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Nachricht vom 11.04.2026    

Wiedweg Etappe 1: Panoramablicke und Flussursprung zwischen Hachenburg und Linden

Von Katharina Kugelmeier

Die erste Etappe des Wiedwegs führt auf knapp zehn Kilometern von der historischen Fachwerkstadt Hachenburg durch Wälder und Felder bis zur Wiedquelle bei Linden - und damit an den Anfang eines der schönsten Fernwanderwege im Westerwald. Mit dem imposanten Aussichtsturm am Gräbersberg, dem Blick bis ins Siebengebirge und der stillen Schönheit der unter einer Jahrhundertbuche verborgenen Quelle bietet die Auftaktetappe großartige Momente vom ersten Schritt an.

Auf dem Wiedweg warten zauberhafte Ausblicke auf Wandernde. (Foto: Westerwald Tourismus)

Hachenburg. Wo ein großer Fernwanderweg beginnt, schwingt immer ein wenig Aufbruchsstimmung mit - und kaum ein Startpunkt im Westerwald ist dafür besser geeignet als Hachenburg. Die Fachwerkstadt, liebevoll "Perle des Westerwaldes" genannt, empfängt Wandernde mit einem historischen Stadtbild, das Lust auf mehr macht. Bevor der eigentliche Weg durch Wald und Feld beginnt, lohnt ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt mit dem Alten Markt mit wunderschönen Fachwerkhäusern und Gassen sowie vorbei an der Erlebnisbrauerei, deren Geschichte eng mit der Stadt verwoben ist. Der Wiedweg ist mit etwa 117 Kilometern der längste flussbegleitende Wanderweg im Westerwald, vom Deutschen Wanderverband als "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet und in acht Etappen unterteilt.

(Foto: Westerwald Tourismus)

Wer aufmerksam durch Hachenburg schlendert, läuft unweigerlich in eine Geschichte, die über 800 Jahre zurückreicht. Der Alte Markt - das historische Herzstück der Stadt - wurde nach dem Stadtbrand von 1439 an seinen heutigen Platz verlegt und hat seitdem seinen Charakter als lebendiger Versammlungsort behalten. Umgeben von prächtigen Fachwerkhäusern und barocken Bauten thront in seiner Mitte der Löwenbrunnen aus dem Jahr 1702, ein barocker Brunnen, der den doppelschwänzigen Löwen des Saynschen Wappens trägt und längst zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Direkt am Wegrand, in Sichtweite des Wanderstarts, wartet das Landschaftsmuseum Westerwald auf Entdecker: Sein Kern ist das barocke Jagdzeughaus der Grafen von Sayn-Hachenburg, um das sich eine Freilichtgehöftgruppe mit aus anderen Orten hierher umgesetzten Gebäuden gruppiert.

Wer den Blick hebt, sieht bereits vom Marktplatz aus das gelbe Barockschloss, das auf dem Bergkegel "Hagenberg" über der Stadt thront. Die Burg Hagenberg entstand um 1180 auf Veranlassung des Grafen Heinrich II. von Sayn. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Oktober 1654 wurde die alte Burganlage zerstört, und im Jahr 1717 ließ der Burggraf von Kirchberg an ihrer Stelle das prächtige Barockschloss errichten, das noch heute den Horizont prägt. Seit 1974 gehört das Schloss der Deutschen Bundesbank und beherbergt heute eine Ausbildungsstätte. Das Schloss lässt sich zwar nicht frei besuchen, der Blick auf die gelbe Fassade von unten ist aber allein schon ein besonderes Erlebnis.

(Foto: Westerwald Tourismus)

Der Wanderweg führt vom Startpunkt in Hachenburg zunächst hinaus aus der Stadt durch den Hachenburger Stadtwald und bald schon bergauf Richtung Gräbersberg. Hier liegt das erste große Highlight der Etappe: der Aussichtsturm Gräbersberg auf dem gleichnamigen 513 Meter hohen Berg bei Alpenrod. Wer die 197 Stufen zur Aussichtsplattform erklimmt, steht in 33 Metern Höhe und blickt bei gutem Wetter bis in die Eifel, den Taunus, ins Siebengebirge und sogar bis ins Sauerland und Rothaargebirge. Ringsum sind an der Brüstung Orientierungstafeln angebracht, die helfen, die fernen Berge und Landschaften einzuordnen. Der Turm selbst ist ein 73 Meter hoher Stahlbetonturm, der 1998 in nur sechs Wochen errichtet wurde und damit bereits der Nachfolger eines hölzernen Vorgängers aus dem Jahr 1932 ist, der im November 1945 durch einen Sturm zerstört wurde. Direkt am Turm lädt die Alpenroder Hütte zu einer ersten Einkehr ein.




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Vom Gräbersberg führt der Wiedweg auf ruhigen, naturnahen Pfaden weiter in Richtung Wied. Der Weg wechselt dabei abwechslungsreich zwischen Waldabschnitten, die den Charakter des oberen Westerwaldes spürbar machen, und offeneren Feldpartien, auf denen sich immer wieder weite Blicke in die hügelige Landschaft öffnen. Wer hier die Ohren spitzt, hat gute Chancen, den Ruf verschiedener Waldvögel zu hören oder auch einen Blick auf Greifvögel zu erhaschen, die über den Feldern ihre Kreise ziehen.

(Foto: Westerwald Tourismus)

Am Ende dieses zweiten Abschnitts offenbart sich eines der stillen Highlights des gesamten Fernwanderweges: die Wiedquelle bei Linden. Der Ursprung des längsten Flusses im Westerwald liegt an einem geradezu magischen Ort. Die Quelle ist in Naturstein eingefasst und verbirgt sich unter dem mächtigen Wurzelwerk einer mehrere hundert Jahre alten Buche. Das Plätschern des hervorsprudelnden Wassers, das gedämpfte Licht durch das Blätterdach, die moosbedeckten Steine: Die Wiedquelle ist ein Ort, an dem man unwillkürlich innehält und sich fragt, wo wohl das Wasser in einigen Wochen sein wird auf seinem Weg durch den gesamten Westerwald bis hinunter zum Rhein bei Neuwied, rund 105 Kilometer entfernt. Ein informativer Wegweiser erklärt den Beginn des Wanderweges und gibt erste Ausblicke auf das, was folgt.

Das Etappenziel Linden selbst ist ein kleines, ruhiges Westerwalddorf ohne Ablenkungen, aber mit der Ruhe, die man nach einem langen Wandertag zu schätzen weiß. Wer mag, kann hier mit dem Bus 431 (Montag bis Freitag) in etwa einer Viertelstunde zurück nach Hachenburg fahren. Wer die gesamte Strecke des Wiedweges von Anfang an in acht Etappen erwandern möchte, kann die Nacht in Hachenburg oder einem der Gasthöfe der Umgebung verbringen und am nächsten Morgen direkt an der Wiedquelle mit der zweiten Etappe Richtung Höchstenbach weiterziehen.

Die erste Etappe des Wiedweges ist insgesamt als leicht bis mittelschwer einzustufen - nicht wegen gefährlicher Stellen, sondern wegen der Höhenmeter, die vor allem beim Aufstieg zum Gräbersberg gefordert werden. Mit naturbelassenen Pfaden, Schotterwegen und kurzen Asphaltabschnitten bietet die Strecke ein abwechslungsreiches Wegprofil. Wer gut zu Fuß ist, kann den Weg problemlos in zwei bis drei Stunden absolvieren und wer sich Zeit lässt für Aussichtsturm, Alpenroder Hütte und Quelle, hat ohne Weiteres einen vollwertigen Wandertag vor sich. Dabei sollte auf festes Schuhwerk und ausreichend Verpflegung geachtet werden.

Tour-Informationen

Art: Fernwanderweg, Punkt-zu-Punkt (Etappe 1 von 8)
Schwierigkeit: leicht-mittel
Streckenlänge: rund 10 km
Dauer: rund 3 Stunden
Höhenmeter (Aufstieg): rund 180 m
Höhenmeter (Abstieg): rund 50 m
Markierung: blaues "W" auf weißem Grund
Wegebeschaffenheit: naturbelassene Pfade, Schotterweg, Asphalt; nicht kinderwagen- oder rollstuhlgeeignet
Einkehrmöglichkeit: Alpenroder Hütte am Gräbersberg
Highlights: Schloss Hachenburg, Alter Markt mit Löwenbrunnen, Landschaftsmuseum, Aussichtsturm Gräbersberg (513 m), Wiedquelle bei Linden
ÖPNV Rückfahrt: Buslinie 431 von Linden nach Hachenburg (Mo-Fr, rund 12-17 Min.)
Startpunkt: Hachenburg, Alter Markt / Brauerei Hachenburg, 57627 Hachenburg
Zielpunkt: Wiedquelle Linden, 57629 Dreifelden (OT Linden)

Hinweis: Öffnungszeiten, Preise oder Fahrpläne bitte tagesaktuell prüfen!

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