Pressemitteilung vom 14.03.2026 
Auszeichnung in Koblenz: IKK-Sonderpreis geht an Paulina Schaaf aus dem Westerwald
In der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz wurden die Meisterbriefe an 670 Absolventen aus 24 verschiedenen Berufen verliehen. Die Veranstaltung stand im Zeichen von Internationalität und Frauenpower. Einige herausragende Geschichten und Leistungen stachen dabei besonders hervor.
Koblenz. 670 Handwerker aus 24 Berufen und zwölf Herkunftsländern standen bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Mittelpunkt der großen Meisterfeier mit 1.400 Gästen. In der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle wurden die Meisterbriefe übergeben.
Auf dem Weg dahin investierten die Absolventen viel Fleiß, Energie und Engagement. "Nun können Sie die Früchte dieser Anstrengungen ernten", gratulierte HwK-Präsident Kurt Krautscheid zum Titel. In seiner Begrüßung ging der Kammerpräsident auf die "Anatomie" des jüngsten Meisterjahrgangs ein und beglückwünschte dabei insbesondere die 119 Meisterinnen.
"Handwerk ist eben auch Frauensache und wir freuen uns, dass fast 20 Prozent unserer Meisterbriefe in Frauenhände gehen." Ganz in diesem Sinne wurde auch das allerbeste der 670 Prüfungsergebnisse durch eine Handwerkerin erreicht: Edelsteinschleifer- und Graveurmeisterin Aline Stanek aus Nohfelden im Saarland ist die Nummer eins! Und auch das zweitbeste Ergebnis erreichte mit der Dortmunder Konditormeisterin Emilia Maßling eine Frau.
Mit Blick auf die zwölf Herkunftsländer sprach Krautscheid von einer "durchaus internationalen Angelegenheit. Viele von Ihnen leben erst seit zehn, zwölf oder 15 Jahren in Deutschland. Doch schaut man sich Ihre Biografien an, muss man voller Respekt sagen: Sie haben etwas daraus gemacht und diese Zeit gut genutzt!"
Beispielhaft wurde Friseurmeister Sharvan Hamiko herausgestellt, der 2014 als 16-Jähriger aus Syrien geflüchtet war und ohne Sprachkenntnisse in Deutschland bei Null begann. "Heute sind Sie stolzer Handwerksmeister und führen als Selbstständiger bereits zwei Salons in Koblenz."
Meisterbrief als internationales Karrieresprungbrett
Auf der anderen Seite ist der "Meisterbrief unserer Kammer-Türöffner für die große, weite Berufswelt und künftig in Japan, den USA, auf den Azoren, in der Karibik oder in Finnland im Einsatz." Für den hohen Stellenwert des Briefes, aber auch der Feier, spreche die Teilnahme von Land- und Baumaschinenmechatronikermeister Gregor Dietze.
Extra für die Meisterehrung aus seiner neuen finnischen Heimat angereist, hatte der 32-Jährige 3.000 Kilometer Autofahrt vom Polarkreis zurückgelegt. "Und ich verspreche Ihnen: Jeder Kilometer ist es wert", so Krautscheid, der in diesem Zuge auch die Erfolge bei der Angleichung beruflicher und akademischer Qualifizierungsabschlüsse und eine internationale Vergleichbarkeit herausstellte.
Als "Bachelor Professional" ist der Meistertitel auch auf europäischer Ebene dem akademischen Bachelorstudium gleichgestellt. Das steigere die Attraktivität "wie den Stellenwert des Handwerks im öffentlichen Ansehen". Seit Jahren ist die Zahl der Meisterabsolventen bei der HwK Koblenz konstant hoch, "was leider nicht auf die Entscheidung für eine Selbstständigkeit übertragen werden kann. Wir stehen heute bei rund 25 Prozent. Vor fünf Jahren war für 41 Prozent die Selbstständigkeit Hauptmotiv für den Meisterabschluss."
Als Gründe für diese Zurückhaltung nannte Krautscheid schwierige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft wie auch überbordende Bürokratiebelastungen. In der Folge "gehen junge, hoch qualifizierte Wirtschaftstalente diesem Stress im Dickicht von Verordnungen und Auflagen lieber aus dem Weg." Die Botschaft des Handwerks laute entsprechend: "Liebe Politiker, lasst es uns Handwerker selbst in die Hand nehmen! Lasst uns machen und schafft die notwendigen Freiräume!" Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl rief Krautscheid auf: "Nutzen wir unser Wahlrecht! Hier werden die Weichen gestellt für künftige Entwicklungen und die Landtagswahl bietet erstklassige Chancen, den Interessen des Handwerks politischen Nachdruck zu verleihen."
Ehrung für herausragende Handwerksleistungen
Aus den Händen von Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, Kurt Krautscheid und HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich erhielten 21 Beste ihres Handwerks auf der Bühne die großen Meisterbriefe. Schmitt lobte die Bereitschaft, in die berufliche Qualifikation zu investieren, und motivierte die Meisterinnen und Meister "die vielen Möglichkeiten zu nutzen, die das Handwerk mit dem Meistertitel bietet. Schauen wir auf die Klimawende, Digitalisierung und anstehende Unternehmensnachfolgen, wird das nicht ohne gut ausgebildete Meisterinnen und Meister zu schaffen sein. Sie sichern Wertschöpfung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in Rheinland-Pfalz - und leisten zugleich einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung. Dafür danke ich Ihnen auch im Namen der Landesregierung."
Die Meisterfeier, durch die Moderator Holger Wienpahl führte, wurde von der Band "StadtRand" aus Köln musikalisch umrahmt. Die drei besten Prüfungsergebnisse wurden mit Geldprämien honoriert, gestiftet durch die Finanzgruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Der Sonderpreis der IKK Südwest ging in diesem Jahr an Augenoptikermeisterin Paulina Schaaf aus Nentershausen im Westerwald und wurde durch den Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Jörg Loth überreicht. (PM/Red)
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