Buchtipp: "Der Postbote", Psychothriller aus der Reihe "Westerwald Chroniken" von Svenja Haupt
Von Helmi Tischler-Venter
Svenja Haupt lässt ihren Kriminalroman dort spielen, wo sie sich auskennt und wo der Postbote alle Menschen genau kennt: in ihrem Wohnort Asbach-Buchholz im Westerwald. Nach der Lektüre des spannenden Buchs geht bestimmt niemand mehr unbeschwert im idyllischen Buchholz spazieren, denn unvorstellbare Abgründe tun sich auf.
Buchholz. Der freundliche Postbote Herbert Bröhl, der seit vierzig Jahren zuverlässig in Buchholz die Post austrägt, hätte sich nicht vorstellen können, was er kurz vor seiner Pensionierung innerhalb von zwei Wochen erlebt. Er hört am 14. November im ersten Stock eines Hauses einen panischen Schrei. Und im selben Moment klatscht etwas Dunkles gegen die Scheibe. Er weiß, dass das Blut ist.
Hauptkommissarin Petra Lohmann weiß, dass Herbert niemals übertreibt. Als sie mit ihrem Kollegen von dem Bewohner in das Haus geführt wird, erklärt dieser, seine behinderte Schwester habe Farbe an das Fenster geworfen. Die Polizisten haben kein gutes Gefühl, finden aber nichts, was eine Durchsuchung rechtfertigen würde. Aber das Haus und ihre Bewohner lassen sie nicht los. Petra will auf eigene Faust weiter beobachten.
Der Postbote, der seit vielen Jahren jeden und alles kannte, wundert sich, dass er diese Familie nicht kennt, nicht einmal ihren Namen. Er weiß, dass etwas dort falsch ist und dass es ihn nicht loslassen wird. Schwere Albträume quälen ihn. Er kann nicht anders, als zu recherchieren und zu beobachten. Das Dorf fängt an, über den wunderlichen Postboten zu reden. Herbert lernt bei seinen Beobachtungsrunden die behinderte Marie kennen, die um Hilfe fleht und beobachtet ihren Bruder beim nächtlichen Graben im Garten.
Am 18. November lautet die Schlagzeile der Zeitung: „22-jährige Frau aus Bad Honnef vermisst“. Petras Bauchgefühl spürt einen Zusammenhang mit dem dubiosen Schrei in Buchholz. Sie wühlt sich durch alte Akten mit Vermisstenfällen. Drei Frauen zwischen zwanzig und dreißig Jahren, von denen zwei zuletzt im Raum Asbach gesehen wurden, sind verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Sie findet noch viel mehr.
Das Taschenbuch ist im Oryn Verlag erschienen, ISBN 978-3-912650-01-3. htv
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