzung erprobter digitaler Lösungen.

Die Förderprogrammpraxis müsste darüber hinaus vereinfacht und die Vergabe kommunaler Aufträge erleichtert werden. Die Initiatoren sehen die kommunale Wettbewerbsfähigkeit als zentrale Zukunftsfrage für Rheinland-Pfalz Sie betonen: Nur finanziell stabile und leistungsfähige Kommunen können ihre Rolle als Fundament eines starken Wirtschaftsstandorts erfüllen. Die künftige Landesregierung habe es in der Hand, die entscheidenden Stellschrauben zu drehen, um wirtschaftliche Impulse zu setzen, Standorte attraktiver zu machen, Investitionen anzuziehen und dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse näher zu kommen. (PM)


Mehr dazu:   Wirtschaft  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Erfolgreicher Start: evm-Gruppe übernimmt ausgebildete Nachwuchskräfte

Die evm-Gruppe in Koblenz freut sich über den erfolgreichen Abschluss ihrer elf technischen und kaufmännischen ...

Endspurt für Fördermittel der EAM-Stiftung: Jetzt bewerben!

Die EAM-Stiftung vergibt auch in diesem Jahr 75.000 Euro für gemeinnützige Projekte in den Bereichen ...

T-Shops betroffen: Telekom-Streiks weiten sich in Rheinland-Pfalz aus

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft ver.di spitzen sich zu. Am ...

Erfolgreicher Perspektivwechsel zwischen "ASG-Ingenieure" und Heinrich-Haus

In Neuwied fand ein bemerkenswerter Austausch statt, der das Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen ...

Zweite Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz: Erwartung an Arbeitgeber

Vor der zweiten Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 13. Mai 2026, ...

HwK Koblenz: Duales Studium im Handwerk als Chance für Betriebe

Die Hochschule Koblenz und die Handwerkskammer Koblenz arbeiten zusammen, um ein duales Studienformat ...

Weitere Artikel


Neuwied: Kritik am Rasselstein-Bebauungsplan - Verband präsentiert Alternative

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. äußert sich kritisch zum aktuellen ...

Rheinland-Pfalz: Bauern- und Winzerverband pocht auf weniger Bürokratie und klare Agrarziele

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau sieht die anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen ...

Artenvielfalt im Westerwald stärken: So werden Garten und Balkon zum Nützlingsparadies

Insekten sind für das Ökosystem unverzichtbar, doch viele Arten sind bedroht. Mit einfachen Mitteln können ...

Neue Holzbachbrücke in Puderbach: Bauarbeiten starten Anfang Mai

In Puderbach beginnt Anfang Mai ein umfangreiches Bauprojekt an der L 265. Die bestehende Holzbachbrücke ...

Weltklasse-Mehrkämpfer starten beim Deichmeeting in Neuwied

In Neuwied steht ein sportliches Highlight bevor, das internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Beim ...

Spätsommerlicher Samstag mit Gewittergefahr in Rheinland-Pfalz

Das Wetter in Rheinland-Pfalz zeigt sich am Wochenende von seiner wechselhaften Seite. Während der Samstag ...

Werbung