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Pressemitteilung vom 08.03.2026    

Zweite Aktualisierung: Meteoriten-Teile sorgen für Schäden in Rheinland-Pfalz

Eine spektakuläre Lichterscheinung am Himmel und anschließende Schäden an Gebäuden haben die Menschen in Rheinland-Pfalz in Alarmbereitschaft versetzt. Die Polizei berichtet von Einschlägen durch Meteoriten-Teile, die in mehreren Regionen des Bundeslandes festgestellt wurden.

Lichtspektakel - Teile eines Meteoriten beschädigen Häuser. Foto: Gianni Gattus/TNN/dpa

Koblenz. Meteoriten haben laut Polizei Schäden an Dächern und Häusern in Rheinland-Pfalz verursacht. Schadensmeldungen gibt es aus dem Hunsrück, der Eifel und aus Koblenz, wie ein Polizeisprecher mitteilte. "Heute Abend kam es gegen 19 Uhr im Koblenzer Stadtteil Güls zum Einschlag eines verglühten Himmelskörpers in das Dach eines Wohnhauses. Es wurde niemand verletzt", erklärte die Polizei in Koblenz. "Nach den uns vorliegenden Informationen besteht keine Gefahr mehr."

Der Meteorit schlug im Schlafzimmer der Bewohner ein und hinterließ ein etwa fußballgroßes Loch im Dach. "Es waren auch Personen in dem Gebäude, aber nicht innerhalb dieses Raumes", erklärte Benjamin Marx, Einsatzleiter der Feuerwehr Koblenz. Am Montag soll der Schaden bei Tageslicht genauer inspiziert werden, um festzustellen, was vom Meteoritenteil übrig geblieben ist. Weitere Schäden in anderen Orten wurden zunächst nicht gemeldet.

Polizei und Feuerwehr sicherten die Lage in Koblenz
Die Feuerwehr war mit mehreren Kräften vor Ort, um die Lage zu sichern. "Wir haben auf chemische Substanzen gemessen und nukleare Strahlung gemessen, da haben wir nichts festgestellt", sagte Marx. Der Meteoritenüberflug, dessen Lichterscheinung weithin in Westdeutschland sichtbar war, sorgte für zahlreiche Notrufe. Auch ein lauter Knall war mancherorts zu hören.

Meldungen über "hell leuchtenden Flugkörper"
Die zunächst unbekannte Lichterscheinung hielt viele Menschen in weiten Teilen Westdeutschlands am Abend in Atem. In den sozialen Medien meldeten sich Augenzeugen aus Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Das dortige Lagezentrum teilte am Abend mit, es gebe bislang keine Hinweise auf Schäden in NRW. Bürger berichteten von einem "hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein" beziehungsweise einem "Feuerblitz am Himmel", teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Auch über eine Rakete sei spekuliert worden. Es gebe jedoch "keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis".

Die Polizei in Stade in Niedersachsen teilte mit, dass Feuerwehr und Polizei der Absturz von möglichen Flugzeugteilen oder Teilen von Himmelskörpern gemeldet worden sei. Bei einem Großeinsatz der Feuerwehr mit Unterstützung durch einen Marinehubschrauber sei jedoch nichts gefunden worden.

Die Erscheinung war nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz zu beobachten.

Meteoriteneinschlag passiert selten
Meteoriteneinschläge sind seltene Vorkommnisse. Wenn ein Asteroid in die Erdatmosphäre eintritt, zerfällt er oft in viele kleine Stücke, von denen einige verglühen und andere auf der Erde landen. Diese Brocken werden als Meteoriten bezeichnet. Laut Experten stammen sie meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems.




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In Deutschland fielen zuletzt im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten nieder. Das größte Fragment wog rund 3,7 Kilogramm und wurde von Wissenschaftlern untersucht und ausgestellt. Es galt als der schwerste gefundene Meteorit seit etwa 100 Jahren in Deutschland.

War das in Koblenz eingeschlagene Objekt gefährlich?
Die Feuerblitze am Himmel machten manchen Menschen Angst, vielen riefen den Notruf, manche Bürger dachten gar an eine Rakete. Bei der Ufo-Meldestelle stand das Telefon nicht mehr still.

Esa-Experte Moissl erklärt mit Blick auf Asteroiden: Objekte unter zehn Metern gelten im Allgemeinen als harmlos.» Das Material sei auch nicht radioaktiv oder besonders heiß. Gefährlicher werde es bei größeren Asteroiden von mehr als zehn Metern Durchmesser, die weltweit etwa einmal pro Jahrzehnt zu erwarten seien. Sie könnten größeren Schaden anrichten.

Bei Objekten ab einer Größe von mehr als 50 Metern Durchmesser wäre etwa das Gebiet einer Stadt in Gefahr. Das Planetary Defence Office der Esa hat deshalb vor allem größere Asteroiden im Blick.

Wenn ein Meteorit bei mir zu Hause einschlägt, ist er dann meiner?
Köhler vom DLR sagt dazu prinzipiell: «Wer einen Meteoriten findet, darf ihn behalten.» Allerdings sei dringend dazu geraten, solche Fundstücke zunächst nicht anzufassen und Experten - wie etwa das DLR - zu kontaktieren, da sie großen Wert für die Forschung hätten.

Die Polizei in Koblenz bestätigte, dass der Meteoritenfund rechtlich dem Grundstückseigentümer zusteht, der über dessen Verbleib entscheiden kann. Der Meteorit befindet sich derzeit noch in polizeilicher Verwahrung und soll dem Eigentümer am Dienstag, 10. März, übergeben werden. Ein Kontakt zwischen dem Eigentümer und verschiedenen wissenschaftlichen Instituten sowie Behörden wird hergestellt.

Elf Gesteinsteile nach Einschlag von Meteoriten gefunden
Inzwischen sind insgesamt elf Gesteinsteile gefunden worden. Neben dem größten Stein, etwa so groß wie ein Tennisball, seien noch zehn weitere Fragmente in und am sechs bis 161 Gramm.

"Laienhaft betrachtet handelt es sich um 'Gestein'", teilte die Polizei mit. Eine genauere Einordnung könne nur durch einen Sachverständigen erfolgen. Bislang sei nur der Schaden an dem Wohnhaus im Koblenzer Stadtteil Güls bekannt. Die Polizei teilte mit, sie suche nicht aktiv nach weiteren Gesteinsteilen.

Wer darf die Steine unter die Lupe nehmen?
Es habe sich bereits ein Experte des Instituts für Planetologie interessiert gezeigt, den größten Stein in Augenschein zu nehmen, hieß es von der Polizei.

Vor Ort in Koblenz war auch schon ein Meteoritenjäger, der nach weiteren Fragmenten suchte. (dpa/PM/bearbeitet durch Red)


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