Chippendale-Gründer oder Frettchen? Die unerwarteten Talente von Willi & Ernst
Von Helmi Tischler-Venter
Gemäß dem Programmtitel war der Rittersaal im Hotel zur Post Waldbreitbach "ausgebucht". Für weibliche Mehrheit im Publikum sorgten die Hausener Möhnen. Alle wollten die attraktiven Womanizer Willi & Ernst erleben. Das Kommen lohnte sich, denn Willi kommentierte liebevoll im Kowelenzer Platt die skurrilen Aktionen seines Partners Ernst, eines überschlanken Fragezeichens mit ADHS-Symptomen.
Waldbreitbach. Auf der Bühne erschienen mit Schwung zwei betagte Herren, die sich als Rentner vorstellten, die seit Jahren in einer Senioren-WG leben und alles teilen. Zu seinem Missfallen wurde Willi von Ernst immer „Frettchen“ genannt, wegen seines kuscheligen Schwanzes.
Das Duo diskutierte konträr wegen der von Willi ausgesuchten Auftrittsmelodie aus der Muppet-Show, die Ernst stets an Schweinerücken, Froschschenkel und „zwei senile, alte Rentner erinnern, die sich wegen jedem Scheiß aufregen“. Mit einem Sprung aus dem Stand auf den Tisch demonstrierte er seine eigene Gelassenheit.
Im therapeutischen Zwiegespräch arbeiteten die beiden Männer alles auf, was sie aneinander stört: Willis Weihnachtspulli, seine Glocken, die jede Bewegung verraten, sein Campingwahn und seine unpassende Jugendsprache.
Ernst dagegen hielt sich als Chippendale-Gründer für „fast perfekt“, bezeichnete sich als „Handwerker der Liebe“ und konnte seinen Unterkiefer aushängen wie eine Natter.
Beide hatten den Groove zum Rappen von „Atemlos“ als Helene und Fischer. Ernsts fulminante Signature Moves und Willis mitreißende Texteinsätze brachten das Publikum zum Toben.
Der Hackenporsche musste aus gutem Grund immer bei Ernst sein. Willi schleppte einen großen Koffer voller skurriler Erinnerungsstücke mit, für den Fall, dass er traurig sei: Stabpuppen, ein Bärenfell, Wellensittich-Knochen, Karnevals-Orden und ein alter Zauberkasten. Alles kam direkt zum Einsatz. Ernsts clowneske Mimik, seine erstaunt blickenden, seeblauen Augen hinter der glaslosen Brille und seine überdrehten Bewegungen erzeugten bei den Zuschauern herzhaftes Dauerlachen.
Sandra im roten Kleid widmete Willi ein Lied mit „Schuhuhu“ und Hüftwackeln. Das Publikum sang mit und jubelte. Erst nach zwei Zugaben durften die beiden Schauspieler Willi & Ernst, im realen Leben Dirk Zimmer & Markus Kirschbaum, die Bühne in „Forestwidecreek“ verlassen.
Auf dieser findet am Sonntag, dem 19. April, das beliebte Kabarett a la surprise mit drei Überraschungskünstlern statt. htv
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