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Pressemitteilung vom 07.04.2026    

Generationswechsel im Kreisbauern- und Winzerverband Neuwied: Dominik Ehrenstein übernimmt

Nach 26 Jahren an der Spitze des Kreisbauern- und Winzerverbands Neuwied zieht sich Ulrich Schreiber zurück. In einer gut besuchten Versammlung in Hümmerich wurde sein Nachfolger einstimmig gewählt. Die Übergabe markiert einen Wendepunkt für die landwirtschaftliche Gemeinschaft der Region.

Mit dem Ehrenteller des BWV würdigte Präsident Marco Weber den langjährigen Vorsitzenden Ulrich Schreiber. Dieser erhielt von Landrat Achim Hallerbach eine Dankesurkunde des Landkreises Neuwied und freute sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorsitzenden Dominik Ehrenstein (v.l.n.r.). (Fotos: Christian Altmaier/BWV)

Hümmerich. Der Kreisbauern- und Winzerverband Neuwied hat nach mehr als zwei Jahrzehnten unter der Leitung von Ulrich Schreiber einen neuen Vorsitzenden gewählt. Während der Versammlung in Hümmerich wurde Dominik Ehrenstein einstimmig zum neuen Vorsitzenden ernannt.

Ulrich Schreiber, der seit dem Jahr 2000 den Verband führte, erinnerte in seiner Abschiedsrede an seinen Amtsantritt und die Herausforderungen, die ihn damals erwarteten. "Kaum hatte ich das Amt angetreten, trat in Deutschland der erste BSE-Fall auf. Das war direkt ein Sprung ins kalte Wasser", sagte Schreiber. Er berichtete weiter: "Ich habe meine Frau gebeten, für den Pressetermin Rindfleischsuppe zuzubereiten." Für die Zukunft hofft Schreiber, dass die Arbeit der Landwirte wieder mehr Anerkennung findet.

Marco Weber, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, würdigte Schreibers Engagement: "Ulrich Schreiber hat die Interessen der Landwirtschaft immer gewichtig vertreten, stets fundiert, ruhig und sachkundig." Auch Landrat Achim Hallerbach lobte die pragmatische und zielstrebige Art des scheidenden Vorsitzenden: "Du bist ein pragmatischer Mensch, möchtest etwas voranbringen und setzt klare Prioritäten."

Blick in die Zukunft
Dominik Ehrenstein dankte seinem Vorgänger im Namen des Kreisvorstandes und der benachbarten Kreisbauernverbände Altenkirchen und Westerwald, mit denen eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Landwirtschaft im Westerwald bestehe. Ehrenstein setzte auch gleich erste Akzente für seine Arbeit: Den anwesenden Vertretern der benachbarten Verbände wie dem Waldbauverband, dem Imkerverband, den Landfrauen und dem Schafzuchtverband bot er seine Zusammenarbeit an. Gerichtet an Sebastian Turck, Leiter des DLR Westerwald Osteifel, wandte er sich mit Blick auf den stetigen Abbau des Personals in der Abteilung Agrarwirtschaft: "Ich fürchte, hier ist das Kind in den Brunnen gefallen. Ich schlage vor, wir bringen dem Kind nun das Schwimmen bei."

BWV-Präsident Marco Weber berichtete, dass im vergangenen Jahr die Arbeit des Verbandes stark von Naturschutzthemen wie dem "Schulterschluss Artenvielfalt" und dem Wolf geprägt gewesen seien. "Jetzt werden wir uns wieder stärker auf die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und des Weinbaus sowie den Schutz des Eigentums vor dem Zugriff des Staates konzentrieren", versprach er den anwesenden Mitgliedern. Bei den laufenden Sondierungsgespräche nach der Landtagswahl und folgenden Koalitionsverhandlungen werde der BWV als Stimme der Landwirtschaft und des Weinbaus Impulse für die Landespolitik setzen: "Im Koalitionsvertrag der künftigen Regierung müssen die landwirtschaftlichen Themen stark präsent sein, um eine dauerhafte, zuverlässige Versorgung mit regional produzierten Lebensmitteln durch unsere Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz zu gewährleisten."



Evolution statt Revolution
Wie die "Gemeinsame Agrarpolitik" (GAP) in der Europäischen Union weiterentwickelt werden soll und welche Vorstellungen hierbei das Land Rheinland-Pfalz derzeit entwickelt, stellte Constantin Weiser aus dem Referat für Grundsatzfragen der Agrarpolitik vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) dar.

Derzeit werde in Brüssel die künftige Ausrichtung der GAP entwickelt, mit Auswirkungen auch auf den Landeshaushalt Rheinland-Pfalz. Es sei keine Revolution der Agrarpolitik zu erwarten, sondern eher eine Evolution bestehender Programme. Auch die Verwaltungen wünschten sich dringend eine schlanke und einfache Handhabung, um den Betrieben eine unkomplizierte und Partizipation an den zukünftigen Förderungen des Gemeinsamen Agrarpolitik zu ermöglichen.

Weitere Wahlen
Neben Dominik Ehrenstein wurden Hans-Peter Hallerbach und Werner Neumann zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Marion Schmitz, Paul Boden, Thomas Ecker, Udo Franz, Jens Runkler, Christoph Ehrenstein, Marco Runkel und Katja Milad als Vertreterin der Landfrauen. (PM/Red)


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