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Nachricht vom 04.03.2026    

Erpeler Erinnerungen: Dokumente aus Kriegszeiten im Ortsarchiv

Am 2. März 2026 verwandelte sich der Ratssaal des Erpeler Rathauses in einen Ort des Gedenkens. Karl Feldens übergab dort wertvolle Zeitdokumente seines Großvaters, die von den dramatischen Ereignissen an der Ludendorffbrücke und im Erpeler Tunnel im Jahr 1945 zeugen.

Neue Dokumente sind nun im Ortsarchiv von Erpel. Symbolfoto: Wolfgang Tischler

Erpel. Am 2. März 2026 fand im Ratssaal des Erpeler Rathauses eine besondere Veranstaltung statt. Karl Feldens überreichte der Gemeinde eine dunkle Brieftasche mit Einschussloch, die einst seinem Großvater Willi Feldens gehörte, sowie das Tagebuch seiner Großmutter Maria Feldens. Diese Gegenstände, die nun im Besitz der Ortsgemeinde sind, erzählen von den dramatischen Ereignissen während des Zweiten Weltkriegs.

Ortsbürgermeister Günter Hirzmann eröffnete die Zusammenkunft und lobte die Bereitschaft von Karl Feldens, diese persönlichen Erinnerungsstücke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel sei es, die Geschichte der "Herrlichkeit Erpel" lebendig zu halten und verantwortungsvoll zu bewahren. Die übergebenen Dokumente waren zuvor im Besitz von Karl Feldens senior, der als siebenjähriger Junge die Ereignisse am 7. März 1945 miterlebte.

Die Ereignisse an Brücke und Tunnel

An diesem Tag erreichten amerikanische Truppen die als "Brücke von Remagen" bekannte Ludendorffbrücke. Während auf der westlichen Rheinseite der Vormarsch der Alliierten beschleunigt wurde, spielten sich auf der Erpeler Seite dramatische Szenen ab. Im Eisenbahntunnel hinter den Brückentürmen hielten sich etwa 120 bis 150 Zivilisten auf. Als Schüsse fielen, entschieden sich einige Frauen, mit weißen Tüchern den amerikanischen Soldaten entgegenzulaufen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Auch Wilhelm "Willi" Feldens schloss sich ihnen an.



Edgar Neustein erläuterte die historischen Abläufe und betonte, dass nicht die Soldaten, sondern die Frauen und Willi Feldens die Helden dieses Tages waren. Feldens, ein 38-jähriger Eisenbahner, trug seine Dienstuniform, die von den amerikanischen Soldaten vermutlich für eine Wehrmachtsuniform gehalten wurde. Trotz der weißen Tücher wurde er beschossen und tödlich verletzt. Sein mutiges Handeln verhinderte jedoch ein mögliches Massaker an den Zivilisten im Tunnel.

"Ereignisse dieser Zeit" – ein Tagebuch aus dem Krieg
Das zweite übergebene Dokument ist das Tagebuch von Maria Feldens, die ihre Aufzeichnungen nach einem schweren Bombenangriff am 28. Dezember 1944 begann. Auf den Rückseiten eines Poesiealbums hielt sie die Angriffe auf die Brücke und den Ort, die verzweifelte Suche nach Hilfe für ihren Mann und schließlich seinen Tod fest. Diese persönlichen Aufzeichnungen bieten einen einzigartigen Einblick in die Geschehnisse jener Zeit.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden die Dokumente offiziell an die Ortsgemeinde übergeben und werden künftig im Ortsarchiv sowie im Kunst- und Kulturverein "Ad Erpelle" für historische Führungen genutzt. Eine Eintragung in das Goldene Buch der Ortsgemeinde würdigte diesen bedeutenden Beitrag zur Erpeler Ortsgeschichte. Red


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