Pressemitteilung vom 10.03.2026 
Altersarmut im Fokus: Expertenvortrag in Neuwied
In Neuwied drehte sich kürzlich alles um das Thema Altersarmut. Der Seniorenbeirat der Stadt hatte zu einem Vortrag eingeladen, bei dem Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell die finanziellen Herausforderungen im Alter beleuchtete.
Neuwied. Die Veranstaltung des Neuwieder Seniorenbeirats zog zahlreiche Interessierte an, als Prof. Dr. Stefan Sell vom RheinAhrCampus Remagen der Hochschule Koblenz über Altersarmut sprach. Rund 25 Gäste und die Mitglieder des Beirats verfolgten den lebhaften Vortrag, der unter dem Titel "Alt werden in Deutschland - Kreuzfahrt oder Tafel?" stand.
Prof. Dr. Sell erklärte, dass die Lebensrealitäten älterer Menschen in Deutschland stark variieren. Während viele Senioren finanziell abgesichert sind, müssen andere mit sehr begrenzten Mitteln auskommen. Etwa jede fünfte Person über 65 Jahre gilt als armutsgefährdet. Die Bedeutung dieser Problematik wächst angesichts des demografischen Wandels. Fragen zur Alterssicherung, zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung sowie zu unterstützenden Strukturen vor Ort gewinnen zunehmend an Relevanz. Sell betonte, dass grundlegende finanzielle Lösungen auf Bundesebene erforderlich sind, während lokale Hilfen durch ein Zusammenspiel aus haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten möglich sind. Besonders hob er das Themenfeld Wohnen als zentrale Frage einer demografiesensiblen Kommunalpolitik hervor.
Soziale Unterschiede
Brigitte Neumann, Vorsitzende des Seniorenbeirats, machte in ihrer Begrüßung auf die sozialen Unterschiede im Alter aufmerksam: "Eine große Zahl älterer Menschen kann den Ruhestand vollkommen frei von finanziellen Sorgen gestalten, während andere spätestens am Monatsende nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen ohne den Gang zur Tafel." Bürgermeister Peter Jung ergänzte: "In Neuwied erhalten derzeit mehr als 900 Seniorinnen und Senioren Grundsicherung im Alter. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der trotz eines langen Arbeitslebens finanzielle Unterstützung braucht." Der Vortrag lieferte wichtige Informationen und Denkanstöße für die künftige Arbeit des Seniorenbeirats. Die Diskussion führte auch zu konkreten Anregungen für die Arbeit in Neuwied. Sell betonte mehrfach: "Es müssen stabile Netzwerke vor Ort geknüpft werden." (PM/Red)
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