Dachdecker-Innung Neuwied: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
Die Dachdecker-Innung im Kreis Neuwied diskutiert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Handwerk. Obermeister Ralf Winn erklärt, warum die ausgebildeten Fachkräfte auch in Zukunft unersetzlich bleiben werden.
Neuwied. Künstliche Intelligenz wird oft als "Alleskönner" gefeiert, der menschliche Fehler minimieren und Arbeitsprozesse optimieren soll. Doch im Dachdeckerhandwerk des Kreises Neuwied sieht man das anders. Die Innungsbetriebe nutzen zwar verstärkt KI-gestützte Werkzeuge, doch ein Computer kann die spezialisierten Handwerker nicht ersetzen. Jedes Dach ist individuell zu planen und auszuführen, sei es bei Neubauten oder Sanierungen. Das Dachdeckerhandwerk umfasst weit mehr als das bloße Verlegen von Ziegeln.
Technologische Unterstützung
PCs, Laptops und Tablets unterstützen bereits heute die Planungsarbeit im Dachdeckerhandwerk. Softwarelösungen erleichtern die Planung, doch die Erfahrung menschlicher Experten bleibt unverzichtbar. Online-Dachplaner bieten lediglich grobe Einschätzungen, ersetzen aber keine individuelle Planung. Drohnen helfen bei der Vermessung und Inspektion von Dachflächen, wobei der geschulte Dachdecker die entscheidenden Punkte selbst identifizieren muss.
Im Büro können KI-Systeme Abläufe optimieren, jedoch kaum Arbeitskräfte vollständig ersetzen. Sprachgesteuerte Anrufbeantworter leiten Anrufe weiter, aber die fachgerechte Ausführung nach den Regeln des Handwerks bleibt den ausgebildeten Experten vorbehalten. Kein Roboter kann etwa eigenständig Dämmung und Dampfsperre beim Austausch eines Dachfensters korrekt anschließen oder ein Dach begrünen.
Ausbildung und Zukunftsaussichten
KI unterstützt auch die Ausbildung der nächsten Dachdecker-Generation, indem sie das notwendige Wissen vermittelt. Die praktische Arbeit auf der Baustelle bleibt jedoch Handarbeit. Ein Vorteil der KI könnte sein, dass sie Büroberufe teilweise ersetzt, was junge Menschen vermehrt zu einer handwerklichen Ausbildung motiviert. Red
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