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Pressemitteilung vom 19.02.2026    

Integrationskurse in Neuwied unter Druck: Stadt und vhs fordern verlässliche Lösungen

Die Aussetzung von Zulassungen zu Integrationskursen sorgt in Neuwied für große Verunsicherung. Stadtverwaltung und Volkshochschule sehen zentrale Strukturen der Integrationsarbeit gefährdet. Sie fordern eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Neuwieds Bürgermeister Peter Jung, vhs-Leiterin Jutta Günther und Meike Pfeiffer (v.r.n.l.), Programmbereichsleiterin für Integration und Deutsch als Fremdsprache bei der vhs, wünschen sich beim Thema Integrationskurse eine konstruktive Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. (Foto: Ulf Steffenfauseweh)

Neuwied. Die bundesweite Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, neue Zulassungen zu Integrationskursen auszusetzen, stößt in Neuwied auf deutliche Kritik. Bürgermeister Peter Jung und die Volkshochschule Neuwied warnen vor erheblichen Folgen für die Integration vor Ort. Aus ihrer Sicht fehlt es an Planungssicherheit und an einer frühzeitigen Abstimmung mit den Kommunen, die Integration im Alltag umsetzen.

Bedeutung der Integrationskurse vor Ort
Integrations- und Sprachkurse gelten als grundlegender Baustein für gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt. In Neuwied arbeiten Stadt, Volkshochschule und weitere Institutionen eng zusammen, um Zugewanderten Perspektiven zu eröffnen. Die Kurse der vhs vermitteln Sprachkenntnisse, Orientierung und Grundlagen für Ausbildung und Beschäftigung. Entsteht hier Unsicherheit, betrifft dies nicht nur einzelne Teilnehmende, sondern auch gewachsene kommunale Strukturen.

Fehlende Abstimmung sorgt für Kritik
Grundsätzlich stellt die Stadt Neuwied Reformen oder Anpassungen im System der Integrationskurse nicht infrage. Diskutiert werden können Priorisierungen, Effizienzsteigerungen oder sozial ausgewogene Eigenanteile. Kritisch bewertet wird jedoch das kurzfristige Vorgehen ohne Einbindung der Kommunen. Aus Sicht der Stadt erschwert dies eine verlässliche Planung erheblich und belastet bestehende Angebote.

Finanzielle Folgen und unsichere Perspektiven
Bisher wurden Integrationskurse für verschiedene Gruppen aus Bundesmitteln finanziert. Zwar bleibt eine Teilnahme als Selbstzahler möglich, doch entstehen bei mehreren Modulen schnell Kosten in erheblicher Höhe. Für die Volkshochschule bedeutet die aktuelle Situation vor allem Unsicherheit. Nach derzeitiger Lage starten die bis April geplanten Kurse regulär, danach fehlt jedoch eine klare Perspektive. Auch für die derzeit 15 langjährig tätigen Kursleitungen ist die Zukunft offen.



Sprachförderung für Ausbildung und Beruf
Für eine nachhaltige Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt reicht ein Sprachstand auf Grundniveau häufig nicht aus. Viele berufliche Wege setzen weiterführende Sprachkenntnisse voraus. Die vhs steht hierzu im Austausch mit Agentur für Arbeit, Jobcenter und Berufsbildenden Schulen, um Übergänge in Qualifizierung zu sichern. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird eine Begrenzung der Sprachförderung als problematisch angesehen.

Neue Wege in der Sprachförderung
Bereits Ende des vergangenen Jahres hat die Volkshochschule Neuwied begonnen, ergänzende Ansätze in der Sprachförderung zu entwickeln. Arbeitgeber in der Region wurden gebeten, Bedarfe an beruflicher Sprachförderung zu melden. Ziel ist es, Fachkräfte durch berufsbegleitende Deutschkurse bis zum C1-Niveau zu unterstützen und vorhandene Qualifikationen besser zu nutzen.

Appell an Bund und Kommunen
Die Stadt Neuwied spricht sich für eine zeitnahe Klärung und eine enge Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen aus. Integrationsangebote sollen finanziell tragfähig bleiben, ohne funktionierende Strukturen zu gefährden. Integration wird dabei als Investition in sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Zukunft verstanden. (PM/bearbeitet durch Red)


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