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Nachricht vom 28.02.2026    

Westerwald hautnah: Keramische Tradition trifft auf moderne Fotografie

Von Helmi Tischler-Venter

Die erste Ausstellung des Jahres 2026 im Roentgen-Museum Neuwied präsentiert den Westerwald in seiner rauen Schönheit und kulturellen Tiefe. Der Andrang bei der Eröffnung am 28. Februar zeigte, dass das Thema „Geformt aus Feuer und Stein. Der Westerwald in Fotografie und Keramik“ die Menschen anspricht. Die Gegenüberstellung des alten Töpferhandwerks und digitaler Fotografie bildet ein spannendes Ensemble.

Das Siegerbild - Gewinnerin Britta Hilpert im Gespräch mit Landrat Hallerbach. Fotos: Wolfgang Tischler

Neuwied. Landrat Achim Hallerbach betonte in seiner Begrüßungsrede im „Schmuckkästchen“ des Kreises, dass mit dem Westerwald eine besondere und wunderschöne Landschaft direkt vor der Haustür liegt. Zwar war der berüchtigte Wind am Samstag deutlich spür- und hörbar, aber das Mittelgebirge hat mehr zu bieten als Wald und Wind: Nach dem Westerwaldkreis rangiert der Kreis Neuwied an vierter Stelle der wirtschaftsstärksten Landkreise.

Die Fotografien von Andreas Pacek eröffnen einen neuen Blick auf diese wunderbare Region, die es mit frischen Augen zu entdecken gilt. Paceks Fotoband „Die schönsten Orte im Westerwald“ gibt einen hervorragenden Eindruck von der Schönheit der Region.

Neben Fotografie präsentiert das Roentgen-Museum auch regionales Handwerk: Zwei Künstler aus der Keramikstadt Höhr-Grenzhausen, Andreas Hinder und Martin Goerg zeigen vielfältige Interpretationen des Westerwälder Steinzeugs. Während Hinder expressive Tierkeramik fertigt, gestaltet Goerg die Kraft von Ton und Feuer zu archaischen Formen, die von der traditionellen Gebrauchskeramik abgeleitet sind.

Monolith-Schiefer und Basalt prägen die Region. Die Basalt AG stellt einige Leihgaben zur Verfügung.

Der Westerwald erstreckt sich über rund 3.000 Quadratkilometer Fläche in den Ländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Andreas Pacek sei es gelungen, die reine, ursprüngliche Schönheit des Westerwalds eindrucksvoll in Szene zu setzen, lobte Museumsleiterin Jennifer Stein den Fotografen. Die Bestandteile sind Basalt, Schiefer, Wälder, Höhenzüge, Burgen, Abteien und der Stöffelpark mit seiner Wirtschafts- und Handelsgeschichte. Basaltabbau ist ein bedeutender Industriezweig. Die sechseckigen Stelen, die als Baumaterial genutzt werden, sind selbst Kunstwerke der Natur.



Die Keramik-Tradition prägt Handwerk und Wirtschaft des Westerwalds. Die keramischen Arbeiten stehen im Kontrast zu den Fotografien. Andreas Hinders Tierplastiken sind heimisch und mythologisch, sie erzählen von Natur und Mythos. Martin Goergs Gefäße erzählen dagegen eine archaisch anmutende Formensprache mit verschobenen Proportionen und minimierten Öffnungen, sodass das Gefäß seine Gebrauchsfunktion verliert. Goerg interpretiert den Salzbrand auf eigene Weise. Gemeinsam ergeben die Arbeiten ein lebendiges, vielschichtiges Bild des Westerwalds.

134 Einsendungen nahmen an dem Foto-Wettbewerb des Roentgen-Museums teil, aus denen eine Jury drei Fotografien auswählte, die nun Teil der Ausstellung sind. Den dritten Platz errang Thomas Flickinger mit seiner Aufnahme „Westerwälder Seenplatte im Winter“, Platz zwei ging an „Herbst an der Nister“ von Klaus Breitkreuz und das Siegerbild von Britta Hilpert trägt den Titel „Die Alarmstange auf dem Köppel im Nebelmeer“.

Andreas Pacek stellte bei seiner Suche nach einem Verlag fest, dass der Westerwald ein schwieriges Thema ist und der Rheinländer selten in den Westerwald geht, obwohl die Region eine ganze Menge zu bieten hat. Der Westerwald ermöglicht spannende, erholsame Wanderungen in ruhiger Atmosphäre.

Eine Multivisions-Show mit Fotos von Andreas Pacek, stimmungsvoll von Frank Pacek am E-Piano begleitet, fand große Zustimmung beim Publikum. htv


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