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Pressemitteilung vom 11.03.2026    

Blauzungenkrankheit: Impfquote bei Rindern in Rheinland-Pfalz zu niedrig

Die Blauzungenkrankheit breitet sich derzeit erneut aus und gefährdet Nutztierbestände in Rheinland-Pfalz. Aktuelle Zahlen des Landesuntersuchungsamtes zeigen jedoch eine sehr niedrige Impfquote bei Rindern, Schafen und Ziegen. Fachleute warnen vor möglichen Folgen für Tiergesundheit und Landwirtschaft.

Symbolbild. (KI-generiert)

Rheinland-Pfalz. Die Rinderbestände in Rheinland-Pfalz sind derzeit nur unzureichend gegen das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 geschützt. Das zeigen aktuelle Zahlen des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz. Die Auswertung des Tiergesundheitsdienstes bei mehr als 273.000 gehaltenen Rindern im Land bis 7. März 2026 in der 10. Kalenderwoche ergab eine Impfquote von lediglich 18,8 Prozent.

Auch bei kleinen Wiederkäuern liegt der Schutz deutlich unter einem ausreichenden Niveau. Von rund 75.000 gehaltenen Tieren sind lediglich sieben Prozent der Schafe und drei Prozent der Ziegen gegen das Virus geimpft.

Virus breitet sich von Südwesten aus
Das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 breitet sich derzeit von Südwesten aus. Für einen wirksamen Schutz der Tierbestände ist ein möglichst hoher Anteil immuner Tiere erforderlich. Nur so können Infektionsketten unterbrochen und eine weitere Verbreitung der Krankheit verhindert werden.

Übertragen wird das Virus durch sogenannte Gnitzen, kleine blutsaugende Mücken. Diese Insekten dienen als Vektoren und übertragen den Erreger von Tier zu Tier.

Bedeutung einer hohen Impfquote
Nach Einschätzung des Landesuntersuchungsamtes ist eine abgeschlossene Impfung derzeit der einzige zuverlässige Schutz gegen die Tierseuche. Damit Infektionsketten unterbrochen werden können, sollte eine Impfquote von deutlich über 50 Prozent möglichst schnell erreicht werden.

Erfahrungen zeigen, dass dieser Wert idealerweise bis Mitte Juli erreicht sein sollte. Zu diesem Zeitpunkt steigt die Aktivität der Gnitzen mit zunehmenden Außentemperaturen deutlich an.

Die Tierhalter werden daher aufgerufen, Rinder sowie andere empfängliche Tierarten wie Schafe und Ziegen durch Impfungen zu schützen.

Finanzielle Unterstützung für Impfungen
Das Land Rheinland-Pfalz und die rheinland-pfälzische Tierseuchenkasse unterstützen die freiwillige Impfung gegen das Virus finanziell. Für Rinder wird ein Zuschuss von 2,50 Euro pro Impfdosis gewährt. Für Schafe und Ziegen beträgt der Zuschuss 2,00 Euro pro Impfdosis.

Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind online bei der Tierseuchenkasse verfügbar.




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Gefahr für Nutztiere, nicht für Menschen
Menschen können sich nicht mit dem Virus der Blauzungenkrankheit infizieren. Auch Milch und Fleisch erkrankter Tiere können ohne gesundheitliche Bedenken verzehrt werden.

Dennoch stellt die Krankheit eine erhebliche Gefahr für Nutztiere dar. Eine aktuelle Infektion bei einem Ziegenbock in der Pfalz zeigt, dass die zuletzt häufiger in Frankreich auftretende Virusvariante auch Bestände in Rheinland-Pfalz bedroht.

Bereits Ende November 2025 wurde das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 bei einem Rind im Eifelkreis Bitburg-Prüm nachgewiesen. Daraufhin wurde ganz Rheinland-Pfalz zur Restriktionszone erklärt.

Auswirkungen auf Tiertransporte
Die Einstufung als Restriktionszone hat auch Folgen für den Tierverkehr. Rinder und kleine Wiederkäuer dürfen nur dann aus Rheinland-Pfalz in BTV8-freie Gebiete verbracht werden, wenn eine Blutuntersuchung bestätigt, dass die Tiere frei von dem Virus sind.

Zusätzlich müssen die Tiere mindestens 14 Tage vor der Blutentnahme mit Insekten abwehrenden Mitteln behandelt werden, um Mückenstiche zu verhindern.

Ausnahmen gelten für Tiere, die gegen den entsprechenden Serotyp geimpft sind und sich innerhalb des garantierten Immunitätszeitraums des Impfstoffs befinden.

Symptome und mögliche Folgen
Von der Blauzungenkrankheit betroffene Tiere zeigen häufig deutliche Allgemeinstörungen. Dazu gehören Fieber, verminderte Aktivität und Fressunlust. Auch Lahmheiten durch geschwollene Gliedmaßen können auftreten.

Weitere mögliche Symptome sind ein deutlicher Rückgang der Milchleistung sowie Fehlgeburten in allen Trächtigkeitsstadien. Besonders schwerwiegend sind mögliche Langzeitfolgen bei ungeborenen Tieren. Während der Trächtigkeit infizierte Kälber können schwere Missbildungen des zentralen Nervensystems entwickeln.

Wenn Tierhalter bei der täglichen Beobachtung ungewöhnliche Veränderungen feststellen, sollten sie das zuständige Veterinäramt informieren. In Absprache mit dem Tierarzt können dann Proben entnommen und zur Untersuchung an das Landesuntersuchungsamt geschickt werden. (PM/bearbeitet durch Red)


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