Meteoritenjäger in Koblenz - Die Suche nach Himmelsfragmenten
Der Meteoriten-Einschlag am Sonntagabend (8. März 2026) in Koblenz zieht nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Meteoritenjäger an. Selbst aus Frankreich reisen Enthusiasten an, um die seltenen Fragmente zu finden. Zeit ist dabei ein entscheidender Faktor.
Koblenz. Einschläge von Meteoriten wie der jüngste Vorfall in Koblenz (die Kuriere berichteten) beschäftigen eine weltweite Gemeinschaft von Meteoritenjägern, die dem seltenen Phänomen entgegenfiebern. Diese Begeisterten brechen oft zu langen Reisen zum Ort des Einschlags auf. In Koblenz gehörte der Franzose Thierry Monter aus Thionville zu den Ersten, die sich noch im Dunkeln auf Spurensuche machten. "Zunächst einmal hat man als Meteoritenjäger ein Netzwerk, das man sich über die Jahre aufgebaut hat. Man hat viele Kontakte, sowohl zu Freunden, anderen Meteoritenjägern als auch zu Wissenschaftlern, Enthusiasten und vielen anderen Menschen", erklärt er. Mindestens drei oder vier Nachrichten habe er zu dem Einschlag in Koblenz erhalten, der nur zwei bis drei Stunden Fahrzeit entfernt war. "Also bin ich in mein Auto gesprungen und kam gegen zwei oder drei Uhr morgens an."
Nächtliche Suche am Einschlagort
Normalerweise starte er vor Ort mit einer Erkundung, was eine langwierige Arbeit sei. "Ich hatte zumindest den Namen der Straße. Also bin ich die ganze Straße abgelaufen und habe mich nach beiden Seiten umgesehen, um zu sehen, ob ich Spuren von zerbrochenen Dachziegeln finden und das Haus identifizieren konnte." Oft sammelten Feuerwehrleute, Polizisten und Privatleute Meteoritenteile ein, übersähen aber immer etwas, sagt Monter. "Es bleiben Fragmente zurück, es bleiben Teile zurück." Deshalb müsse man schnell sein, ehe Menschen unbedarft auf die Reste des Meteoriten treten und diese beschädigen.
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Eine Nachbarin im Stadtteil Güls habe ihm netterweise den Zugang zu einem Hinterhof ermöglicht, um dort nach Fragmenten des Meteoriten zu suchen. "Ich habe wirklich so schnell wie möglich alles gesammelt, was ich konnte, um zu verhindern, dass sie zerstört werden." Normalerweise machten Meteoritenjäger eine quasi wissenschaftliche Bestandsaufnahme vor Ort einschließlich Fotos, im Hinterhof aber habe es großes Gedränge und einen Auflauf von Journalisten gegeben, erzählt der Franzose.
Wertvolle Fundstücke in Dosen
Seine Fundstücke habe er schnell in kleine, geschützte Dosen gepackt. "Es sind sehr, sehr kleine Fragmente. Ich hatte keine Zeit, sie zu wiegen oder irgendetwas zu überprüfen, aber ich habe vielleicht zwanzig Gramm." Das sei wirklich wenig, aber das mache nichts. "Das macht nichts. Ich bin sehr, sehr glücklich. Es ist ein sehr schöner Meteorit." Gut sei, dass es keinen Regen gegeben habe, der die Fragmente habe in Mitleidenschaft ziehen können.
Mit der Sicherstellung der Teile ist der Einsatz für den Meteoritenjäger aber längst noch nicht zu Ende. "Jetzt werde ich zwei Wochen lang weiter suchen. Und alle Untersuchungen und so weiter führe ich nach meiner Rückkehr zu Hause durch." Dass der 62-Jährige sein Hobby, dem er seit zehn Jahren nachgeht, so spontan mit seinem Beruf vereinbaren kann, ist nur möglich, weil er selbstständig ist. "Ich bin Grafikdesigner. Ich habe meine eigene kleine Kommunikations- und Designagentur und bin selbstständig, ein sogenannter Freiberufler." (dpa/bearbeitet durch Red)
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