Werbung

Nachricht vom 21.02.2026    

CDU: Rheinland-Pfalz benötigt einen politischen Wechsel

Von Mariam Nasiripour

Der CDU-Kreisverband hatte zum politischen Ascherdonnerstag mit Wolfgang Bosbach geladen. Der prominente Gast schlug lieber sanfte Töne an und vermied es, auf den politischen Gegner einzuprügeln.

Wolfgang Bosbach in Montabaur (Fotos: Mariam Nasiripour)

Montabaur. Das übernahm stattdessen die Landtagsabgeordnete Jenny Groß, die sagte, dass Rheinland-Pfalz einen politischen Neuanfang benötige und kein "Weiter-So". Die Probleme, wie Krankenhaussterben, marode Verkehrsinfrastruktur und Ärztemangel, seien hausgemacht. Die Ampel habe Vieles verschlafen und weise einen Schuldenrekord auf, so Groß. "Es braucht einen echten Neustart", betonte sie. Sie verglich die politische Lage des Landes mit der Bundesliga und sagte, dass sich das Land im Abstiegskampf befände.

Ein Neustart mit der CDU bringe dagegen eine Stärkung der Wirtschaft, Investitionen in die Infrastruktur und eine starke Landwirtschaft mit sich. Anschließend skizzierte sie das Wahlprogramm der Christdemokraten, wie verlässliche Kitas, Grundschulgarantie und ein kostenloses Deutschlandticket für alle Kinder, unabhängig vom Wohnort.

Groß findet klare Worte
Sie schilderte, dass die Kliniken in Rheinland-Pfalz rote Zahlen schreiben würden, und warf der Ampel-Regierung vor, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Das Land benötige dringend mehr Ärzte und da sei es nicht hilfreich, dass nur eine Universität Mediziner ausbilde. Weitere Baustellen seien der Glasfaserausbau und die Wirtschaft. Die Ampel hätte nur Negativrekorde vorzuweisen, so Groß. Nach 35 Jahren sei es an der Zeit, Schluss zu machen mit der Ampelregierung.

Politische und wirtschaftliche Rolle der Bürger
"Es ist nicht mein Ding, auf den politischen Gegner einzuschlagen", begann Wolfgang Bosbach seinen Vortrag. Er versuche lieber sachlich zu bleiben. Er erklärte, dass 40 Prozent der Menschen politisch informiert und interessiert seien, aber nur 1,4 Prozent seien auch politisch aktiv. Vor 53 Jahren hätten die beiden großen Volksparteien einzeln so viele Mitglieder wie alle heutigen Parteien zusammen. Aber die Demokratie sei auf Menschen angewiesen, die sich engagieren. Er würdigte die bisher geleistete Arbeit. Ein Politikwechsel sei gut, aber es dürfe nicht vergessen werden, was bisher geschafft und auf den Weg gebracht wurde.



Zum Dauerthema Migration sagte der Unionspolitiker, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei, aber man dürfe die Integrations- und Aufnahmefähigkeit des Landes nicht überdehnen. "Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt", betonte er. Er erklärte dem Publikum den Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus.

Beim Thema Wirtschaft hob er hervor, dass der Wohlstand des Landes auf die Leistung seiner Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit basiere. Nur dieser Wohlstand sei imstande, den Sozialstaat aufrechtzuerhalten. In Bezug auf das Konjunkturprojekt der Bundesregierung machte er seinen Standpunkt deutlich. Er hätte den Kommunen mehr als 100 Milliarden Euro gegeben.

Blick nach USA
In seinem Vortrag nahm der Jurist US-Präsidenten Donald Trump ein wenig in Schutz und sagte, dass auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama und die Demokratin Kamala Harris eine Erhöhung der NATO‑Beiträge gefordert hätten. Bosbach kam natürlich auch auf die drei großen Sozialthemen des Landes zu sprechen: Pflegeversicherung, Rente und Krankenkassen. Es müsse eine generationengerechte Lösung gefunden werden, so der 73-Jährige. Seinen Vortrag schloss er mit den Worten ab: "Trotze allen Kummers, Sorgen und Herausforderungen. Es ist ein Glück, in Deutschland zu leben."

Der Abend wurde musikalisch von der Band "Young Harmonic Brass" gestaltet.


Mehr dazu:   CDU   Landtagswahl 2026   Politik & Wahlen  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


47 Millionen Euro KfW-Förderung für den Landkreis Neuwied im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 flossen erhebliche Fördermittel aus den Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau ...

35 Jahre Engagement für Suchtprävention in Neuwied

Der Regionale Arbeitskreis Suchtprävention in Stadt und Kreis Neuwied feiert sein 35-jähriges Bestehen. ...

Ellen Demuth dankt Einsatzkräften nach Waldbrand bei Gebhardshain

Ein schwerer Waldbrand bei Gebhardshain forderte den Einsatz von über 300 Helfern. Dank ihres schnellen ...

Kühler Kopf in heißen Zeiten: Bündnis für Neuwied fordert mehr Hitzeschutz für Bürger

Das Bündnis für Neuwied, bestehend aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FWG, FDP und BSW, haben zunächst Konsequenzen ...

Landtagsabgeordnete besuchen Vorzeigemodell der Notfallversorgung in Montabaur

Am 18. August 2026 besuchte eine Delegation des rheinland-pfälzischen Landtags die Integrierte Leitstelle ...

Zweiter Engerser Höfeflohmarkt lädt zum Stöbern ein

Am 5. September 2026 findet in Engers der zweite Höfeflohmarkt statt. Organisiert vom SPD-Ortsverein, ...

Weitere Artikel


Leserbrief zu "CDU-Spitzenkandidat Schnieder fordert klare Abgrenzung von der Linken"

In einem Leserbrief äußert sich Siegfried Kowallek aus Neuwied zu den jüngsten Forderungen des CDU-Spitzenkandidaten ...

Motorraddiebstahl in Puderbach: Unbekannte Täter entwenden Kawasaki

Freitagnacht (20. Februar) ereignete sich in Puderbach ein Motorraddiebstahl. Unbekannte Täter entwendeten ...

Fahrer verursacht Unfall auf der A3 unter Alkoholeinfluss

Am Samstagmorgen (21. Februar) ereignete sich auf der Autobahn A3 ein Verkehrsunfall, der durch einen ...

Kommunen in Rheinland-Pfalz drängen auf mehr Mittel für digitalen Unterricht

In Rheinland-Pfalz wächst der Druck auf das Land, die Finanzierung des digitalen Unterrichts an Schulen ...

Jugend forscht: Jona Richartz aus Neuwied triumphiert beim Regionalwettbewerb

Der 18-jährige Jona Richartz vom Werner-Heisenberg-Gymnasium Neuwied hat beim Regionalwettbewerb "Jugend ...

Erfolgreiche Ausbildung an der Hubarbeitsbühne der Feuerwehr in Puderbach abgeschlossen

In Puderbach endete kürzlich eine umfassende Schulung für Maschinisten und Korbbediener der Hubarbeitsbühne ...

Werbung