Kandidat für die Landtagswahl 2026: Maximilian Glätzner (Volt)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Maximilian Glätzner (Volt)
Wahlkreis Linz am Rhein/Rengsdorf. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Maximilian Glätzner (Volt).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Bisher habe ich mich vor allem für Schüler*Innen in Rheinland-Pfalz im Rahmen der Schüler*Innenvertretung an der Schule, im Vorstand der Kreisschüler*Innenvertretung Neuwied und im Vorstand der Landesschüler*Innenvertretung Rheinland-Pfalz eingesetzt. Zudem war und bin ich Teil der Jugendvertretung der Verbandsgemeinde Linz. Engagiert habe ich mich in diesen Gremien, um das Leben für Jugendliche vor Ort und in Rheinland-Pfalz angenehmer zu gestalten und der Politik Lücken im System aufzuzeigen, beziehungsweise die Perspektive einer Gruppe der Gesellschaft einzubringen, die oft von der Politik übersehen wird.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
In Rheinland-Pfalz muss sich einiges verändern, die größte Dringlichkeit sehe ich aufgrund meines Hintergrunds aber im Bildungssystem. Das Bildungssystem sollte weniger selektieren und mehr inklusiv arbeiten. Dazu sollten Lehrkräfte wieder die Möglichkeit bekommen, sich vollumfänglich auf den Unterricht zu konzentrieren, beispielsweise durch den Einsatz multiprofessioneller Teams.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Es darf nicht passieren, dass Menschen monatelang auf einen Termin beim Arzt warten müssen. Im Wahlkreis ist das Problem der Fläche, also die Erreichbarkeit von Ärzten, vorhanden. Volt setzt sich dabei für regionale Versorgungszentren ein, das steigert einerseits die Attraktivität, für Ärzte aufs Land zu kommen, und andererseits ist es einfacher, einen zentralen Ort für jeden mit dem ÖPNV einfach erreichbar zu machen.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Im Wahlkreis schneiden sich die VRM und die VRS, was dafür sorgt, dass einzelne Orte nicht angefahren werden. Ich setze mich dafür ein, dass jeder Ort mit dem ÖPNV oder ähnlichen Alternativen erreichbar ist. Zudem sind in einigen Straßen aufgrund eines Investitionsstaus im Land mit Schlaglöchern übersät (oder die Schlaglöcher mit Straße), auch diesen Ausbau würde ich priorisieren.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Ich sehe Grenzen bei der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, wenn der Wolf sich so Menschen vertraut fühlt, dass er tagsüber innerorts unterwegs ist, oder Weidetierhalter erhebliche Probleme mit dem Wolf haben. Eine Ausbalancierung dieses Konfliktpunktes zwischen Weidetierhaltern und Naturschützern ist schwierig, aber nicht unmöglich. Zum Tierwohl und zur Sicherung der Weidetierhaltung benötigt es entweder einen Schutz der Weidetiere, der es den Wölfen unmöglich macht, diese zu erreichen, gefördert vom Land, oder eine einzelne Entnahme vom Wolf.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Mein erster Schwerpunkt ist die klimaneutrale Transformation unserer Industrie, denn Rheinland-Pfalz ist ein starkes Industrieland und diese Stärke müssen wir in das Zeitalter der Klimaneutralität überführen. Ich möchte, dass Unternehmen Planungssicherheit, schnelle Genehmigungsverfahren und gezielte Investitionsanreize erhalten, damit sie in klimafreundliche Technologien investieren können, ohne Wettbewerbsnachteile zu befürchten. So sichern wir bestehende Arbeitsplätze und schaffen neue in Zukunftsbranchen wie Wasserstoff, Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien.
Mein zweiter Schwerpunkt ist die konsequente Förderung von Start-ups und Innovation. Rheinland-Pfalz hat hervorragende Hochschulen und viele kluge Köpfe, aber zu oft wandern gute Ideen in andere Bundesländer ab. Ich setze mich dafür ein, dass Gründungen schneller, unbürokratischer und digital begleitet werden können. Zudem brauchen wir bessere Finanzierungsmöglichkeiten, etwa durch einen starken Landesbeteiligungsfonds, und eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Mittelstand.
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Der dritte Schwerpunkt ist die Sicherung von Fachkräften. Ohne gut ausgebildete Menschen werden weder Industrie noch Start-ups erfolgreich sein. Deshalb möchte ich die berufliche Weiterbildung stärken, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse beschleunigen und gezielt europäische Fachkräfte ansprechen. Als Volt-Politiker denke ich dabei immer europäisch und sehe in der engeren Zusammenarbeit mit unseren Nachbarregionen große Chancen.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Der Strukturwandel darf nicht zu einer Spaltung zwischen Stadt und Land führen. Ich bin überzeugt, dass ländliche Räume enorme Potenziale haben, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört vor allem eine flächendeckende digitale Infrastruktur, damit Unternehmen und Beschäftigte unabhängig vom Standort arbeiten können. Außerdem möchte ich regionale Innovationszentren stärken, damit neue Technologien und Gründungen nicht nur in Mainz oder Ludwigshafen stattfinden. Eine moderne und flexible Mobilität, etwa durch bessere Bahnverbindungen und bedarfsgesteuerte Angebote im Nahverkehr, ist ebenso entscheidend. Wenn Kommunen zudem direkt von erneuerbaren Energieprojekten profitieren, bleibt Wertschöpfung vor Ort und schafft Akzeptanz.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Volt steht für ein inklusives Bildungssystem mit individueller Förderung. Das heißt, wir fordern nach finnischem Vorbild eine gemeinsame Schule bis zur 9. Klasse, wobei die Förderung und das Fordern des Individuums von großer Bedeutung sind. Um die Unterrichtsqualität zu erhöhen und mehr Lehrkräfte zu gewinnen, fordern wir mehr multiprofessionelle Teams in Schulen, damit diese sich voll auf ihren Job als Lehrkraft konzentrieren können und deutlich entlastet werden. Zudem sollte jede*r Schüler*In die Möglichkeit auf kostenlose Bildung haben.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich bin in Volt eingetreten, da es nicht probiert, neue Lösungen für Probleme zu finden, deren Lösungen schon existieren. Volt schaut nämlich anders als die meisten anderen Parteien in andere Länder, sieht dort die Probleme und Lösungen, die diese praktizieren, und probiert eine praktische Anwendung auf Deutschland beziehungsweise Rheinland-Pfalz zu evaluieren. Zudem sieht Volt ein, dass viele Probleme nicht national, sondern international angegangen werden müssen und ist deshalb auch europaweit vertreten.
Worüber können Sie lachen?
Über gute Witze und über mich selbst
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn ich sehe, wie wenig zukunftsorientiert beziehungsweise wie kurzfristig die meiste Politik gemacht wird, macht mich das ziemlich wütend.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Maximilian Glätzner von Volt zieht für den WK 03 in den Landtag ein
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Meine größte Fehleinschätzung in Volt war wahrscheinlich, dass ich beim Eintritt in die Partei gedacht habe, man müsse lange Mitglied sein, um in der Partei mitarbeiten beziehungsweise Verantwortung übernehmen zu können. Fun Fact: Volt freut sich, wenn du von Anfang an Verantwortung übernimmst oder da mitarbeitest, wo du willst.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich möchte als junger Mensch mit einer jungen Partei frischen Wind in die Politik bringen, zumal Volt meiner Meinung nach die besten Lösungen für die aktuellen Probleme hat.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Leubsdorf
Geburtsdatum: 16. Oktober 2006
Familienstand: ledig
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Schüler, Volleyballtrainer, Praktikum Management
Politischer Werdegang: SV- Jugendvertretung; KrSV Neuwied; LSV RLP; Volt
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Volleyball Trainer
Hobbys: Volleyball, Fahrrad, Laufen
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Erpeler Ley, Blauer See, Wied
Vorbilder: Florian Augst, Thorben Thieme
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: max.glaetzner@volteuropa.org
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Neuwied finden Sie hier. (Red)
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