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Pressemitteilung vom 16.04.2026    

Kritik aus Koblenz: Handwerkskammer sieht Entlastungspaket als "Nullsummenspiel"

Der Präsident der Handwerkskammer Koblenz, Kurt Krautscheid, äußert deutliche Kritik am sogenannten Entlastungspaket der Bundesregierung. Er stellt die Wirksamkeit der Maßnahmen infrage und fordert mehr Praxisnähe.

Kurt Krautscheid. (Foto: Michael Jordan)

Koblenz. Der Präsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, Kurt Krautscheid, hat das Entlastungspaket der Bundesregierung scharf kritisiert. Er bezeichnet die Vorschläge als wirklichkeitsfremd und zweifelt an deren nachhaltiger Wirksamkeit. Insbesondere die Energiesteuersenkung und die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer stehen im Zentrum seiner Kritik.

Angesichts des historischen Abwärtstrends der jüngsten Konjunkturerhebung des Handwerks im nördlichen Rheinland-Pfalz wie auch der Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft würden diese Fakten offensichtlich in Berlin in ihrer Tragweite nicht wahr- oder ernstgenommen. "Noch nie gab es in der Abfrage der Wirtschaftslage unserer Betriebe vier Abwertungen am Stück. Nun kommen die gestiegenen Energiekosten obendrauf und die nächste Welle der Preiserhöhung beim Materialankauf rollt auf uns zu. Das sind alarmierende Tatsachen, denen eine Bundesregierung mit einem durchdachten und effektiven Maßnahmepaket begegnen muss", konstatierte Krautscheid. Die steigenden Insolvenzzahlen würden verdeutlichen, wie ernst die Lage ist.

Zweifel an Energiesteuersenkung
Krautscheid bezweifelt, dass die Energiesteuersenkung von bis zu 17 Cent pro Liter Kraftstoff tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt. Er betont, dass der Staat keine Möglichkeit habe, dies bei den Ölkonzernen einzufordern. Mit Beginn des USA-Iran-Konflikts und den damit verbundenen drastischen Erhöhungen der Energiepreise habe der Staat aber jeden einzelnen Tag rund 13 Millionen Euro mehr Steuermehreinnahmen über den Verkauf von Benzin und Diesel an den Tankstellen erzielt. Angesichts der angespannten Lage dürfe vom Volk erwartet werden, dass der Staat nicht von der Krise profitiert, während Betriebe und Bürger weiterhin unter erheblichem Druck stehen.



Kritik an der 1.000-Euro-Prämie
Noch drastischer äußert sich Krautscheid zur von der Regierung vorgeschlagenen 1.000-Euro-Prämie. "Die Bundesregierung schlägt vor, wie die Unternehmen ihr Geld ausgeben können, ohne sich dabei selbst aktiv zu beteiligen. Sehen wir die wirtschaftliche Wirklichkeit in unseren 22.000 Handwerksbetrieben mit ihren rund 110.000 Beschäftigten, reden wir über mehr als 100 Millionen Euro Mehrausgaben. Die Zeche aber zahlen die Unternehmen", rechnet Krautscheid vor. Da nütze es auch nichts, wenn die Prämie abgabenfrei sei. Krautscheid bemängelt also, dass die Unternehmen die Kosten tragen sollen, während der Staat abgabenfrei bleibt. Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sei angespannt, und es sei unklar, wie viele Unternehmen diese Prämie tatsächlich zahlen könnten. Kurzfristige Entlastungsschritte, wie etwa beim Solidaritätszuschlag, seien nicht vorgesehen.

Krautscheid fordert deshalb mehr Praxisbezug in den Überlegungen der Regierung und betont die Notwendigkeit langfristiger und struktureller Antworten auf die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. (PM/Red)


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